Ich spreche Orcisch in astreiner Sprachqualität: Blue Yeti X WoW-Edition im Test

Blue Microphones hat kürzlich ein neues Yeti X herausgebracht, in einer besonderen „World of Warcraft“-Edition. MeinMMO-Redakteurin Leya Jankowski hat sich das Mikro angeschaut, da sie noch auf der Suche nach einem guten Podcast-Mikro war. Hier findet ihr ein Fazit.

Mit professionellen Mikrofonen hatte ich bisher wenig am Hut, da ich nie wirklich eins brauchte. Das hat sich schlagartig geändert, als wir mit MeinMMO einen eigenen Podcast starteten. Ich bin dort als einer der Haupt-Hosts zu hören. Eine ausgezeichnete Ton-Qualität ist in diesem Medium alles. Meine Stimme darf hier nicht wie aus der Blechdose klingen oder eure Ohren mit kratzen und ploppen quälen.

Seit März 2020 sitzen wir wegen der Corona-Pandemie im Home-Office und ich kann unser Ton-Studio im Büro nicht nutzen. Da kam es wie gerufen, als ich die Möglichkeit bekam, das Blue Yeti X in der „World of Warcraft“-Edition testen zu können. Immerhin wurde das Mikro in der Pressemeldung als ideales Mikro für Podcaster betitelt.

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5 WoW-Killer“, die jedoch von WoW gekillt wurden

Woran sind tote MMORPGs, die mal als „WoW-Killer bezeichnet wurden gescheitert? Mit dieser Frage hat sich die Redaktion im MeinMMO-Podcast auseinander gesetzt

Was ihr von dieser Review erwarten könnt: Wie ihr jetzt vielleicht schon geahnt habt, bestätige ich hiermit: Ich bin kein professioneller Hardware-Tester und bei Mikrofonen (noch) nicht so bewandert. Ich werde meine Eindrücke mit euch teilen und euch auch aus den Augen eines Laien erzählen, wie es für mich ist, die speziellen Funktionen des Mikros zu nutzen. 

Die Review enthält:

  • eine Vorstellung des Mikrofons und seine Spezifikationen
  • eine Beschreibung der Optik mit eigenen Fotos
  • eine Einschätzung der Nutzerfreundlichkeit von Software und Mikro
  • eine selbst aufgenommene Stimmprobe, mit unterschiedlichen Einstellungen
Blue Yeti X in der „World of Warcraft”-Edition
Das Blue Yeti X in der „World of Warcraft“-Edition

Das Blue Yeti X „World of Warcraft“-Edition vorgestellt

Was macht das USB-Mikrofon besonders? Bei dem Titel „World of Warcraft“-Edition seid ihr sicher schon selbst darauf gekommen, dass dieses Mikro irgendwas mit dem berühmtesten MMORPG der Welt zu tun hat. Aber was genau?

Zum einen steht dick und fett „World of Warcraft“ auf der Rückseite des USB-Mikrofons. Das ist aber nicht alles. Zusammen mit dem Mikrofon kam eine neue Erweiterung zum Logitech G Hub. Mit der Software können Logitech-Produkte wie Tastaturen und Mäuse konfiguriert werden. Die Erweiterung zum „World of Warcraft”-Mikrofon bietet HD-Audio-Samples aus Shadowlands und allgemein aus World of Warcraft.

Hinzukommen Voreinstellungen, mit der die eigene Stimme angepasst wird. So kann man etwa zum Lich King oder Orc aus dem WoW-Universum werden. Es gibt mit der Software aber auch Voreinstellungen, die nichts mit World of Warcraft zu tun haben und der Stimme etwa einen warmen oder basslastigen Klang geben. Diese Einstellungen sind besonders interessant für mich, da ich das Mikro hauptsächlich für Podcast-Aufnahmen nutzen möchte. 

Das Mikrofon ist also kein rein optisches Sammlerstück. Über die Software bekommt es noch einige zusätzliche Funktionen, die andere Mikrofone in der Form nicht haben. Die Software kann kostenlos heruntergeladen und genutzt werden.

Was kostet es? 209 € – die Standard-Variante des Blue Yeti X kostet 180 €.

World of Warcraft Blue Voice Software
Das eigentliche Herzstück ist eine kostenlose Software, mit der die Stimme angepasst wird

Technische Spezifikation

Fangen wir erstmal mit den nackten Fakten zum Mikrofon an: 

  • Stromversorgung/Leistungsaufnahme: 62mA – 203mA
  • Samplingrate/Wortbreite: 48 kHz, 24-bit
  • Richtcharakteristiken: Niere, Kugel, Acht, Stereo
  • Frequenzgang: 20Hz – 20kHz
  • Grenzschalldruck: 122dB
  • Abmessungen (im Ständer): 11 cm x 12,2 cm x 28,9 cm
  • Gewicht (Mikrofon und Stativ): 1,28 kg
  • Gewicht (nur Mikrofon): 0,519 kg (1,14 lbs)
  • Anschlüsse: USB (ein Kabel von 2m liegt bei)

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Die Optik ist edel und erwachsen

Was mir gut gefällt: Als ich das Mikro aus seiner Kiste befreite, war mein erster Gedanke, dass es ziemlich schick aussieht. Zwei große, goldene Ringe umschlingen das Mikrofon. Über den Ring am Fuß ziehen sich mystische Runen, die „World of Warcraft“-Spieler sofort erkennen dürften. Die  gräuliche Oberfläche des Mikros ist matt. Die Kombination aus der matten Oberfläche und der goldenen Verzierung gibt dem Mikro einen edlen Look. Dadurch hat es eine erwachsene Note. 

