The Crew 2 Beta im Test – Das Destiny für Raser?

Hatte der Vorgänger, „The Crew“, noch mit einiger Kritik am Fahrverhalten und der fehlenden MMO-Komponenten zu knabbern, will Ubisoft mit The Crew 2 alles besser machen. Wie spielt sich die Beta des neuen The Crew-Ablegers? Unser Autor Robert hat sich in der Beta von „The Crew 2“ für einen Test mal umgesehen.

Zugegeben, die Reviews und Wertungen des ersten Teils haben mich abgeschreckt. The Crew hatte wenig mit dem „Auto-MMO“ gemein, als das es angepriesen wurde. Das Fahrverhalten war schwammig und wurde noch von nerviger Gummiband-KI getoppt.

Für den zweiten Teil hat Ivory Tower eine mehrtägige Beta-Phase geschalten, die ich mehr oder weniger durchgespielt habe – und die Eindrücke sind durchaus positiv. An der ein oder anderen Stelle kam ich nicht umhin, Destiny als Referenz zu ziehen – aber der Reihe nach.

The Crew 2 Beta im Test – Die Story

Das, was von der Story in der Beta zu sehen war, hat bei mir größtenteils Kopfschütteln ausgelöst. Überladen mit Klischees und dümmlichen Sprüchen habe mich teilweise mehr fremdgeschämt, als bei Stromberg (und das will was heißen).

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Die wenigen Dialoge waren langweilig und schlecht synchronisiert. Dabei will die Geschichte ein potentiell spannendes Thema bearbeiten: Das Spannungsfeld zwischen illegalen Straßenrennen und legal organisierten Verbänden mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Wie schon im Vorgänger wird die Story vermutlich keinen Preis gewinnen, die ist in einem Fun-Racer jedoch sowieso zweitrangig. Primär geht es ums Fahren – und das macht Laune!

The Crew 2 Beta im Test – Die Spielwelt

Wie schon im ersten Teil haben die Entwickler die USA nachgebaut. Fast eine komplette Stunde benötigt man für die freie Fahrt von Los Angeles nach Miami in Florida. Dabei ist die Spielwelt nicht karg oder dünn besiedelt, sondern im Gegenteil sehr lebendig und strotzt nur so vor Städten, Menschen, Tieren und Nebenaufgaben.

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Hier eine Radarfalle, dort eine versteckte Belohnung – schon die Beta bot jede Menge Abwechslung. Auch optisch ist The Crew 2 eine Augenweide. Die Wasser-Effekte in den Power Boat-Rennen zählen zu den realistischsten, die ich je in einem PlayStation 4-Spiel gesehen habe.

Je nachdem, wie weit man sich mit dem Boot von der Küste entfernt, ändert sich die Struktur und Beschaffenheit des Wassers. Der Wellengang wird stärker, das Wasser unruhiger. Einzelne Wassertropfen bleiben auf dem Schiff gut sichtbar.

The Crew 2 Beta im Test – die Vehikel

Das Spiel bietet alles, was das Raser-Herz begehrt: Von normalen Wagen für Straßenrennen über Sportwagen bis hin zu Booten und Flugzeugen habt Ihr eine große Bandbreite verfügbarer Fortbewegungsmittel. Für jedes Gefährt gibt es eigene Events und Rennen, die in der Beta jedoch noch nicht freigeschaltet waren.

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The Crew 2

Zumindest konnte man in der Beta jedes angebotene Fahrzeug kaufen und ausprobieren, wenn auch nicht im Rahmen offizieller Rennen. Sogar Formel 1-Wagen (Red Bull und Mercedes) zählten zu den steuerbaren Fahrzeugen.

Auch wenn der Katalog viele Hersteller wie Lamborghini, Ferrari, BMW, Harley Davidson etc. abdeckt – aufgrund der vielen verschiedenen Fahrzeugklassen, wird sich erst noch zeigen müssen, ob die verfügbaren fahrbaren Untersätze auch langfristig spannend bleiben.

The Crew 2 Beta im Test – Das Fahrzeug-Handling

Schon nach der ersten Kurve in meinem Audi TT weiß ich, ich spiele ein Arcade-Rennspiel. Das Fahrverhalten des ersten Teils wurde mitunter für seine Schwammigkeit kritisiert, ein Kritikpunkt, den ich auch für den zweiten Teil so bestätigen kann.

