Ein MMO war eine Woche an der Spitze des Steam Next Fests: Ich habe es getestet und im Endgame harten Grind entdeckt

Loftia Titel title

Loftia hat beim letzten Steam Next Fest die Aufmerksamkeit vieler Spieler auf sich gezogen. MeinMMO-Redakteurin Jasmin konnte endlich die Vollversion des Spiels testen und wurde gerade im Endgame überrascht. 

Wenn ich mein liebstes Genre definieren müsste, dann wären das ganz klar Cozy- und Farming-Games. Ich bin mit Spielen wie Harvest Moon, das später zu Story of Seasons wurde, groß geworden und liebe es einfach, einen entspannten Feierabend zu verbringen und dabei die Felder zu bestellen, mich um meine Tiere zu kümmern oder Dinge zu bauen.

Loftia schlägt dabei in eine ähnliche Kerbe. Das Cozy-MMO zielt darauf ab, gemeinsam mit anderen ein ressourcenbewusstes Leben zu führen. Man recycelt Schrott und stellt aus diesen Materialien ganze Möbelstücke oder sogar Verbesserungen für sich her. 

Normalerweise stehen solche Cozy Games, was die Spielerzahlen anbelangt, hinter anderen Genres zurück. Umso überraschender war es, dass Loftia es beim letzten Steam Next Fest mit seiner Demo unter die Top 10 der meistgespielten Games geschafft hat. Ich habe mir deshalb einmal die Vollversion des Spiels angeguckt und war positiv überrascht, was für ein harter Grind im Endgame verborgen ist. 

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Loftia: Trailer zum Cozy-MMO verrät das Erscheinungsdatum

Gefangen in einem Strudel aus Ressourcen sammeln und craften 

Um erst einmal ins Spiel reinzukommen, habe ich mich an die Hauptquests gewagt. Das Spiel führt einen in die unterschiedlichen Mechaniken, Läden und Ressourcen von Loftia ein. Dabei entsteht ein Loop, den wir immer wieder und wieder durchleben:

  • Wir laufen durch das Gebiet und sammeln Ressourcen von zurückgelassenem Schrott ein. 
  • Im Anschluss stellen wir daraus Baumaterial her oder nutzen es einfach so weiter. 
  • Daraufhin craften wir aus den gesammelten Materialien Gegenstände, die als Möbelstück, Kleidung oder auch Verbesserung dienen können. 
  • Wir haben dadurch das Ziel der Quest erfüllt und erhalten den nächsten Auftrag. 

Eine besondere Mechanik dabei ist, dass wir für das Craften die Ladung einer Batterie benötigen. Diese können wir an selbst gebauten Solarpanels aufladen, die mit der Zeit die Sonnenenergie in elektrische Energie umwandeln. 

Es ist aber immer so schnell neue elektrische Energie vorhanden, dass sich diese Mechanik niemals nervig anfühlt. Zudem können wir die Batterie mit der Zeit weiter ausbauen, sodass wir mehr elektrische Ladung speichern können. Sie passt zudem thematisch gut zu Loftia.

An sich bin ich mit der Hauptquest relativ schnell vorangekommen. Doch wenn man sich die ganzen Nebenaktivitäten einmal anschaut, wird klar, was für ein krasser Grind im Endgame wartet. 

Es gibt nämlich überall Stationen, an denen man bestimmte Items sammeln und abgeben muss. Dadurch schaltet man Upgrades für bestimmte Werkbänke frei oder erhält Rezepte für Upgrades oder neue Features wie Stiefel, mit denen man besser hüpfen kann. 

Viele der gewollten Materialien oder Fische habe ich bis zum Schluss der Hauptquest überhaupt noch gar nicht gesehen. Vermutlich befinden sich einige Fische in einem geheimen See oder es gibt Materialien, für die ich erst einmal woanders das Rezept freischalten muss. 

Dabei wurde mir klar, wie lange mich Loftia noch im Endgame unterhalten kann, wenn ich einmal mit der Hauptquest durch bin. Denn der Grind macht süchtig und ich hatte großen Spaß damit, da es sich immer wieder belohnend anfühlte, wenn man neue Rezepte freischaltet. 

Es war für mich also weniger ein Cozy Game, sondern vielmehr eine Liste, die ich abarbeiten musste und mit der ich meinen Spaß hatte. Wer hier also pure Langeweile erwartet, der liegt hier falsch. 

