LoL hat im Vergleich zu anderen PvP-Spielen keine Hacker – Doch woran liegt das eigentlich?

LoL hat im Vergleich zu anderen PvP-Spielen keine Hacker – Doch woran liegt das eigentlich?

Kompetitive Spiele wie Warzone, Fortnite oder CS:GO locken oft Cheater und Hacker an. Sogar im PvP von MMORPGs kommt das regelmäßig vor. Das MOBA League of Legends ist jedoch fast komplett frei von Hackern. Woran liegt das eigentlich?

Wie viele Hacker gibt es in LoL? Sehr wenige. Auf YouTube finden sich einige Videos und Montagen aus den Jahren 2014 bis 2018, wo es noch ein paar größere Probleme gab. Aber in den letzten drei Jahren lässt sich kaum etwas zu Hackern finden.

Anders sieht es etwa bei CoD Warzone aus. Dort wird sogar in Turnieren mit 100.000 Dollar Preisgeld gehackt.

In der LoL-Community wurde das Thema Hacks vor ein paar Tagen diskutiert (via reddit). Dort nennen die Spieler verschiedene Gründe, warum es die Hacker und Skripter in LoL so schwer haben.

Ein Aim-Bot reicht nicht aus, um das Spiel zu gewinnen

Womit erklären die Spieler die fehlenden Hacker? Ein Grund für fehlende Hacker sehen die Spieler im grundsätzlichen Gameplay von League of Legends. Das sei sehr stark vom Zufall und von Mitspielern abhängig.

Ein Bot oder spezielle Hacks würden dort nicht viel helfen, denn die bringen einen im Zweifelsfall nur in eine hohe Elo, wo der Spieler auch mit speziellen Hacks untergeht, weil er andere Basics nicht beherrscht.

Der Nutzer Helpless-Dane schreibt etwa:

Den perfekten Aim in Counter Strike zu haben ist ein viel größerer Vorteil, als in LoL perfekt kiten oder ausweichen zu können.

Denn wenn du ein dummer AD-Carry bist, wirst du auch wie ein dummer AD-Carry sterben. Daran ändert sich nicht wirklich etwas, nur weil man sich gut bewegen kann. Wenn Nautilus dich mit einem Flash > Hook erwischt, wirst du getroffen. Und Skripting bringt dich nur in eine Elo, in der deine Dummheit und Ahnungslosigkeit in Bezug auf deine Positionierung dein Untergang sein wird.

Zudem sollen selbst diese „perfekten Hacks“ von den Spielern leicht ausgetrickst werden können. Wenn man etwa mit der Malphite-Ultimate leicht hinter den Gegner springt, dann weicht der Hack nach vorne aus. Dort kann aber mitunter das restliche gegnerische Team stehen und schon ist der Hacker sicher ausgeschaltet.

Auch ein Wallhack hätte in LoL nicht die große Auswirkung, weil viele Champions sowieso über Wände springen oder Fähigkeiten über Wände hinweg abgefeuert werden können.

Funktionieren Aim-Bots? Ein lange Zeit bekannter Hack war ein Aim-Bot für den Champion Xerath. Der hat viele Skill-Shots, bei denen das Zielen wichtig ist, und eignet sich damit perfekt für Hacks.

Doch selbst das funktioniert nur in der Laning-Phase. Spätestens in Teamkämpfen war das Skript überfordert und das gegnerische Team konnte den Spieler schnell ausschalten. Dort soll der Xerath trotz 8/0 in der Lane nicht mehr als ein „wandelndes Jungle-Camp“ gewesen sein (via reddit).

Spieler mit echtem Skill würden sich gegen Bots immer durchsetzen, sagen die Spieler. Spätestens im Endgame, wo Entscheidungen getroffen werden müssen und man als Team zusammenarbeitet, soll ein Hacker aufgrund seines fehlenden Skills ein Nachteil sein.

Wer sich Gameplay zu Xerath anschauen möchte, findet hier ein Video vom deutschen Spieler Noway4u, der natürlich keinen Bot verwendet:

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Riot ging stark gegen Hacker vor, bannt direkt die ganze Hardware

Haben die Entwickler etwas mit den wenigen Hackern zu tun? Laut der Community ja. Ein Aspekt soll die serverseitige Entwicklung sein. Der Client sendet erst Infos über die Position der Gegner, wenn sie bei einem selbst sichtbar sind. So kann man bezüglich der vernebelten Karte nicht schummeln.

