Eines der größten E-Sports-Turniere der Welt wird wohl verlegt, weil Schweden sagt: Das ist kein Sport

Ursprünglich sollte das riesige Dota-2-Turnier “The International” dieses Jahr in Schweden stattfinden. Doch eine Durchführung in der aktuellen Situation ist wohl unmöglich – weil die Klassifizierung als “Sport” fehlt.

Was war der eigentliche Plan? Eigentlich sollte “The International 10” (TI10) bereits im Jahr 2020 stattfinden, wurde aufgrund der Pandemie aber verschoben. Im Mai 2021 kam dann die Ankündigung: Das riesige Event sollte im August 2021 über die Bühne gehen – in Stockholm (via Dota 2).

“The International” ist als eines der größten E-Sports-Turniere überhaupt bekannt, das regelmäßig Rekorde in Sachen Preisgeld bricht. So wurden etwa 33.330.068 Dollar für die Ausgabe im Jahr 2019 gesammelt – damals Rekord. Bei TI10 wiederum soll nach Angaben von Valve sogar um ein Gesamtpreisgeld von 40.018.195 Dollar gespielt werden.

Doch wann genau und wo das nun passieren wird, ist wieder offen. Dann wie Valve nun bekannt gab, wird Schweden wohl nicht der Austragungsort für TI10 werden.

“Unser Antrag wurde sofort abgelehnt”

Das ist das Problem: In einer Bekanntgabe erklärte das Team hinter Dota 2, dass man bereits seit 2019 mit den offiziellen Stellen in Schweden zusammenarbeitete, und insbesondere nach der Verschiebung alles getan habe, um ein sichereres und erfolgreiches Event auf die Beine zu stellen. Nach Angaben von Valve hätte man zugesichert bekommen, dass die gleichen Regelungen gelten würden, wie für andere Sport-Events.

Nun allerdings habe sich der schwedische Sportverband dazu entschieden, E-Sports nicht in den Sportverband aufzunehmen.

In der Konsequenz sollte das Team Kontakt zum Innenminister Schwedens aufnehmen, um TI10 als Elite-Sport-Veranstaltung anerkennen zu lassen. Dies sei die letzte verbleibende Option – doch sie war nicht von Erfolg gekrönt: “Unser Antrag wurde sofort abgelehnt”, schreibt man bei Valve.

Ohne diese Anerkennung sei es Spielern, Talenten und Mitarbeitern nicht möglich, für TI10 anzureisen. Man würde schlicht kein Visum bekommen, um am Turnier teilnehmen zu können.

“Wir haben uns am 9. Juni direkt an die schwedische Regierung gewandt, die uns jedoch nicht weiterhelfen konnte. Am 14. Juni baten wir die schwedische Regierung um eine erneute Prüfung, aber sie war bis jetzt nicht in der Lage, eine Lösung anzubieten.”

via Dota 2

Aufgrund dieser Lage habe man sich nun entschieden, nach Alternativen in Europa zu schauen, wo TI10 stattfinden könnte, sollte eine Durchführung in Schweden wie nach aktuellem Stand nicht möglich sein. Wo das TI10 letztlich stattfindet, bleibt wohl erstmal abzuwarten.

In Dota 2 finden sich einige der größten Organisationen im E-Sport überhaupt. Welches dies sind, erfahrt ihr hier: Die 10 größten E-Sport-Teams der westlichen Welt.

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Qrne

Warum einem Begriff zuordnen, zu dem er einfach nicht gehört? Gib dem doch seinen eigenen Namen und lass sie in allen relevanten Notwendigkeiten (Steuer, Orga, Reisen….) kategorisieren. Aber einen Profi-ESportler mit einem Profisportler gleichzustellen ist einfach nur eine Frechheit. Ich denke die meisten unterschätzen, was es heißt Profisport zu betreiben und an welche körperlichen Grenzen es dich bringt, mal abgesehen von diversen sozialen und gesellschaftlichen Einschränkungen. Das ist weitaus mehr lebensbestimmend (im Alltag und auch den Rest des Lebens nach der Karriere) wie der Esport. Und ich denke dabei jetzt nicht an den Profifußball….
Schach, Dart oder Billard als Vergleich ran zu ziehen ist auch Schwachsinn, da es hier schon eine tolerierte Grauzone betrifft. Sind aber in meinen Augen eigentlich auch keine Sportarten, sollten genauso in eine neue Zuordnungen zusammengeführt werden.
Dann kannst du bspw. dem Autoschrauber genauso die Sportzusagen geben. Das kann man für sich 2h Daheim als Hobby machen oder als Profi in der Formel 1. Wäre dann in meinen Augen sogar näher am Sportbegriff als Esport. Kommt da einer auf die Idee?

