Eine ikonische Szene aus The Odyssey geisterte Nolan 20 Jahre lang im Kopf herum, weil er einen Film nicht drehen durfte

Christopher Nolan erfüllte sich mit seiner Verfilmung der Odyssee einen lang gehegten Wunsch. Besonders bei einer Szene wusste er schon seit vielen Jahren, wie er sie drehen wollte.

Wer an die Odyssee denkt, dem fallen vermutlich als Erstes die unterschiedlichen Stationen ein, die Odysseus auf seinen Irrfahrten bewältigen muss. Der Zyklop oder die Sirenen beispielsweise. Es war aber ein anderes Bild, das Christopher Nolan schon lange vor seiner Adaption beschäftigte: das Trojanische Pferd.

Noch bevor Odysseus überhaupt den Heimweg antritt, hat er im Zuge der Eroberung Trojas die Idee, ein Pferd bauen zu lassen. Darin versteckt er sich mit seinen Männern und gelangt im Inneren des vermeintlichen Geschenks hinter die gesicherten Stadtmauern.

Nolan wollte die Szene unbedingt im Film haben, auch weil er schon vor über 20 Jahren kurz davor war, sie zu drehen. Allerdings nicht in einem Film mit dem Titel The Odyssey.

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Trailer zur Adaption des griechischen Epos „The Odyssey“ von Christopher Nolan

Eine mühsame Aufgabe

Warum war das Pferd so wichtig? Dazu muss man wissen, dass Nolan schon Anfang der 2000er in Berührung mit der mythologischen Vorlage kam. Er war nämlich ein heißer Kandidat für den Regieposten beim Film Troja.

Gegenüber Independent erklärte er, dass ihn die zentrale Szene mit dem Trojanischen Pferd stark beschäftigte. Kein Wunder, immerhin stellt sie den Wendepunkt in der Geschichte dar und führt zum Sieg über Troja:

Ich habe viel über das Trojanische Pferd nachgedacht und darüber, wie ich es darstellen und glaubwürdig machen könnte. Seit 20 Jahren habe ich das Bild dieses Pferdes, das im Sand versinkt, im Kopf.

Aus Nolans Troja wurde leider nichts. Stattdessen inszenierte der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen den Stoff. Er hatte den Film bereits von Anfang an konzeptionell betreut, hätte aber eigentlich einen Streifen namens Batman vs. Superman drehen sollen. Als dieser vom Studio Warner Bros. abgesägt wurde, kehrte er doch zurück zu Troja.

Pech für Nolan, der sich anderen Projekten zuwenden musste. Gut für uns, denn wir erhielten dadurch den ersten Teil der Batman-Trilogie. Dennoch blieb das Trojanische Pferd immer im Kopf des Regisseurs, bis er nun endlich seine Version ins Kino bringen konnte. Zwar unter einem anderen Titel, aber immerhin.

Das Ergebnis ist typisch Nolan – Achtung, leichter Spoiler: Anders als etwa in der Verfilmung von Petersen steht das Pferd nicht praktischerweise direkt aufgerichtet vor den Toren der Stadt. Nein, bei Nolan steckte das Pferd zu einem Teil im Sand fest, besitzt keine Rollen oder dergleichen und ist ziemlich massiv gebaut. Die Trojaner haben große Mühe, es den Weg bis in die Stadt zu schleifen.

Und da der Regisseur bekannt dafür ist, möglichst auf visuelle Effekte zu verzichten, ließ er ein rund 10 Meter hohes und knapp 4 Tonnen schweres Pferd bauen (via Variety). Viel Spaß, das Teil zu bewegen.

So erfüllte sich Nolans Traum am Ende doch und er konnte seine Version des Pferds auf die Leinwand bannen. Das Ergebnis ist eindrucksvoll und passt gut zur Hingabe des Regisseurs. Ein Easter-Egg im Film hat bereits für Begeisterung gesorgt: In Christopher Nolans The Odyssey gibt es eine Anspielung auf das Lieblingsmusical der GenZ

Kommentare

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2 Kommentare
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esmeraldv

…und diese Szene wirkt tatsächlich so intensiv nach, was einfach erschreckend ist. Das ist so gut umgesetzt – das kann man gar nicht mit Worten beschreiben, wie Nolan die Umstände um (und in) dem Pferd beschrieben hat.

Niko Hernes

Das war so gut inszeniert. Was man da mit der Idee des Trojanischen Pferds macht ist echt unfassbar. Obwohl ich hohe Erwartungen hatte, konnte der Film diese trotzdem übertrumpfen

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