In der Season 4 soll es zudem einige Skripte gegeben haben, die etwa den Cooldown vom Zauber Flash immer wieder zurückgesetzt haben. Auch das wird inzwischen mit der serverseitigen Programmierung verhindert.

Generell kam es 2014 und 2015 zu vielen Sperrungen wegen Skripting.

LoL Account ban

Hardware-Bans und Klagen: Wenn in LoL schummelt, wird permanent gesperrt. Diese Sperren gelten jedoch nicht nur für den einen Account, sondern alle Accounts, die mit der Person im Zusammenhang stehen.

Außerdem gibt es direkt einen Hardware-Bann. Das macht die Erstellung neuer Accounts schwierig.

Zusätzlichen hat Riot Games schon etliche Cheat-Entwickler und -Verkäufer verklagt.

  • 2017 gewannen sie einen jahrelangen Rechtsstreit und bekamen 10 Millionen Dollar zugesprochen (via TechTimes).
  • 2020 verklagten Riot Games und Bungie gemeinsam einen Hersteller (via MarksGray) und bekamen 2 Millionen Dollar zugesprochen.
  • 2022 kam es zu einer weiteren Klage gegen einen Cheat-Verkäufer bei Valorant (via Dexerto).

Außerdem ist Riot Games selbst stark daran interessiert, Lücken im System zu schließen. So wurden den Spielern, die es schaffen, sich in Valorant reinzuhacken, 100.000 Dollar als Belohnung geboten.

Gibt es auch Kritik an Riot Games? Ja, das Anti-Cheat-System von Riot liest aus, welche Programme im Hintergrund laufen. Sollte dabei ein Cheat-Programm gefunden werden, kommt es direkt zum Absturz des Spiels.

Allerdings empfinden einige Spieler es als zu starken Eingriff in die Privatsphäre, da alle Programme gesehen werden können, die gerade aktiv auf eurem PC laufen. Allerdings stimmt man diesem in den Terms of Service zu.

Spieler schummeln in der Flex-Queue

Gibt es in LoL keine Schummler? Doch, allerdings wird hier „anders“ geschummelt. Über sogenanntes Wintrading werden Siege in der Rangliste erkauft. Außerdem gibt es in der Flex-Queue keine Sperre für Unterschiede in den Rankings, sodass die stärksten Spieler mit Freunden auf frisch erstellen Accounts zusammenspielen können, um diese zu Boosten.

Das betrifft allerdings nicht die Qualität in der SoloQ oder die Matches außerhalb der Rangliste.

Wie oft seid ihr schon Hackern oder Cheatern in LoL begegnet? Oder seid ihr sogar komplett davon verschont geblieben? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Ein deutscher Spieler schaffte es im Spring Split der LEC nahezu nie zu sterben – und das ganz ohne Hacks:

LoL: Deutscher Profi ist Mann, der nicht stirbt – Überragt alle anderen Spieler weltweit

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Nasod

Ich hab selbst eine Zeit lang in Master gescriptet und muss ehrlich sagen, dass der Text da oben nicht wirklich gut recherchiert ist. Gibt schlechte scripts die machen einen schlechten Spieler noch schlechter. Aber wenn man einen guten Script hat was schon mal 200 Euro monatlich kostet, kann man alles mögliche einstellen. Als Beispiel mit der maphite ult, ist es eig Standard dass man escapes/dodges Richtung der Maus macht. So sollte es nicht passieren, dass man Richtung der Gegner flasht. Kannst sogar einstellen, dass zb jede 3. Xerath q trifft oder so benutzt wird, dass man gerade so den Gegner trifft und es sieht dann legit aus. Man kann sich auch einfach nur die hit Boxen der spells anzeigen lassen und selber dodgen was dann nicht so auffällt wie wenn es automatisch wäre. Genau so gibt’s Einstellungen dass man dodget nur wenn man Taste x drückt. Gibt sogar scripts um mit Lee insec moves zu machen 😅 also was ich sagen will, hast du einen guten Script kann man fast alles einstellen damit man nicht so schnell als scripte entlarvt wirst.