RealTaku

Sollen die das in Köln machen, so als 10-jähriges Jubiläum. In Köln hat es angefangen, dann kann man die 10 Jahre auch hier vollmachen.

Threepwood

Diese Grundsatzdiskussionen hätte die Szene mal ganz einfach umgehen können, indem sie nicht den Begriff “Sport” für sich beansprucht hätte.
Das wird auch in 30 Jahren noch für Diskussionen sorgen. Jaaaa Schach usw. wird auch anerkannt (war damals übrigens auch nicht leicht), warum auch immer und vor allem nicht zwangsweise von den gleichen Leuten, die Zocken als kommerziellen Sport ablehnen.

Die Schach Szene macht im Gegensatz einfach keine große Welle, vermarktet sich selbst besonnener und macht nicht mit Problemen auf sich aufmerksam, die ethisch, sozial und stellenweise rechtlich immer wieder ein fragwürdiges Bild aufs Zocken werfen.

qroxta

Es geht um mehr als nur “Anerkennung”. Da sind Themen wie Sport-Visum, Werbeverträge, Ausstrahlungsrechte usw. mit verbunden.
Schon allein das Sport-Visum damit die e-Sport-Athleten einreisen können sollte ein Faktor sein, weshalb man die Sport-Klassifizierung als Außenstehender unterstützen sollte.

Ookami

Du solltest dich mal näher mit Schach beschäftigen!
An Skandalen stehen die keiner anderen Sportart nach!

Threepwood

Skandale findet man überall, wo Menschen zu finden sind, das ist nicht der Punkt. Im Gaming hast du Berichte, Skandale und Thematiken (sozialer Natur, Suchtverhalten, Jugendschutz etc.) auf ganz anderen Ebenen, die präsenter sind, als die Schach Szene. Präsenter vom Elternhaus bis zu Medien – wie qualifiziert das auch (nicht) sein mag, es ist Thema.

Ich unterstütze eSport bewusst nicht, wie ich auch andere, körperliche, Sportarten nicht auf dem Level unterstütze. Aus diversen Gründen, primär aber aus sozialpolitischen und absurdem Kapitalismus in Reinform. Und Kids, die um die Welt reisen, um sich vor Ort an einen PC zu setzen und sich dann digital zu klopfen könnte beknackter auch nicht mehr sein.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Threepwood
NeinFalsch

ich denke, der e-sport ist mittlerweile in einer position solche länder einfach komplett für zukünftige veranstaltungen zu streichen. ich mein, wenn dann die ersten fussballstadien voll sind – wie es ja in asien aber auch europa schon der fall ist (bzw. war) – werden sich die verantwortlichen ärgern weil… das ganze bringt ja auch geld ein. nicht nur für die veranstalter sondern auch für die stadt/region.

e-sport musste jetzt jahrzehnte um anerkennung kämpfen. in manchen ländern hat das geklappt, in manchen nicht. man sollte sich jetzt auf die supporter-länder konzentrieren und die, die e-sport auch 2021 noch nicht als sport anerkennen konsequent vom e-sport und sämtlichen veranstaltungen ausschließen.

Noru

Geb ich dir vollkommen Recht. Sollen sie sich auf die Länder konzentrieren die es aktzeptieren.

Zavarius

Wer hat das entschieden? Die Oldtimer, die in “Dame” oder “Schach” ‘n Sport sehen? Bekommt halt ein anderes Land die Aufmerksamkeit und das Geld.

