Nischengame Defiance: Wird mit 2050 alles anders?

Defiance will mit dem Namenszusatz 2050 auf den Konsolen der aktuellen Generation sowie auf dem PC einen zweiten Anlauf starten. Der Online-Shooter kam vor Destiny und The Division, konnte sich jedoch nie gegen die große Konkurrenz durchsetzen. Wir haben uns gefragt, warum das so ist.

Was ist Defiance?

Was ist die Story von Defiance? Die TV-Serie Defiance spielt in einer post-apokalyptischen Zukunft auf einer radikal transformierten Erde. Das Alien-Kollektiv der Votaner, bestehend aus mehreren verschiedenen Rassen, ist im Jahr 2013 auf die Erde gekommen, nachdem ihr Sternensystem in einer Sternkollision zerstört wurde. Die Menschen begegneten ihnen mit Feindseligkeit und Argwohn, was Jahre später in einem katastrophalen globalen Konflikt mündete.

Nach Jahren des Krieges zwischen Menschen und Votanern explodierte auf mysteriöse Weise die Ark-Flotte der Aliens im Orbit, was den “Arkfall” und damit auch die Terraforming-Technologie der Votaner auslöste. Ein Großteil des Planeten wurde zu einem unbewohnbaren Ödland.

Während die Votaner ihre Terraforming-Technologie in einer sorgfältig geplanten Weise nutzen wollten, löste der Arkfall wahllos chaotische und radikale Veränderungen in der Biosphäre und der Geologie der Erde aus. Flora und Fauna und sogar manche Menschen wurden verändert.

Defiance-Gegner

Jahre nach den Konflikten bemühen sich Menschen und Aliens um den Wiederaufbau der Welt. Die Serie spielt in dem unabhängigen Stadtstaat Defiance, der über den Ruinen von St. Louis, Missouri, erbaut wurde. Das Zusammenleben der verschiedenen Alienrassen und Menschen macht einen Hauptteil der Handlung aus.

TV-Serie und Videospiele sollten einander stärken

Was sollte Defiance so besonders machen? Parallel zur TV-Serie ist der gleichnamige MMO-Shooter erschienen. Die Handlungen von Serie und Spiel sollten sich ergänzen und gegenseitig beeinflussen. So begegnen die Spieler bereits am Anfang Nolan und Irisa, den Protagonisten aus der TV-Serie.

In speziellen Missionen und Events wurden die Handlungsstränge von TV-Show und Spiel immer wieder miteinander verwoben. So bekamen die Spieler etwa Quests, deren Ausgang in folgenden Episoden der Serie erwähnt wurden.

Defiance-2050-titel

Warum war die TV-Serie Defiance nie der große Hit? Defiance wurde für den Sender Syfy produziert, der in den USA und auch in Deutschland ein Pay-TV-Kanal ist. Während Syfy die Serie beispielsweise in Deutschland bereits im April 2013 zeigte, wurde Defiance erst ab Oktober 2014 auf Tele 5 im Free-TV ausgestrahlt. Nach nur vier Folgen wurde die Serie wegen schlechter Einschaltquoten jedoch abgesetzt und die Ausstrahlung erst im August 2015 wieder aufgenommen.

Nach 3 Staffeln war es für die TV-Serie aber ohnehin zu Ende und es wurden keine weiteren Teile mehr produziert.

Auch schon vorher funktionierte die Synergie nicht: Das Spiel zur Serie kam zwar weltweit im April  2013 auf den Markt, das Feature des Tie-Ins zu der Serie fiel jedoch in vielen Märkten flach. Dabei wurde das Spiel gerade im Hinblick auf die Verbindung mit der Serie stark beworben.

Pech mit dem Konsolen-Release

Defiance war einfach zu spät dran: Das Videospiel zu Defiance hatte seine Erstveröffentlichung im April 2013. Es erschien für den PC und für Xbox 360 und PlayStation 3, obwohl die Nachfolgekonsolen schon in den Startlöchern standen.

Ewig auf Free2Play gewartet: Zudem war das Spiel bei seinem Erscheinen noch ein Buy-to-Play-Titel. Die Free-to-Play-Umstellung erfolgte für den PC erst im Juni 2014, Xbox 360 und PlayStation 3 folgten Ende 2014. 

Auf ein Neues: Defiance 2050 kommt

Neuauflage startet gleich Free2Play: Diese Bezahl-Hürde wird bei Defiance 2050 gleich umgangen. Die Neuauflage von Defiance wird am 10. Juli 2018 auf dem PC, Xbox One und PlayStation 4 als Free-to-Play-Titel veröffentlicht.