TJ

Naja was auch unter Hacks fällt ist Scripting und das gibt es in LoL auch Recht häufig. Und es gibt sehr mächtige Scripte, die extrem zuverlässig Skill Shorts dodgen oder skillshots ausführen.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von TJ
Don Mephisto

Freunde, ihr habt schlecht recherchiert:

Es gibt, zumindest in der EU, keine Hardware banns. Das wurde zwar angekündigt aber nie umgesetzt. Weil das nach geltendem EU-Recht nicht möglich ist.
In anderen Regionen, in denen man sich für ein Konto mit Ausweis verifizieren muss ist das anders.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Monaten von Don Mephisto
Temeraire

Muss man für nicht-kundige evtl. nochmal spezifizieren, dass das Beispielvideo von Noway keine Cheats verwendet?^^ Vor allem, weil es mit „German Aimbot titelt“ 😀

Splitter

Die Beispiele der Cheats im Text finde ich doch sehr merkwürdig. Klar machen Aim-Bots und Wallhack in MOBAs wenig Sinn, aber das Genre hat auch eigene Ansätze für Cheats.

Ich spiele viel Dota 2. Da hält sich das gecheate in Grenzen, aber man trifft schon mal auf einen. Sehr Typisch ist da ein Map Hack im Sinne von permanente Vision. Der Cheater sieht einfach die ganze Map (kein Nebel). Es sind dann alle Gank-Versuche des Gegners nutzlos, die Wards können schnell und einfach dewarded werden und im Teamfight ist man mit perfekter Sicht auch extrem im Vorteil.

Dann gibt es viele Helden-spezifische Scripts. Das kann sein, dass sich diverse defensive Fähigkeiten von allein aktivieren, genau in dem Moment wo die gegnerische Fähigkeit getroffen hätte. Oder das Disables automatisch den Gegner Treffen, wenn sie in Reichweite des spezifischen Zaubers/Items kommen. Sowas ist definitiv sehr effektiv und es ist frustrierend gegen sowas zu spielen.

Arthrex

Nur weil du es selten siehst, heißt es nicht, dass es das nicht gibt. Gibt genug Leute die mit Champions wie Xerath Skripte benutzen um jeden Skillshot zu hitten und perfekt auszuweichen und zu csen. Gibt es alles. Sogar Kostenlos, auch wenn nicht so gut wie die wo man für Geld kaufen kann. Die gewählte Überschrift ist also ziemlich fehlleitend.

Zaron

Hatte in 4 Jahren LoL nur 3 Bots ca. gesehen. Wobei ich mir bei manchen nicht sicher bin. Manche Aktionen von „Spielern“ dermaßen bescheuert sind, sodass man kaum glauben kann, dass jemand den Champion aktiv steuert XD

Arthrex

Lobbies gegen KI sind 90% gefüllt mit Bots die genutzt werden um Accounts auf level 30 zu machen und die dann verkauft werden. Kostet ja nix wenn gebannt wird weil F2P und wenn es nach dem Verkauf passiert hat der wo es macht ja auch keinen Schaden.

Zaron

Die mal außen vor.
Kenne eigtl. neimand der gegen die KI spielt XD

Arthrex

Geht halt am schnellsten um smurfs zu leveln

Zaron

Warum smurfs von riot erlaubt sind ist mir immer noch ein Rätsel.

Zord

Ich glaube das der obere Bereich des Artikel eher eine naive Vorstellung der Community wiederspiegelt. Klar wird ein unfähiger Spieler auch mit Cheat Programmen keinen Top Spieler schlagen, aber einem Top Spieler kann das doch den Vorteil geben den er braucht um andere Top Spieler zu besiegen. Sieht man ja zu genüge im Sport, da wird ja auch von Sportlern gedopt die das nicht unbedingt nötig hätten. Denke das die Hardware Bans da am meisten helfen das Problem klein zu halten. Eine Null Toleranz Politik die den Cheatern wirklich weh tut ist das einzigste was wirklich hilft. Bans die durch das erstellen einer neuen Wegwerf E-Mail Adresse umgangen werden können sind völlig wertlos (siehe Lost Ark)

Schuhmann

Sieht man ja zu genüge im Sport, da wird ja auch von Sportlern gedopt die das nicht unbedingt nötig hätten.

Denke man kann davon ausgehen, dass im E-Sport auch bestimmte Aufputschmittel/Konzentrationsmittel verbreitet sind.

Irgendwann wird da mal ein großer Skandal kommen – Stichwort „Ritalin“. Das war bei Shootern schon so – ich will nicht behaupten, dass es „safe“ auch in LoL so ist. Aber wenn man hört, wie grade in Asien LoL gespielt wird und wie kurz die Karrieren sind – es liegt für mich nahe, dass da mal was ans Licht kommt.

Einen großen Skandal um Wettbetrug gab’s ja schon.

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