Cheesecake-Gangster

Jede Tante die auf Twitch Just Dance “spielt” macht mehr Sport als ein eSportler 😀

Scaver

Merkt man wie viel Ahnung Du hast. Nur weil nicht die Muskeln in den Beinen und Armen, sondern das Hirn benötigt wird?
Schach, Dame und Poker gelten auch als Sport. KEIN Experte würde das je anzweifeln!

Compadre

Sehr wohl gibt es auch beim “Denksport” schon immer Kritiker, die diese Aktivitäten nicht als “Sport” betrachten. Wäre dem so, dass es “KEIN Experte” anzweifeln würde, wäre Schach ja vielleicht bei der Olympiade und nicht bei den “Weltdenksportspielen” (oder wie die heißen).

Für mich persönlich gehört beides nicht in den “Sport”. Prinzipiell ist es mir aber relativ egal. Der eSport muss halt dahingehend versuchen seine eigenen Strukturen und Regularien schaffen und versuchen auf eigenen Beinen zu stehen. Ist doch dann völlig egal, ob das dann jemand als “Sport” bezeichnet oder nicht, eben so wie es nun aktuell beim Schach ist.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Compadre
User

Bin Gamer der ersten Stunde und auch ein Fan von E-“Sport” aber kann es gut nachvollziehen warum es Kritiker gibt wenn von 10 “Sportler” die gegeneinander antreten 7 Übergewichtig und leichenblass sind.

Mithrandir

Und das böswillige “fettes Kellerkind”-Klischee trifft auf…genau wieviele Profi-E-Sportler zu?

Ganz davon abgesehen wie böswillig das Klischee auch ansonsten ist 😉

Cheesecake-Gangster

Schau dir mal eSportler an, fast alle würde man im Club als “Lappen” oder “Lauch” bezeichnen.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Cheesecake-Gangster
Compadre

Glaube du wolltest eher auf einen anderen Kommentar antworten? 😉

Würde es zwar nicht so drastisch formulieren, aber ja, für mich ist weder Schach noch Gaming zwingend “richtiger” Sport.

Cheesecake-Gangster

Und wie ich Ahnung habe, an ner Konsole oder am PC zu daddeln IST – KEIN – SPORT! Ende aus Feierabend da gibt’s keinen Raum für ne Diskussion, keine andere Meinung.
Hast du mal kompetitives Schach oder Poker gesehen?
Die sitzen da für etliche Stunden, beim Poker kann es beim Heads-Up ewig dauern bis was passiert, 2017 gabs im Finale ein Spiel was satte 11 Stunden gedauert hat, 11 Stunden voller heftigem Stress, die würden einen eSportler nur auslachen.

Ein Schach Großmeister verliert in einem Tournier gerne mal 3-5kg weil (je nach nach Regeln) es sehr sehr lange dauern kann so ein Spiel zu beenden, in der Zeit wo das längste Spiel Schach abgehalten wurde, schafft man im eSport 5 ganze Events.

Willst wissen warum es in Korea so groß ist? Weil sie keine echten Athleten haben und in jedem richtigen Sport hoffnungslos auf die Fresse bekommen haben, das ist die Wahrheit.

Basti

Ich stimme dir zu bei der Aussage, dass esport kein Sport ist. Aber zu sagen, dass Poker ein Sport ist ist genau so falsch meiner Meinung nach. Was dis Strategie angeht ist Dota meiner Meinung nach der Titel mit dem stärksten Tiefgang von allen esports und von allen klassischen sportarten sowieso.
Und was das mit dem längsten Schachspiel ist natürlich übertrieben, aber die Analogie passt halt gar nicht.
In das längste Schachspiel (20 h) würden vielleicht 2 Spieltage des International passen…
Das längste professionelle Dota spiel ging 200 Minuten. Auch sehr stressig und natürlich muss man (reflexmäßig) in der Zeit viel mehr aktiv sein als in Poker oder Schach

McPhil

Ich geh dann mal weiter Figuren auf einem Brett bewegen.

