The Boys wurde für Amazon Prime Video zu einem riesigen Erfolg, aber der Streaming-Service war nicht der einzige, der eine Superhelden-Serie für Erwachsene haben wollte. Netflix versuchte, den Comic eines legendären Autors zu adaptieren, scheiterte aber bereits mit der 1. Staffel.
Um welche Serie geht es? 2021 veröffentlichte Netflix die erste Staffel von Jupiters Legacy. Die Superhelden-Serie basiert auf einer Comic-Reihe von Mark Millar. Er gilt als eine Legende in der Branche, der etwa für Marvel Civil War und Old Man Logan und für DC Superman: Red Son geschrieben hat.
2013 veröffentlichte er mit Jupiter‘s Legacy eine eigene Comic-Reihe. In der Story geht es um einen Generationskonflikt von Superhelden. Zum einen wird die erste Generation von Superhelden aus den 1930ern gezeigt, mit Fokus auf Sheldon The Utopian
Sampson. Zusammen mit anderen Helden etabliert er eine Heldengruppe und Regeln, die die Menschheit schützen sollen.
Zum anderen wird die Geschichte der nachfolgenden Generation erzählt, die mit neuen Schurken, aber auch mit dem Druck kämpfen muss, den ihre Eltern als scheinbar perfekte Helden auf sie ausüben. Es gibt also Familienkonflikte, wie man sie aus House of the Dragon oder Game of Thrones kennt.
Die Netflix-Serie war eine Alternative zu anderen Superhelden-Serien wie The Boys oder Invincible. Aber nach nur einer Staffel war Schluss, obwohl man wohl große Ambitionen hatte.
Hohes Budget, aber enttäuschende Kritiken
Wie erging es Jupiter’s Legacy? Am 7. Mai 2021 veröffentlichte Netflix die Serie, die bei Kritikern nicht gut ankam. Auf Rotten Tomatoes erreichte sie bei 57 Kritiken nur einen Score von 40 %. Die User waren bei über 1.000 Bewertungen mit insgesamt 72 % etwas gnädiger.
Die Zahlen sahen nicht allzu schlecht aus. Laut The Hollywood Reporter erreichte die Serie in der Woche vom 3. bis 9. Mai ganze 696 Millionen gesehene Minuten. Zum Vergleich: One Piece kam mit Staffel 2 auf knapp 817 Millionen gesehene Minuten in der ersten Woche (Quelle: Netflix).
Nach nur 4 Wochen kam es dann aber trotzdem zur Nachricht, dass die Serie abgesetzt wird. Auch wenn die Zahlen nicht schlecht waren, gab es hinter den Kulissen viele Probleme. Wie The Hollywood Reporter berichtet, stritt sich der ursprüngliche Showrunner der Serie, Steven DeKnight, mit Netflix, weil er 12 Millionen US-Dollar pro Folge gefordert haben soll, während Netflix das Budget auf 9 Millionen US-Dollar reduzierte.
Die veranschlagte Summe wurde während der Produktion aber gesprengt und es kam zu Verzögerungen. DeKnight verließ die Produktion und Sang Kyu Kim übernahm seine Rolle. Die Probleme konnte man so aber nicht einfach lösen und auch 2020 soll man lange in der Postproduktion verbracht haben.
Laut eines unbenannten Insiders, der von The Hollywood Reporter als Quelle angegeben wird, soll die Staffel 130 Millionen US-Dollar gekostet haben – anderen ungenannten Quellen nach sogar 200 Millionen US-Dollar. Demnach könnte es sein, dass die Erwartungen aufgrund der hohen Kosten letztlich einfach zu hoch waren.
Für Mark Millar und Netflix sollte das aber nicht das Ende sein.
Jupiter‘s Legacy sollte nur der Anfang sein
Möchte Netflix noch weitere Projekte von Mark Millar adaptieren? 2017 erwarb Netflix Millarworld. Mark Millar gründete das Unternehmen als Verlag, um eigene Comics zu vertreiben. Darunter sind bekannte Reihen wie Kick-Ass, Kingsman oder eben Jupiter’s Legacy.
Nach Jupiter’s Legacy sollten weitere Projekte basierend auf Millars Werken folgen. So soll eine Serie zu The Magic Order erscheinen, aber seit 2021 gab es keine neuen Informationen dazu (Quelle: about-netflix.com).
Tatsächlich wurden aber 2 weitere Werke von ihm adaptiert. 2023 erschien Der Auserwählte. Die Serie basiert auf der Comic-Reihe American Jesus. Aber auch hier gab es nur eine Staffel.
Super Crooks adaptierte man 2021 indes als Anime. Nach der Absetzung von Jupiter’s Legacy kündigte Millar auf x.com an, dass man noch an einer Live-Action-Version arbeitet. Bisher ist ein solches Projekt aber nicht zustande gekommen.
Wie steht ihr zu Jupiter’s Legacy? Habt ihr die Serie gesehen und hättet euch eine 2. Staffel gewünscht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
Mit den Werken von Millarworld hat Netflix also immer noch einen großen Fundus an Superheldengeschichten, die man in Zukunft adaptieren kann. Ob es dann wirklich passiert, bleibt aber abzuwarten. Bis dahin können euch aber diese Serien eure Zeit vertreiben: 7 Serien, die ihr nach The Boys gucken solltet
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