Hintergrund für die Neuauflage ist sicher, dass man bei Trion Worlds glaubt, mit Defiance zu früh drangewesen zu sein. Immerhin startete man nur wenige Monate, bevor Destiny das Genre “Online-Shooter mit MMO-Elementen” an die Spitze brachte.

Es könnte jedoch sein, dass Trion Worlds mit Defiance 2050 auch in 2018 schon wieder zu spät dran ist. So wird bereits über die Nachfolger von Xbox One und PlayStation 4 gemunkelt, auch wenn der Produzent von Defiance 2050, Matt Pettit, noch auf einen längeren Konsolenzyklus hofft.

Defiance 2050 kommt 2018 erst auf PS4, Xbox One – Wieder zu spät?

Schafft es Defiance mit 2050?

Was denken die Spieler über Defiance? Defiance konnte sich über die Jahre eine kleine, aber treue Community aufbauen. Besonders unter den Spielern, die auch die Serie verfolgten, ist der Shooter beliebt.

Trotz der Fanliebe wurde immer wieder das technische Grundgerüst von Defiance kritisiert. Während jedes Spiel hier und da von Bugs und Glitches heimgesucht wird, wurde bei Defiance jedoch zudem die Grafik sowie die Serverstabilität bemängelt.

Keine großen grafischen Veränderungen: Die technischen Gegebenheiten sind auch die Krux bei der Neuauflage Defiance 2050. Es gibt keinen Fallschaden, die KI ist dümmlich und reiht sich brav für den nächsten Headshot auf, während sich die Fahrzeuge sich wie ein nasser Schwamm lenken lassen.

Defiance-Grafik-Vergleich
Wer es nicht erkennen sollte: Das Bild links zeigt Defiance 2050, während auf der rechten Seite das Original aus dem Jahre 2013 zu sehen ist.

Trotz des Versprechens, die grafischen Möglichkeiten einer Xbox One oder PlayStation 4 ausnutzen zu wollen, sehen die Spieler keine großen Veränderungen.

Defiance 2050 ist Defiance einfach zu ähnlich – sieht aus wie aus 2007

Die Umgebung ist kantig, die Texturen mitunter matschig und statt große Sichtweite gibt es einen Nebel, der weite Teile der Landschaft verbirgt. Im Defiance-Subreddit gibt ein Fan an, dass Defiance 2050 zum größten Teil dasselbe Spiel ist, wie das Original, das mit der Serie veröffentlicht wurde. Und obwohl Defiance 2013 veröffentlicht wurde, habe es damals schon wie ein Spiel aus dem Jahr 2007 ausgesehen.

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Dabei hat das Spiel eine solide Grundlage in Form des interessanten Universums. Auch hat Defiance 2050 seine Momente, in denen der Shooter beinahe überzeugen kann.

Die guten Seiten von Defiance 2050

Spielspaß als Nadel im Heuhaufen: Während die Quests eigentlich Einheitsbrei sind, machen die Aufgaben, die man mit zufälligen Mitspielern angeht, gleich mehr Spaß. Nachdem die Quest erfüllt wurde, ploppt ein Fenster mit der  Nachricht auf, welcher Spieler die meisten Punkte sammeln konnte. So bricht bei der nächsten Aufgabe, die man miteinander angeht, gleich ein freundlicher Wettstreit aus.

Daneben gibt es Ingame-Events, die durchaus ihren Charme haben. Bei Überfällen müssen sich die Spieler etwa gegen plötzliche Invasionen behaupten, während Belagerungen ein Horde-Mode sind, bei dem Ziele gegen immer stärkere Gegner verteidigt werden müssen.

Defiance 2050 Arkfall Boss

Einen größeren Stellenwert nehmen die Archenfälle ein, die mit einem roten Symbol in der Spielwelt markiert werden. Während kleine Archenfälle für eine kleinere Gruppe von Spielern geeignet sind, sind große Archenfälle für größere Gruppen vorgesehen. Dort wartet ein enormer Boss, der jedoch kaum mehr als ein riesiger Kugelschwamm ist.

Spannendes Szenario – aber 2. Frühling ist wohl unwahrscheinlich

Micha meint: Defiance hat eine interessante Hintergrundgeschichte, in der unser eigener Planet eine unwirtliche Welt ist, die plötzlich Besucher von einem anderen Planeten beheimatet. Wie sehr dieses Thema ohne die begleitende Serie ziehen wird, ist derzeit noch ungewiss.