Sagittarii

Tjoa, auch wenn E-Sport das Wort Sport enthält, ist es für mich vieles, aber sicher kein Sport.

keksmitecken

Schach beispielsweise aber schon? 🤔

Ookami

Naja, hätten sie wie andere “RICHTIGE” Sportarten die Entscheider zu Sexfeiern eingeladen oder bestochen, dann hätte man sie sicher anerkannt.

Oder doch lieber noch ein paar richtige Nazi Fangruppen, die sich pöbelnd und beleidigend den Gegner über verhalten?

Oder nach dem Spiel noch zur 3. Halbzeit treffen und sich kräftig aufs Maul hauen?

Oder ebenfalls zur Auswahl:
Steuerhinterziehung, Mafia Verbindungen, Wettbetrug, Sexueller Missbrauch, Drogen Missbrauch, dem Kontrahenten die Kniescheiben zertrümmern und vieles mehr.

Aber Spiele, wo man körperlich und geistig fit sein muss, wo man den Gegner taktisch ausspielen muss, ja das ist dann kein Sport. Und ja, auch im ESport gibt es schon einige von den oben genannten Probleme.

Aber jede Begründung, die man gg ESport als “echten” Sport zu Felde führen könnte, würde auch auch viele andere “echte” Sportarten zutreffen.

Im Endeffekt haben die etablierten “echte” Sportverbände nur Angst, das sie dann weniger öffentlich Gelder, Sponsoren oder Zuschauer bekommen.

MMn soll sich Valve einfach einen neuen Austragungsort suchen und Schweden dafür auf Dauer den Mittelfinger zeigen!

Genauso kann sollten sich auch alle ESportverbände einen Dreck um die Anerkennung als “echten” Sport scheren. Die sollten ihr eigenes Ding machen. Ich denke schon, das auch ohne Anerkennung, die ESportverbände eine wirtschaftliche Zukunft haben. Und wenn dann die “echten” Sportverbände angekrochen kommen, sollte man als ESportler einfach drauf spucken…

C

Naja..
also Wettbetrug gibt es im Esport auch..
Die „Fans“ oder Gruppierungen im Esport können oder sind genauso ekelhaft wie bei anderen Sportarten (ich meine damit natürlich nicht alle, aber zu viele). Beleidigung gegen Frauen, rassistische Äußerungen und andere wiederwärtige Arten von verhalten. Sehr toxisch, wie man es ja so oft nennt.
Berichte über Missbrauch gibt es auch genug..
Mund sobald es um richtig viel Geld geht und Dinge, auf die man Wetten kann.. kann man sich sicher sein, dass es auch Kriminelle Gruppen gibt, die da irgendwie mitmischen.

Mir persönlich ist es ja Schnuppe, um sie das Zeug ESport oder wie auch immer nennen darf..
abet die Annahme, dass es in dem Bereich besser oder sauberer und freundlicher abläuft, als in annerkanten (lukrativen) Sportarten.. ist wohl eher einschwenken.

Ookami

Das es die Probleme auch im “E-Wettkampf” gibt, hatte ich bereits in meinem Text angemerkt!

Scaver

Dann ist Dart auch kein Sport. Oder Billard!
Von Poker, Schach und Co. mal ganz zu schweigen!

User

Deshalb sind die genannten auch nicht Olympisch zb.

Azarashi

Auch, die Olympischen Disziplinen sind aber seit jeher im Wandel. Rugby und Lacrosse (beides unbestritten körperlich anspruchsvolle Sportarten) sind seit Jahrzehnten nicht mehr Olympisch. Ringen wollte man auch streichen.
Es gab dafür schon weitspucken und Sackhüpfen.
Reitsport aber ist bis heute olympisch obwohl die Körperlichen Anforderungen an den Menschen auch eher begrnezt sind.

Das Prädikat “Olympisch” ist daher auch mit Vorsicht zu genießen

erzi222

endlich auch mal eine stimme gegen das e-sports gedöns 😀 !

keksmitecken

Warum “endlich”? Was hast du persönlich davon, dass das nicht genehmigt wurde? Wir sind alle Gamer. Die einen aus Spaß, die anderen Kompetitiv. Verstehe so einen Kommentar absolut nicht.

lIIIllIIlllIIlII

Liegt wohl an der persönlichen definition des Wortes. Und wie es in der Regel im Alltag Verwendung findet.

