Shroud of the Avatar
Setting: Fantasy / MMORPG | Entwickler: Portalarium / Catnip | Plattform: PC | Status: Release am 27. März 2018 | Jahr der Kampagne: 2013 | Geld über Kickstarter: 1.919.275 $ | Unterstützer: 22.322
Als ein gewisser Lord British mit seinem neuen Studio Portalarium einen Kickstarter-Kampagne eröffnete, um ein neues MMORPG zu entwickeln, konnte dieser sogar noch mehr Unterstützer gewinnen als Mark Jacobs bei Camelot Unchained – auch wenn man Ende etwas weniger Geld dabei rumkam.
Der Grund dürfte klar sein: Hinter Lord British steckt mit Richard Garriott der Schöpfer der beliebten Ultima-Rollenspiel-Reihe, zu der mit Ultima Online eines der wichtigsten, weil einflussreichsten 3D-MMORPGs der Genre-Geschichte gehört. Entsprechend groß waren auch die Ambitionen.
Mit Shroud of the Avatar wollte Lord British den MMORPGs zu altem Glanz verhelfen. Er hielt nicht viel von neueren Titeln wie SWTOR oder Guild Wars 2, die sich zu sehr an Gelegenheitsspieler richteten. Sein neues Spiel sollte weniger linear sein, weniger stumpfen Grind enthalten und vor allem das Rollenspiel wieder in den Fokus stellen
Ihr solltet als Händler, Crafter, Sammler oder Abenteurer eure eigene Geschichte schreiben können. Eine Geschichte, wohlgemerkt mit kniffligen Entscheidungen, die Konsequenzen mitbringen. Dazu aus Ultima Online bekannte Elemente wie der Verzicht auf Klasse und Housing, ergänzt durch ein modernes Action-Kampfsystem.
Im Laufe der Entwicklung konnte man durch weitere Crowdfunding-Runden das Budget sogar auf 15 Millionen US-Dollar steigern. Und ab März 2015 gab es einen spielbare Early-Access-Version. Doch damit hören die guten Nachrichten leider auf.
Qualitativ konnte Shroud of the Avatar zu keiner Zeit auch nur annähernd einen Stand erreichen, um mit der starken Genre-Konkurrenz mithalten zu können. Da zudem viele Versprechen nicht eingehalten wurden und es sogar Probleme mit den Backer-Belohnungen gab, brachte das Team viele Unterstützer gegen sich auf.
Zum finalen Release am 27. März 2018 interessierte sich kaum noch jemand für Shroud of the Avatar. Das Allzeithoch auf Steam liegt bei gerade einmal 624 gleichzeitig aktiven Spielern (via steamdb.info). Aufgrund des eigenen Launchers ist das natürlich nicht die Gesamtzahl, dürfte aber dennoch als Enttäuschung gewertet worden sein.
Der Schlusspunkt war dann, als man das Spiel mitsamt seinen Rechten und Assets an ein anderes Studio verkaufte. Richard Garriott war zu dem Zeitpunkt schon länger nicht mehr in die Entwicklung involviert gewesen. Wer das alles im Detail nachlesen möchte, schaut hier vorbei: Legendärer MMORPG-Entwickler sammelte 15 Millionen $ von seinen Fans – Baute ein Spiel, das alle enttäuschte
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Im Leben käme ich nicht auf die Idee, jemandem Geld zu überweisen, ohne jeden Einfluss darauf, wo das Geld vergraben wird. Wenn ich investiere, erwarte ich Rendite, und keine schönen Worte. Ohne Sicherheit, kein Geld
Star Citizen hat in den letzten Tagen dazu noch einen echt miesen Move abgezogen, den selbst Fans kräftig daneben finden. Quasi ‘Tuning’ Chips für die Schiffe, die man momentan aber nur mit Echtgeld erwerben kann. Nie nur bessere Effekte, immer auch einen Nachteil dabei, aber trotzdem sieht das nach miesem Move aus.