Ein MMO, das man auch gut alleine bewältigen kann

Ein weiterer Punkt, den ich ansprechen möchte, ist der Community-Fokus von Loftia. Schließlich ist das Game eigentlich kein reines Singleplayer-Spiel, sondern ein MMO. Auf eurer Welt werdet ihr ständig anderen Spielern begegnen, die ebenfalls am Sammelfieber sind. 

Das MMO versucht dabei immer wieder, dass ihr auch als reiner Singleplayer mit anderen interagieren müsst. Dazu zählen:

  • Minispiele, die stündlich stattfinden und die ihr gemeinsam mit anderen als Wettbewerb erledigen könnt
  • Es gibt gruppenübergreifende Projekte, bei denen das Endergebnis zählt und anhand dessen alle Spieler ihre Belohnung erhalten, indem man beispielsweise Materialien in eine Box gibt. 
  • Es gibt Instanzen von 1-4 Personen, bei denen man schneller ans Ziel gelangt, wenn man mehr Spieler zusammensucht. 
  • Es gibt sogar Quests, bei denen ihr gezwungen werdet, Emotes vor anderen Spielern auszuführen oder sie mit dem Hammer zu bonken. 

Ich finde es schade, dass bei den Minispielen nicht die Gruppenleistung zählt, sondern trotzdem noch die einzelne Wertung im Vordergrund steht.

Bei einem Minispiel mussten wir beispielsweise das gewünschte Gemüse großziehen und verkaufen. Dabei musste einer an einem Rad drehen, um die passenden Samen auszuwählen. Der Nächste musste die Samen aus einem Gefäß zählen. Die anderen mussten dann wiederum gießen. Für jeden Schritt gab es einen Punkt.

Beim Verkaufen war es aber so, dass derjenige, der das letzte gewünschte Gemüse verkaufte, ganze 30 Punkte erhielt statt nur einen. Das hat mich persönlich immer dazu bewogen, dass ich abwartete, bis das Maximum fast erreicht war, und dann noch mit meiner letzten Karotte kam, um die 30 Punkte einzuheimsen. 

Schlussendlich zählt nämlich nur das eigene Ergebnis. Es gibt eine Rangliste, wer wie viele Punkte erreicht hat, und anhand dessen wird die Belohnung ausgewählt. Das finde ich etwas schade. Auch bei anderen Minispielen wird einfach nur auf die eigene Leistung geachtet. Hier hätte ich mir Minispiele gewünscht, bei denen es wirklich um Teamwork geht. 

Auch bei den Instanzen hätte ich mir gewünscht, dass es so etwas wie eine Gruppensuche gibt. Ich einsamer Wolf habe nämlich bislang noch keine anderen Spieler als Freunde gewinnen können und konnte diese Instanz deshalb nur als einzelne Person betreten. Alleine ist es unmöglich, alle Ziele innerhalb des Zeitlimits in der Instanz zu erfüllen, weshalb ich nie die beste Belohnung erhalten habe. 

Loftia ist mehr Singleplayer, als ich zunächst vermutet hätte

Trotz mehrstündigen Spielens habe ich keine Freunde für mich gewinnen können. Ich bin als reiner Einzelspieler in Loftia reingegangen und hatte den Spaß meines Lebens. Obwohl es sich dabei um ein MMO handelt, waren die Interaktionsmöglichkeiten zwar da, aber nicht ganz ausgeklügelt. 

Der Grind machte mir aber so viel Spaß, dass es mir gar nichts ausmachte, dass auch andere Menschen um mich herum geturnt sind. Man kann auch super alleine mit Loftia seinen Spaß haben. Wenn ihr Bock auf ein Spiel habt, in dem es immer wieder was Neues zu sammeln und zu bauen gibt, dann ist es das richtige Spiel für euch. 

Pro
  • Motivierender Loop im Mid Game
  • Genügend Rezepte zum Freischalten und Erarbeiten
  • Spannende Minispiele im stündlichen Rhythmus
Contra
  • Minispiele erfordern kaum kooperatives Gameplay
  • Für Instanzen herrscht Freunde-Pflicht

Neben Loftia gibt es noch andere MMOs, die ihr in diesem Jahr ausprobieren könnt. Unser MMORPG-Experte Karsten hat sich einmal die vielversprechendsten MMOs angeschaut und verrät, bei welchen Spielen er großes Potenzial wittert. Seine Liste findet ihr hier: Neue MMORPGs, die ihr noch 2026 spielen könnt – Es sind mehr als ihr gerade denkt

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