Ob Defiance mit 2050 seinen zweiten Frühling schafft, hängt wohl vor allem davon ab, wie viele Spieler der Shooter anziehen kann. Mit den generischen Quests alleine werden die Spieler wohl kaum am Ball bleiben, während sie bei den öffentlichen Events jedoch zwingend auf weitere Mitstreiter angewiesen sind.

Der „neue“ MMO-Shooter Defiance 2050 sieht ziemlich alt aus
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Marvin Stahl

Am Freitag hat der Frühstart (Steam,Xbox One US und Japan PS4) begonnen.Nur der deutsche PS4 Spieler dürfte in die Röhre Schauen,da Anfragen bei Sony gleich Unter den Tisch gekehrt werden ,da habe ich es auch bei Trion versucht mit dem selben Resultat.Ich habe damals die Serie geschaut und Defiance auf der PS4 gespielt.Jetzt am Wochenende hatte ich die Gelegenheit es bei einem Freund auf der Box zu spielen (Defiance 2050) ,das Spiel ist 1 zu 1 Übernommen worden,das einzige wo sich Geändert hat,das ist das man nicht mehr von A nach B geschickt wird beim Questen.Sondern man kann sich die Aufgaben frei wählen,die man beginnen will.Ich sage es frei Raus,das Spiel ist nur was für Neue Spieler,die kein Wert auf Aktzeptable Grafik legen und das Spiel Uberhaupt nicht kennen.Ach ja das mit den Stabilen Servern ,das hat Trion bis Heute nicht Hin bekommen.

NurEinLEser

ich denke mal man sollte 2 punkte hier nicht unterrschätzen :
f2p
Konsolen
klar gibt’s genug konkurenz die zum teil auch schon ebsser aussieht, aber grade neverwinter hat es ja gezeigt das man mit genug neuen kontent und einem halbwegs fairen System, welches auf zeit ODER Geld augelegt ist anstatt nur eines davon, durchaus zu was bringen kann.
science fiction gibt’s genug, mmos im klassischen sinne nicht, und grade Destiny da zu nennen ist ähnlich wie äpfel mit Birnen mit der begündung beide hängen am baum und beide haben einen stiel.

f2p lockt die spieler, weil sie reinschauen könne ohne dafür zu zahlen und es auch länger spielen ohne dafür hinzublättern.
daher ist der schritt schonmal ok.
genug Content für den anfang ist auch da, also wird den leuten nicht sooo schnell langweilig, aber der rest muss sich halt noch zeigen.
wird es weiter ausgebaut? wenn ja wie schnell passierts? inwieweit kommt pay2win ins spiel rein, oder inwiefern wird man indirekt zum kauf von irgendwelchen sachen gezwungen weil das farmen einfach zu lange dauert oder man eine wie auch immer geartete wall einbaut usw.

und das Konzept damals? ja, hätte klappen können, wenn denn mal die welt einheitlich die serie hätte sehen können, und wenn denn so einiges anders gewesen wäre.
aber zu 360/ps3 Zeiten wars eigentlich schon aus dem grunde eine todgeburt weil es halt kein f2p war und weil viele spieler nicht einmal etwas von der ach so hochbeworbenen serie gehört hatten.

Skyzi

Würde es ja gerne testen aber mein Tutorial Quest geht nicht weiter egal was ich versuche..

Beppo

“Warum konnte sich Defiance nie gegen die Konkurrenz in Form von Destiny oder The Division durchsetzen?”
Weil es eher ein klassisches MMO ala WoW ist?!
Das Game hat doch nun wirklich fast gar keine Ähnlichkeit mit The Division und mit Destiny schon gar nicht…

Gerd Schuhmann

Klassisches MMO wie WoW? Das Gefühl hatte ich nie. Ich hab Defiance auch einige Wochen gespielt – und das setzt ja auch stark auf Events und Knotenpunkte (so hab ich es jedenfalls gespielt). Ich denke, das hat schon Ähnlichkeiten dazu, wie man Destiny und Division spielt Im Gameplay ist es halt anders und man merkt dem Spiel extrem sein Alter an.