Wenn ich jemanden frage, was er jetzt vorhat und er sagt: Ich gehe noch ein bisschen Sport machen, dann fällt mir in keiner Dimension dazu ein, dass er meint er setzt sich vor den PC und spielt LoL oder so.

Allerdings auch nicht Dart oder Schach.

Genau so wenig würde ich sagen: Ich mach jetzt noch sport, wir sehen uns morgen! Wenn ich vorhabe zu zocken.

Auch die Unterscheidung zwischen casual und esport hilft mir nicht wirklich weiter. Wenn ein Profi Fußball spielt, dann ist das Sport. Wenn ich Fußball spiele, dann ist das Sport.

Wenn ein Profi LoL spielt, dann könnte dass vielleicht durchgehen. Aber wenn ich zocke, ist das definitiv kein Sport.

Wenn ich e-Sport zu Sport deklariere, fällt es mir schwerer die Nachricht zu transportieren die ich gerne transportieren würde, wenn ich von Sport spreche. Das gilt auch für Dart und Co.

Ich verstehe auch nicht. warum die Gamer-Gemeinde so viel Wert darauf legt als Sport anerkannt zu werden. Ich meine: Sportverbände wie beim Fußball haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Weder Ethisch, Moralisch noch bei Unbestechlichkeit oder 100 anderen Punkten.

Ich weiß nicht, wieso man überhaupt darein will. War Gaming nicht mal eine autarke und sich abgrenzende Szene? Wieso will man dahin? Wieso will man sich keinen eigenen Raum, eigene Label, eigene Begriffe und eigene Anerkennung aufbauen…. nein stattdessen besteht man auf das Label Sport… ich sehe darin wirklich keinen Vorteil.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von lIIIllIIlllIIlII
Ookami

Wenn ich mir die Definition von Sport anschaue, fällt es mir schwer ESport nicht dazu zuzählen. Nur weil es andere “persönlich” jetzt nicht so sehen, kann es immer noch so sein. Sportarten, Werte, Sprache, Berufe, Gemüse, Obst, Tiere und vieles mehr hat sich im Laufe unsere menschlichen Evolution gewandelt. Wieso kann man dann nicht akzeptieren, das eine neue Sportrichtung aufkommt?

Du gehst also Fußball spielen. So einfach mit Freunden Nachmittags ein, zwei Stunden? Oder schon richtig im Verein und mit Liga Betrieb?

Beides ist für mich zumindest “sich sportlich betätigen”, bzw. Sport.
Aber im Verein spielen, unter Wettkampfbedingungen, das wäre für mich zumindest Leistung- / Profisport.

Und wieso kann das ESport dann nicht sein?

Und die Anerkennung als Sport bringt halt viele wichtige Vorteile.
Sei es steuerlich, organisatorisch oder auch alleine die Reisemöglichkeiten.

DDuck

Ich denke es geht den Wenigsten darum, dass Esport wirklich als “Sport” wie Fußball, Schwimmen, Basketball oder whatever angesehen wird. Ich glaube auch nicht wirklich, dass jemand davon spricht “Sport” zu machen, wenn er sich nach der Arbeit an den Rechner setzt und zockt. Viel mehr spielt hier eine Art Gleichstellung eine Rolle:

Es geht um Visa, Förderungen, etc….und eben auch darum solche Veranstaltungen austragen zu können und zu dürfen. Aktuell findet die Fußball-Europameisterschaft statt, 24 Nationalteams fliegen X mal quer durch Europa, 15.000 Menschen können in München der deutschen Nationalelf zuschauen und die Halbfinal- und Finalspiele finden in Wembley mit 60.000 Zuschauern statt. Auf der anderen Seite gibt hier ein Land, welches zwar selbst nicht als Spielort der EM dient, sich aber an dem Turnier beteiligt, Valve einen Laufpass. Eben mit der Aussage, dass es keine Sportveranstaltung sei und man das Event, die Einreise der Spieler, usw. dementsprechend nicht genehmigen könne.

