World of Warcraft will neue Story etablieren, einen frischen „Status Quo“. Langsam aber sicher erkennt man es.
Wer heute mit World of Warcraft anfangen will, der hat ein wirklich schweres Los gezogen. Auch wenn der Gameplay-Einstieg inzwischen ein wenig besser funktioniert, ist vor allem die Story ein heilloses Chaos, durch das Neueinsteiger im Grunde nicht durchblicken können. Klar, über 20 Jahre an Erweiterungen, 3 Strategie-Spiele als Grundlage und zahlreiche Bücher lassen sich eben nicht so schnell nachholen.
Wer die ganze Story begreifen will, muss mehrere Dutzend Stunden in Erklär-Videos stecken oder sich durch mehrere Wikis wühlen.
Ein Segen für alle, die dem Franchise schon seit Jahren treu sind, eine komplette Überforderung für alle, die gerne in Warcraft abtauchen würden.
Aus genau diesem Grund scheinen die Entwickler einen Plan zu verfolgen, ein „frisches“ Azeroth zu etablieren. Eines, in dem die Regeln wieder klar erkennbar sind und man die einzelnen Fraktionen mit wenigen Sätze beschreiben kann.
Viel Wissen, um die Hauptstory begreifen zu können
Denn wer heute verstehen will, was genau einen Blutelfen eigentlich ausmacht, der muss lange in Büchern wälzen. Wer begreifen will, warum die Konflikte zwischen den Hoch- und Blutelfen wichtig sind, muss Questreihen von vor über 13 Jahren spielen. Man muss wissen, was die Säuberung in Dalaran war, woher der Sonnenbrunnen eigentlich stammt und damit auch der Quell der Ewigkeit. Dann muss man wissen, was Kael’thas in Warcraft III getan hat und so weiter …
Der YouTuber Platinum WoW zeigt das in einem seiner jüngsten Videos schön, wie viel Wissen eigentlich notwendig ist, um die aktuellen Ereignisse wirklich zu begreifen:
Aus dem gleichen Grund hat Blizzard damit begonnen, namhafte Charaktere langsam in Rente zu schicken, um einer neuen Generation Platz zu machen. Prominente Beispiele sind hier Tyrande und Malfurion. Die beiden haben sich in Dragonflight im Grunde zurückgezogen und leben nun auf dem Amirdrassil. Die Führung der Nachtelfen wurde an ihre Tochter Shandris übergeben. Dass das nicht nur so dahingesagt ist, wurde schon in Midnight deutlich. Als es darum geht, die Blutelfen im Kampf gegen die Leere zu unterstützen, tauchen weder Tyrande noch Malfurion auf – alles läuft über Shandris.
Das Fundament für 20 weitere Jahre Warcraft
Chris Metzen hatte auf der BlizzCon schon gesagt, dass die Weltenseelen-Saga das Fundament legen soll, um die nächsten 20 Jahre von Warcraft zu sichern. Ein Fundament, das ganz offensichtlich frisch sein soll und eine klare Basislinie für alle bildet, in der die Welt geordnet erscheint.
Das alles bedeutet natürlich nicht, dass die bestehende Geschichte von World of Warcraft gelöscht wird und keinerlei Bedeutung mehr hat. Die Völker und Charaktere sind noch immer genau das, was aus ihnen geworden ist, weil sie eben diese Vergangenheit haben. Doch es wird zunehmend einfacher, jemandem die Welt im aktuellen Zustand mit wenigen Sätzen zu erklären:
- „Das sind die Kirin Tor. Elitäre Magier, die früher in einer fliegenden Stadt lebten und jetzt auf der ganzen Welt verteilt sind.“
- „Das ist Quel’thalas. Hier leben verschiedene Elfen, die geschickt im Umgang mit Magie sind.“
- „Hinter dem Meer lauert ein unbekanntes Imperium der Arathi, die dem Licht fanatisch dienen und uns nicht wohlgesonnen sind.“
Solche Beschreibungen funktionieren und verraten alles, was für den ersten Eindruck wichtig ist. Vor allem aber: Es gibt Blizzard die Möglichkeit, wieder eine „World of Warcraft“ zu erschaffen, in der es nicht mehr um kosmische Bedrohungen geht. Die Weltenseelen-Saga mit Xal’atath, der Leere und den Titanen dürfte ein fulminanter Höhepunkt der Spirale sein, bei der es immer um „größer, stärker, gefährlicher“ ging. Wenn das jetzt ein Ende gefunden hat, erleben wir in der 13. Erweiterung – also nach dem Ende von „The Last Titan“ – vielleicht wieder ein Azeroth, bei dem kleinere Geschichten stärker in den Fokus rücken und die Fraktionen wieder eine größere Rolle spielen.
Wie würde euch so ein Soft-Reset gefallen? Findet ihr es gut, dass Blizzard gerade dabei ist, Azeroth wieder ein bisschen zu ordnen, damit alles leichter verständlich ist?
Cortyn meint: Ich glaube, Blizzard geht hier einen guten und sinnvollen Schritt. Auch wenn das leider heißt, dass wir aktuell ein paar Plots in der Story haben, die ein wenig cheesy oder unausgereift wirken – wie etwa dem Dämmerbrunnen – kann ich darüber hinwegsehen, weil ich glaube, dass es World of Warcraft auf lange Sicht gut tun wird. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Zeit nach der Weltenseelen-Saga. Denn dann hat Azeroth vielleicht wieder Platz, um etwas simplere Geschichten zu erzählen, in denen die Fraktionen an Relevanz gewinnen. Man könnte zu alten Bedrohungen zurückkehren – den Naga, der Dämonen im Nether oder den Konflikten untereinander.