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Speziell die größeren Rallye-Autos reagierten schwammig und unnatürlich. Bei meinen Probefahrten mit dem RB13, dem Formel 1-Wagen von Red Bull habe ich mich hingegen gewundert, dass das Fahrzeug wie ein Staubsauger auf der Strecke lag.

Trotz der Steuerung machen die Rennen sehr viel Spaß. Viele Schleichwege und Abkürzungen laden zum Ausprobieren ein. Man darf allerdings nicht zimperlich sein – die schnellste Route führt häufig über Fußgängerwege, durch Ampeln oder Müllcontainer. So gut wie alles lässt sich zerstören.

Eine nervige Gummiband-KI konnte ich ebenfalls nicht feststellen. Rennen wurden teilweise mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung gewonnen. Ihr wollt euch einmal selbst ein Bild machen? Folgendes Rennen habe ich aufgezeichnet – passenderweise hat es in Las Vegas geschneit:

The Crew 2 Beta im Test – die Verbesserung der Fahrzeuge

Mit jedem gewonnenen Story-Rennen (-Level) werden euch Teile vor die Füße geworfen, mit denen Ihr euer Fahrzeug (Hüter) verbessern könnt. Diese Teile haben die mittlerweile aus MMOs bekannten Qualitätsstufen grau, grün, blau und lila angenommen.

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Euer gesamtes Powerlevel wird über eine Leistungsstufe angegeben, die der Gesamtheit eurer Ausrüstung entspricht:

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Ausrüstung blauer und violetter Qualität bieten übrigens noch verschiedene Perks wie schnellere Nitro-Aufladung oder verbesserte Verteidigungswerte. Ich hatte während der Beta Schwierigkeiten, das letzte Teil auf den Maximalwert von 280 zu bringen. Vielleicht hätte ich dafür in die gläserne Kammer gehen müssen.

Natürlich ist diese Art der Progression vor allem aus MMOs bekannt – in einem Rennspiel habe ich so etwas allerdings noch nicht gesehen. Wenn Ivory Tower hier noch mehr verschiedene Perks und Teile ins Spiel bringt, könnte dies durchaus die Sammelspirale erzeugen, die auch Destiny ausgezeichnet hat.

The Crew 2 Beta im Test – Online-Modi

Wurde der Vorgänger noch als Auto-MMO beworben (ein Ruf, dem das Spiel nie gerecht wurde) soll mit dem zweiten Teil alles besser werden. Nun, zumindest die Beta lieferte jedoch nicht mehr Gründe, The Crew 2 als Auto-MMO zu bezeichnen.

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Wir konnten die Story-Rennen zwar in der Crew spielen, einen wirklichen Unterschied machte dies jedoch nicht. Gegeneinander antreten konnten wir noch nicht, dies wird hoffentlich im Hauptspiel möglich sein. Überhaupt wird es spannend sein zu sehen, wie der Entwickler die Online-Komponente im Hauptspiel heraus stellt – und was letztendlich alles möglich sein wird.

Denkbar wären zum Beispiel Langstreckenrennen, an denen alle Crew-Mitglieder teilnehmen können oder Teamwettbewerbe in anderen Disziplinen. Auch regelmäßige Events, wie sie auch in Gran Turismo abgehalten werden, können die Langzeitmotivation erhöhen.

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The Crew 2 Beta im Test – Fazit / Zusammenfassung

Eine riesige, offene Spielwelt vollgestopft mit Missionen, Belohnungen und Sidequests – The Crew 2 verspricht zumindest vom Umfang her ein dickes Brett zu werden. Daneben sieht die Spielwelt fantastisch aus – speziell die Wasser-Effekte sorgen für offene Münder.

Auch die Tag-Nacht-Wechsel sind stimmungsvoll inszeniert. Der Wechsel ist nicht abrupt, wie in vielen Spielen, sondern einzelne Abstufungen des Tageslichts sind sehr gut erkennbar.

Ob die Online-Komponente hält, was der Hersteller verspricht, wird sich bei Release zeigen. In der Beta war davon relativ wenig zu sehen.

The Crew 2 erscheint am 29. Juni 2018 für PC, PlayStation 4 sowie Xbox One.

Habt Ihr die Beta angespielt? Wie hat sie euch gefallen?

 

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