Beppo

Events und Knotenpunkte so wie auch teils in ESO.
Klar ist die Spielwelt bei einigen Events mit den Open Events bei Destiny “vergleichbar”, jedoch ist der gesamte Quest-Aufbau, die “Entdeckung” der Gebiete, die man nach und nach betritt und man sich dabei in einer komplett offenen Spielwelt befindet, eher mit einem klassischen MMO zu vergleichen. Oder etwa nicht? 😉

Ectheltawar

Eigentlich schade, Trion ist es nicht vergöhnt etwas zu machen das wirklich funktioniert. Letztlich hatte auch ihr Rift immer das Potenzial das besser WoW zu sein, durchgesetzt hat es sich nie. Alles was Trion zuletzt getan hat, wirkt ein wenig nach verzweifelten festhalten an allem, im Notfall indem man bemüht ist, mit einem alten Aufguss nochmal neues Geld zu generieren. Mit ihrem Rift Prime verhält es sich ja nicht groß anders, man quetscht Geld aus altem Zeug. Traurig das die alten Sachen dafür links liegen gelassen werden, weder das Live-Rift noch das aktuelle Defiance bekommen aktuell etwas, das spürbar macht das man an neuen Dingen arbeitet.

Das Konzept der Serie + Spiel klang gut, hatte aber zu keinem Zeitpunkt je das erreicht, was versprochen wurde. Ich fand die Serie stark und hab sie bis zum Ende verfolgt. Auch hab ich das Spiel eine ganze weile Lang gespielt. Leider hatte beides sehr wenig miteinander zu tun. Wer die Serie gesehen hatte, wäre vermutlich unheimlich gerne mal durch die Stadt aus der Serie gestreift, seltsamerweise ist die im Spiel gar nicht vorhanden, sondern das spielt an einer vollkommen andere Stelle der Spielwelt. Eigentlich schade, ich glaube es hätte dem Spiel wie auch der Serie nur gut getan, beides etwas näher beieinander zu produzieren.

2050 wirkt bisher auch nur nach einem Neustart. Verfolgt habe ich das nebenher, suche aber immer noch nach der Info, was genau in 2050 nun anders ist als in dem ersten Defiance. Gibt es da irgendwelche Infos? Bisher wirkt es quasi als wäre lediglich der Name ein anderer.

Dani S

Bei dem publisher läuft schon immer alles auf P2W raus. Als Beispiel nen ich da mal Archeage an sich gutes Spiel aber Vorteil hast eben enorme wenn du gut zahlst ganz ehrlich in meinem Leben hab ich noch kein heftigeres P2W Spiel wie dieses gesehen was viele einfach verschreckt und künftig Spiele dieses Publishers meiden so gehts mir und viele die ich kenne. Ich sage sogar das so ein publisher nix mehr auf dem Markt zu suchen hat und wenn der Publisher das nicht kapiert dann wünsch ich denen nur das sie untergehen und man nie wieder was von denen hört.

Ectheltawar

Bitte, bevor solche Unsinnigen Aussagen kommen, bitte mal im Detail mit Trion beschäftigen. Als sie damals Rift veröffentlicht haben, war Trion ein absolut geniales Unternehmen. Glaube bis heute gibt es kein MMORPG das einen so sauberen Start wie Rift hingelegt hat. Hab auch wenig Studios erlebt die sich so schnell und gut um ihre Kundschaft sowie ihr Produkt gekümmert haben.

Aber egal wie viel und wie gut sie es gemacht haben, der Erfolg blieb ihnen verwehrt. Warum und wieso, darüber kann man sich sicherlich stundenlang streiten, aber das Ergebnis daraus sehen wir heute. Das Trion von heute (und das hat auch Archeage unter sich) hat rein gar nichts mehr mit dem Unternehmen von früher zu tun.

Als Archeage damals für den westlichen Markt angekündigt wurde, war es sogar so, das viele die Nachricht gefreut hat das Trion das übernimmt. Mitunter weil man diese so positiv im Hinterkopf hatte. Was danach kam ist dann ja wieder eine andere Geschichte und da stimme ich Dir dann zu.

Es ist und bleibt aber falsch zu behaupten das Trion schon immer diesen Weg gegangen wäre.

Dumblerohr

Sehr schöner Artikel. Ich dachte mir zuerst, Hui das werd ich mir im Juli auf jeden ansehen, doch dann habe ich die Bilder gesehen. Naja das ist ja für 2018 definitiv nicht up to Date.
Da zock ich lieber weiter Shadowgun auf dem iPhone

Kellerkind79

Yes, aber hoffentlich mit einem MFI Controller… erst dann macht es wirklich Spaß ????

Nookiezilla

Oder direkt auf der Switch :>

Dumblerohr

Wann kommt das für die Switch?

Gast

schäm dich…

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