Cyberpunk 2077 ist ein Spiel voller Menschen, die selten moralisch komplett schwarz oder weiß sind. Auch V ist niemand, der mit moralischer Überlegenheit prahlen sollte. Allerdings gibt es eine Bewohnerin von Night City, der MeinMMO-Redakteurin Caro für eine besonders schlimme Tat niemals verzeihen wird.
Cyberpunk 2077 wirft Spieler und auch mich oft vor verschiedene Dilemmata, die nicht einfach zu lösen sind und oftmals demnach entschieden werden, welcher Weg das geringste Übel birgt. Auch meine V ist keine Heilige und trifft manche Entscheidungen eher nach Gefühl als nach dem korrekten Verhalten einer professionellen Söldnerin.
Deswegen möchte ich möglichst wenig Bewohner von Night City verurteilen … Mit einer Ausnahme: Wakako Okada, die „Lady von Westbrook” und eine der wenigen großen Fixer in Night City.
Es ist kein Wunder, dass der Job eines Fixers nur für die Art Leute geeignet ist, die ihre Empathie wie mit einem Schalter ausschalten können, um lukrativ und möglichst zum Erhalt des eigenen Rufs zu handeln. Doch Wakako ging für mich deutlich zu weit.
Mit einer Aktion sorgte sie nicht nur dafür, dass ich und dementsprechend meine V sämtlichen Respekt vor ihr verloren, sondern auch für eines der schlimmsten und tragischsten Schicksale in Cyberpunk 2077, was mich jedes Mal verdammt wütend und traurig macht.
Kaum jemand leidet in Cyberpunk 2077 so schrecklich wie Evelyn Parker
Wakako spielte vielleicht eine kurze, aber dafür eine ausschlaggebende Rolle in dem schrecklichen Ende von Evelyn Parker. Wen V zunächst als Auftraggeberin für den Heist in Konpeki Plaza kennenlernt, birgt eine deutlich tiefere Motivation und einen tragischen Versuch, dem eigenen Schicksal zu entkommen.
Evelyn ist eine sogenannte „Doll”, eine Sexarbeiterin mit einem Chip, durch den ihr Verhalten an die Wünsche und Sehnsüchte der Kunden angepasst und ihr Gedächtnis nach der Session gelöscht wird. Im übertragenen sowie wortwörtlichen Sinn eine Puppe, ein Spielzeug.
Nachdem der Konpeki-Heist aus dem Tutorial etwas nach hinten losgeht, landet Evelyn wieder bei ihrem Dollhouse-Arbeitgeber im „Clouds”. Dort wird sie durch einen gezielten Virus ihrer eigenen Auftraggeber, die Voodoo Boys, zum Schweigen gebracht, da sie zu viel über ihre Pläne wusste.
Den Angriff überlebte sie gerade so, jedoch wurde ihre Cyberware so sehr beschädigt, dass sie beinahe komatös wurde. Das Darauffolgende machte sie für mich zu einem der tragischsten Charaktere des Spiels.

Wakako trifft eine der herz- und seelenlosesten Entscheidungen, selbst für eine Night-City-Fixerin
Der Verwalter des Clouds entschied sich nach mehreren Reparaturversuchen an Evelyns Cyberware und Vergehen an ihrem Körper, die kaputte Doll an einen besonders schmierigen Ripperdoc namens Fingers zu verkaufen. Ohne erfolgversprechende Maßnahmen, sie wieder zu restaurieren, überließ Evelyns ehemaliger Arbeitgeber dem Ripper ihren Körper als Bezahlung.
Fingers kontaktierte schließlich Wakako, um an einen besonders lukrativen Deal zu gelangen – und Wakako, eine Frau mit weitreichenden Kontakten, lieferte.
Sie sorgte dafür, dass Evelyn an die Scavengers verkauft wurde, eine der übelsten Sorten von Gangs, denen man in Night City absolut gar nicht begegnen will. Diese erkannten das Potenzial eines eingepflanzten Dollchip und nutzten Evelyn für die Produktion von Snuff-Braindances für den Schwarzmarkt, die sie dazu zwang, eine unaussprechliche Situation nach der anderen auszuhalten.
Erst nach der Rettung durch Judy mithilfe von V konnte Evelyn dieser Tortur entkommen, jedoch nur für eine kurze Zeit. Evelyn konnte die Geschehnisse nicht überwinden und nahm sich in Judys Badewanne schließlich das Leben.
Wakako wusste genau, was sie tat
Wakako hatte kein böses Blut mit Evelyn und keinen anderen Grund, sie an die Scavengers zu verkaufen, als pure Gleichgültigkeit. Die Scavs sind dafür bekannt, Körpermodifikationen, Cyberware und Organe auf dem Schwarzmarkt zu handeln, genau wie ihre Produktion von Snuff-Braindances.
Wakakos Sitz liegt zu allem übel noch auf der Jig-Jig-Street, wo Sexarbeit sowie das Dealen von immer extremer werdendem Material zur Tagesordnung gehört.
Sie wusste genau, was sie tat. Und das macht sie nicht nur zu einer der skrupellosesten Fixer, sondern zu einer der herzlosesten und kältesten Personen in ganz Night City, der weder ich noch V jeglichen Respekt zollen werden.
Vielleicht liegt es daran, selbst eine Frau zu sein, oder vielleicht ist es einfach die nah gehende Inszenierung des Spiels. Aber an Evelyns Schicksal werde ich mich bei keinem Spieldurchlauf jemals gewöhnen können und muss nach ihrer Geschichte immer eine Pause einlegen.
Während sich manche Gangs dazu entscheiden, ohne Gewissensbisse manchen Menschen das Leben zur wahren Hölle zu machen, gibt es auch andere Gruppen, die es anders sehen. Gemeint ist eine Gang, die Evelyn Parker in Schutz nahm, anstatt sie als Wahre zu sehen, und das war niemand Geringeres als die kleinste, aber respektabelste Gruppierung in Cyberpunk 2077: Die kleinste Gang aus Cyberpunk 2077 kennt jeder Spieler, aber die wenigsten wissen, was wirklich hinter den Mox steckt
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