Sind Spiele nur noch digital erhältlich, trifft das vor allem den Gebrauchtmarkt. Für viele Spieler bedeutet das einen finanziellen Verlust. Denn früher konnte man an- oder durchgespielte Spiele einfach weiterverkaufen und mit dem Geld neue Titel kaufen. Viele werden sich jetzt dreimal überlegen, ob sie einen potentiellen Flop digital kaufen werden, ohne ihn zurückgeben zu können.
Sony hat sich bewusst dazu entschieden, die physische Disc für die PlayStation abzuschaffen. Eine Entscheidung, die nicht ohne Folgen bleibt.
Experten und Berater warnen, dass das auch langfristige Folgen für den Markt haben könnte: Spieler können nicht mehr mit gebrauchten Spielen handeln/tauschen und sich dafür andere, neue Spiele holen. Vor allem für Gamer könnte das langfristig ein Milliardenverlust bedeuten. Denn hinter gebrauchten Spielen steckt ein riesiges Geschäft.
Gebrauchte Spiele sind ein riesiger Markt, vor allem in einer Zeit mit steigenden Preisen
Das Beratungs- und Marktforschungsunternehmen “DataIntelo” schreibt in einem Bericht, dass der weltweite Markt für gebrauchte Videospiele im Jahr 2025 auf 7,2 Milliarden US-Dollar geschätzt werde. Dazu zählen nicht nur PlayStation-Spiele, sondern auch andere Spiele-Konsolen.
Insbesondere in einer Zeit, in der Videospiele immer teurer werden und mittlerweile 80 Euro kosten und die allgemeinen Kosten immer weiter steigen, wird der Gebrauchtmarkt für viele preisbewusste Kunden immer wichtiger. Vor allem junge Menschen gehen hier deutlich preisbewusster um.
Abschaffung der Disc ist ein Risiko: Michael Pachter, Geschäftsführer für strategische Planung bei Wedbush Securities, erklärte gegenüber CNBC, dass Sony durch diesen Schritt zwar etwas Geld sparen werde, weil die Margen online höher seien als im stationären Handel, Spieler aber dennoch vermutlich nicht mehr Spiele kaufen würden. Denn gebrauchte Spiele würden auch immer als eine Art Zahlungsmittel angesehen:
Realistisch betrachtet wurden in der Vergangenheit mindestens ein Drittel aller Spiele gebraucht verkauft, und die gebrauchten Spiele dienten den Spielern, die sie eintauschten, auch als Zahlungsmittel, um neue Spiele zu finanzieren. Der stationäre Spielehandel ist dem Untergang geweiht.
Der Vorteil von gebrauchten Titeln ist obendrein, dass man ein Spiel, welches einem nicht gefalle, auch weiterverkaufen könne, um sich mit dem Geld dann ein besseres Spiel zu kaufen. In Zukunft dürften sich viele Spieler daher genau überlegen, ob sie einen Flop digital kaufen, den sie nicht mehr weiterverkaufen können, um zumindest den finanziellen Verlust in Grenzen zu halten.
Die Abschaffung der Disc für die PlayStation beendet genau diese Option, denn ein Gebrauchtmarkt ist mit digitalen Titeln nicht mehr möglich. Denn einen Code könnt ihr nicht mehr weitergeben. Eine gekaufte Disc hingegen schon. Damit geht Gamern ein potentielles Milliardengeschäft verloren.
Sony hat übrigens strenge Richtlinien für seine Mitarbeiter erlassen. Dafür hat man sich wohl bewusst entschieden, nachdem klar wurde, dass das Ende der Disc für einen Shitstorm sorgen könnte. Feststeht, dass sich von offizieller Seite niemand zum Ende der Disc geäußert hat. Das strikte Verbot von Sony scheint daher wohl Wirkung zu zeigen: Sony hat nach der Entscheidung, auf Discs zu verzichten, wohl ein striktes Verbot für die Mitarbeiter erlassen
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Kommentare
Das ist alles richtig und für mich auch einer der wichtigsten Gründe, weshalb ich das Disc-Aus so schwierig finde. Ich werde definitiv mehrfach überlegen, ein neues Spiel zum Vollpreis zu kaufen, wenn ich das (finanzielle) Risiko vollständig tragen muss.