Jeder Gamer hat bestimmte Spiele, die ihn zu dem Gaming-Nerd verwandelt haben, der er heute ist. Deswegen ist es auch nicht ungewöhnlich, diese Titel dutzende Male durchgespielt und immer wieder erlebt zu haben. Unser Tech-Autor Jan Hartmayer verrät nun aber eine Methode, wie er seinen Lieblingsspielen wieder neues Leben eingehaucht hat.
Als absoluter Obernerd und Hardwaresammler zocke ich meine Favoritengames immer und immer wieder aufs Neue. Dabei dachte ich anfangs: „Diese Spiele sind so gut, die werden niemals langweilig.“ Aber nach Tausenden von Spielstunden war es soweit. Ich war fertig mit ihnen. Zumindest dachte ich das.
Solange, bis ich auch auf sogenannte Challenge-Runs gestoßen bin. Dabei werden für einen Spieldurchlauf zusätzliche Regeln festgelegt, die strikt eingehalten werden müssen. Die bekanntesten davon sind No-Hit, Deathless und Speedruns.
Dadurch wird ein Spiel meistens viel schwieriger. Erst war ich skeptisch, ob das für mich etwas ist, und dachte: „Das machen doch nur Verrückte.“ Was soll ich sagen, kurze Zeit später war ich einer von ihnen.
No Pain, no Gain
Das Schöne an solchen Runs ist, sie sind extrem flexibel und die Rahmenbedingungen legt ihr selbst fest. Wollt ihr etwas mehr Action und Zeitdruck, dann versucht euch an einem Speedrun. Soll es dagegen eine Geduldsprobe in Ausdauer und Ausführung sein? Dann probiert doch mal einen Deathless-Run. Denn sobald ihr sterbt, geht es wieder ganz von vorne los. Ihr bestimmt die Regeln und es gibt kein richtig oder falsch. Es geht nur darum, Spaß zu haben, oder in meinem Fall sich selbst zu (über)fordern.
Es ist auch nicht wichtig, ob ihr einen Durchlauf per Video aufnehmt oder mit Savegames oder sonstigen Hilfsmitteln arbeitet. Ich persönlich nutze zum Beispiel nicht mal ein Overlay, um meine Zeiten zu stoppen, sondern lasse eine simple Stoppuhr am Handy oder PC mitlaufen.
Die Community ist in vielen Bereichen sehr aktiv und es gibt viele Seiten wie zum Beispiel Speedrun.com und Challengerun.net, die sich täglich mit dem Thema befassen. Wer nicht selbst zocken will, sondern lieber anderen dabei zuschaut, dem kann ich die Games-Done-Quick-Marathons empfehlen.
Aber ich habe bereits früh gemerkt, dass man für viele beliebte Challenge-Run-Kategorien ein hohes Maß an Frustresistenz mitbringen sollte. Denn in einem Spieldurchgang, der 10 bis 20 Stunden dauert, kurz vor dem Ende zu sterben, nur um dann von vorne anfangen zu müssen, nervt tierisch.

Es lohnt sich!
Mittlerweile zocke ich meine Lieblingsspiele wieder regelmäßig und freue mich darauf, die nächsten Tausend Spielstunden in sie zu investieren. Denn durch die Zusatzregeln werde ich permanent gezwungen, neue Strategien, Spielweisen und Methoden zu erforschen, um ans Ziel zu kommen.
Damit erlebe ich diese Titel auf eine Art und Weise, wie es in einem regulären Durchlauf niemals möglich gewesen wäre. Außerdem liebe ich es mittlerweile, mich an meine spielerischen Grenzen zu bringen, und jeder erfolgreiche Run ist für mich eine neue Errungenschaft. Aber selbst ich würde mich an manchen Mammutaufgaben nicht versuchen: Spieler schafft einen irren Speedrun-Rekord in einem alten MMORPG, braucht dazu nur 711 Stunden
Spielt ihr selber mit Zusatzregeln? Haltet ihr Challenge-Runs für Unfug oder findet ihr sie genauso spannend wie ich? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
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