Ich denke wir sind uns allen einig, dass die Esport-Szene (Fans, Profis, Organisationen) nicht auf die Anerkennung des IOC oder sonst irgendeiner Organisation angewiesen ist. Ich glaube niemand würde sich ernsthaft drüber freuen, wenn sich morgen ein alter, weißer Mann aus irgendeinem Verband vor eine Kamera stellt und verkündet, dass dieses “Internetdings”, wo die jungen Leute bei World of Warcraft Aliens abballern, jetzt Sport ist. Diese Anerkennung von Leuten die mich nicht ernst nehmen, mich nicht verstehen und sich auch gar nicht mit mir auseinandersetzen wollen, die brauch ich auch nicht. Es geht viel mehr darum, dass Videospiele und auch Esport mittlerweile ein wichtiges Kulturgut geworden sind…und auch wenn man im Esport, was die Kundenfreundlichkeit bei der Übertragung angeht, dem konventionellen Sport um Längen voraus ist (allein um die Bundesliga und die Champions League zu sehen, brauche ich gefühlt jedes Jahr eine andere Kombination aus 2, 3 oder 4 kostenpflichtigen Abos), gehören da auch Live-Events zu. Das Problem ist, dass Esport im Gegensatz zu anderen kulturellen Aktivitäten wie Sport oder Musik, wenig bis gar keine Förderung erfährt. Dazu kommt, dass der FC Bayern jederzeit seinen kompletten Kader um die ganze Welt fliegen lassen kann um irgendwo in Qatar um irgendeinen Witz-Pokal zu spielen und ein paar Hände zu schütteln, während in diversen Esport-Disziplinen immer wieder Teams nicht zu Turnieren anreisen können oder Turniere gar ausfallen oder verlegt werden müssen, weil die Spieler einfach kein Visum am Austragungsort bekommen.

Thyril

Da haben Sie es ja geschafft, dass selbst die Gamer unter sich sich bekriegen und bezweifeln.

DDuck

Das liegt aber eher daran, dass viele einfach keine Lust haben sich mit dem Thema zu befassen. Es kursiert ja überall der Irrglaube, dass Esport unbedingt Sport sein möchte…Das ist aber nun mal so nicht richtig. Ich habe keine Ahnung woher diese Annahme kommt, aber ich habe noch NIE einen Vertreter der Esport-Szene gesehen, der irgendwo öffentlich gesagt hat, dass mit dem klassischen Sport in Verbindung gebracht werden möchte. Es geht immer nur darum das Ganze entsprechend anzuerkennen und als, immer weiter wachsenden, kulturellen Sektor auch zu fördern.

Die Stimmen von der anderen Seite, die immer wieder betonen und unterstreichen, dass Esport nie einen Platz im “echten” Sport finden wird überwiegen da sehr deutlich…und das ganz ohne, dass irgendjemand danach gefragt hat.

Das Problem ist einfach, dass hier immer sehr viel durcheinandergeworfen wird, weil Esport nun mal (auch aufgrund des “Sport” im Namen) immer wieder am konventionellen Sport gemessen wird. Das Problem ist ja nicht, dass die Szene um Anerkennung der eingestaubten Sportverbände bettelt, sondern dass es für derartige Massenevents vielerorts einfach keine Regelungen gibt. Das ist ja auch hier das Problem: Seitens Valve möchte niemand, dass man DotA 2 als sportliche Disziplin anerkennt. Den Aspekt “Sport” bringt hier (wieder mal) die schwedische Regierung ja in’s Spiel, indem sie sagt “Sorry, euer Event hat zwar einen sportähnlichen Charakter, aber Sport seid ihr dann aber ja doch irgendwie nicht. Wenn ihr ein Fußballturnier veranstalten wollen würdet, wäre das was Anderes, aber so könnt ihr leider nicht bei uns spielen.”…und das ist auch das Hauptproblem. Die Gaming- (und damit auch die Esport-) Szene wachsen immer weiter und weiter, man wird aber kaum irgendwo ernst genommen (vor allem in Europa).

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