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Ich habe relativ schnell aufgehört die Lore zu verfolgen. Zuviele Drehungen und zu kompliziert um spannend zu sein.
20Jahre tausende Stunden Spielzeit und im Grunde nix verstanden. Fast wie im RL 🤣
Der Einstig ins Retail ist tatsächlich sehr verwirrend. Alleine Chromie mit dem Zeitlinien-Schrott ist absolut mehh. Wer neu ins Spiel einsteigt und kein Ahnung hat, wer oder was Chromie ist, für den ist schon maximale Verwirrung da. Da man schlicht nicht wissen kann, was diese Zeitlinien überhaupt sind und welche Konsequenzen das hat.
Und da haben wir einen Fehlschluss: “Wer neu ins Spiel kommt” hat keine Chromie, sondern der hat, mit dem ersten Char und bis dieser das Maximallevel des letzten Addons erreicht hat, ausschließlich Starterinsel – Dragonflight – TWW, in dieser Reihenfolge, zum Spielen.
Chromie- Zeit ist nur für Bestandskunden, wenn sie in Nostalgie schwelgen wollen oder ihnen der “andere” Weg beim zwölften Mal zu langweilig wird.
“Chris Metzen hatte auf der BlizzCon schon gesagt, dass die Weltenseelen-Saga das Fundament legen soll, um die nächsten 20 Jahre von Warcraft zu sichern.”
World of Warcraft wird jedoch keine weiteren 20 Jahre überleben. Irgendwann kommt der peak an dem sie mit dem Schrott einfach kein Geld mehr verdienen. Auch nicht durch itemshops. Denn die werden in Zukunft auch weiter an Bedeutung verlieren. Du kannst nichts mit einem itemshop finanzieren, wenn die Qualität des Hauptproduktes nicht mehr stimmt.
Und was Rockit unter mir schon angedeutet hat. WoW mit The Last Titan enden zu lassen, wäre ein guter und richtiger Schritt.
Und mit was soll dann Blizzard Geld verdienen? Die haben doch nichts anderes und MS hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden…
Ziemlich sicher verdient Blizzard gerade mit Overwatch eine ziemliche Menge.
hmm. Ich denke eher dass mit Last Titan eventuell sogar WoW als Saga beendet werden könnte um den Weg für ein WoW 2 bspw. frei zu machen. Allerdings ist die Frage, wie man das umsetzen kann ohne die Spieler stark zu verprellen und alle Erfolge/Errungenschaften/mounts wegzunehmen 🤔
Oder der Reboot in Richtung der Fraktionen zielt darauf hin eine neue Zielgruppe/Plattform (aka Konsolen) nach the Last Titan zu erschließen und um den Anfang der neuen Spieler dann zu vereinfachen.
Aber egal wie es wird, bin auf jeden fall gespannt wie es weiter geht.
Ein WoW2 wird es sicher nicht so schnell erscheinen, da könnten nochmal gute 10 Jahre ins Land gehen.
Mit Last Titan wird nur endlich die Story um Xal’atath und die Titanen und deren Weltenseelen “abgeschlossen”.
Dann fragt man sich nur wie es weiter geht mit der Story bzw. welche Teil der Story neu aufgegriffen wird. Werden wir Iridikron mit Last Titan wieder sehen oder erst mit einem neuen Addon, wobei ich denke dass wir ihn mit Last Titan wieder sehen werden, da die Titanen ja sein “Erzfeind” sind, vllt geht auch mit N’Zoth weiter, wer weiß.
Oder rücken die Naga wieder in den Fokus.
Es kann auch sein nachdem die “Leere” besiegt ist und die Titanen und Götter “verschwunden” sind, dass es neue Bedrohung die uns einst gerettet hat bevorsteht und nun zur Gefahr wird.
Damit meine ich die Nazrim und das Licht, wir haben jetzt schon einen Vorgeschmack bekommen, dass nicht alles was glänzt Gold ist.
Die Licht-Fanatiker sind auf dem Vormarsch. 😉
Ich glaube neben all dem was auch immer mit WoW passieren wird, ist ein WoW2 unwahrscheinlich, allein wenn man Bedenkt dass wohl demnächst Classic+ bekannt gegeben wird und dies separat neben WoW laufen wird, glaube daher dass Blizzards Prioritäten daher anders liegen.
Ein WoW2 wird es im klassischen Sinne nie geben. Denn du schreibst es ja selber: Die können den Spielern nicht einfach die Jahre an investierter Spielzeit wegnehmen und da gibt es welche die 50k Stunden haben…
Da bin ich eher bei deiner zweiten Idee dass einfach die bisherige Story abgeschlossen werden soll um Neulingen den Einstieg zu erleichtern.
Aber auch hier fraglich ob das langfristig klappt, denn WoW ist und bleibt schon “uralt” was man auch in Sachen Grafik, Systeme usw. deutlich merkt und nicht mehr wirklich den Ansprüchen der heutigen Jugend entspricht…
Ich sehe das ein bisschen anders. Ja, alle Spieler müssten wieder bei 0 anfangen. Es gibt aber auch genug alte Hasen die sich trotz dessen über ein neues WoW freuen würden. Davon ab hat WoW es mit seinen uralten Systemen schwer neue und junge Spieler zu gewinnen. Auf dauer geht es eben nicht auf nur auf Leute zu setzen die ihrem Rentenalter immer näher kommen. Da spreche ich btw durchaus auch von mir. Klar wird es einige geben die dann wieder weinen. Die gibt es aber auch wenn man sich gegen WoW2 entscheidet.