Das edle Design gefällt mir deutlich besser als irgendwelche krassen Neon-Farben, die man häufig mit der Gaming-Szene verbindet. Das Mikro würde vermutlich in einem Business-Zoom-Meeting nicht sofort als Gamer-Gear auffallen. 

Die Logos von Blue und World of Warcraft sind ebenfalls in Gold und fügen sich dadurch in die Gesamt-Optik des Mikros ein. Sie sind zwar groß und präsent, aber nicht penetrant.

Wer es gerne etwas flippiger oder gegenteilig ganz schlicht mag, den wird die Optik nicht glücklich machen. Es könnte einigen außerdem etwas zu klobig sein, über die leicht eckigen Kanten und den bulligen Bauch.

Was mir nicht gut gefällt: Fingerabdrücke sind auf der matten Oberfläche (und je nach Licht) auffällig. Für den Test habe ich das Mikro viel angetatscht, wodurch sich an einigen Stellen weißliche Abdrücke bildeten. Die waren jedoch schnell wieder mit einem sanften Reinigungsmittel und einem Tuch beseitigt.

Mikro und Software sind einfach zu bedienen

Was mir gut gefällt: Das Mikro ist schnell startklar. Es liegt ein USB-Kabel bei, das ich am PC anschließe. Sobald es angeschlossen ist, kann es schon benutzt werden. Für die reine Nutzung des Mikros muss nichts zusätzlich installiert werden. 

Es ist möglich, Kopfhörer an das Mikrofon anzuschließen, wodurch ich meine eigene Stimme beim Reinsprechen höre. Das ist für Aufnahmen ziemlich praktisch, da ich direkt hören kann, ob irgendwas mit meiner Stimme nicht stimmt. Ich höre etwa, ob ich anfange kratzig zu klingen und die Aufnahme lieber unterbrechen sollte, um einen Schluck Wasser zu trinken.

Was ein großes Plus für mich als Laien ist, sind zwei Einstellungsoptionen direkt am Mikrofon. Über einen Drehknopf an der Vorderseite regel ich die Eingabelautstärke. Aufblitzende Runen zeigen mir die Lautstärke an. Schlagen die Runen in den roten Bereich, weiß ich, dass ich gerade übersteuere und kann direkt an dem Regler drehen, damit ich wieder zu den grünen Runen komme. 

Die Runen an der Vorderseite zeigen, ob ich zu laut oder „im Grünen“ bin.

Auf der Rückseite ist ein Knopf mit einem Vier-Kapsel-Array mit vier Richtcharakteristiken. Simpel ausgedrückt: Es gibt vier Einstellungen, über die das Mikrofon aus unterschiedlichen Richtungen aufnimmt. Für die Einstellungen liegt eine Grafik bei, die simpel erklärt was die Ausrichtungen bewirken.

Zum Einsprechen eines Podcasts nutze ich den Nierenmodus, der meine Stimme direkt vor dem Mikrofon erfasst und möglichst wenig von meiner Umgebung.

Am Rücken stelle ich ein, aus welcher Richtung das Mikro aufnehmen soll

Das eigentliche Herzstück des Mikros ist die dazugehörende Software „World of Warcraft Blue Voi!ce“, die im kostenlosen Logi G Hub enthalten ist. Als ich die Software erstmalig startete, wurden kleine Mini-Tutorials eingeblendet. Die zeigten mir Schritt für Schritt, welche Einstellungen es gibt und wie ich sie nutze.

Hier muss ich nur die entsprechende Voreinstellung anklicken und schon verändert sie meine Stimme. Die minimale Nutzung des Programms ist mehr als simpel. Damit kommen mit ziemlicher Sicherheit auch WoW-Fans zurecht, die das Mikro im Raid nutzen wollen, um für richtige Stimmung zu sorgen und herumzualbern. Kostproben könnt ihr im Abschnitt hierunter hören.

WoW Shadowlands: Alle Infos zu Features, Zonen, Story und Release

Was mir nicht gefällt: Es ist möglich, die Voreinstellungen zu konfigurieren oder auch selbst eigene Voice-Samples zu basteln, die man mit anderen zur Nutzung teilen kann. Es ist für mich an einigen Stellen nicht ganz ersichtlich, was ich da jetzt genau individualisieren und erstellen kann. Hier wären 2-3 Extra-Mini-Tutorials wünschenswert gewesen.

Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, denn wenn man sich etwas durch die Optionen klickt und einfach herumprobiert, findet man vieles selbst heraus.

Hört hier den Klang in einer Stimmprobe

Damit ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen könnt, habe ich euch drei Stimmenproben aufgenommen:

  • eine Rohversion, ohne die Software zu nutzen
  • eine Version, in der ich die “professionellen” Voreinstellungen vorstelle, die man auch gut als Podcaster nutzen kann
  • eine Version, in der ich in die Rolle von verschiedenen Wesen aus dem WoW-Universum schlüpfe

Stimmprobe ohne spezielle Software: Im folgenden Track hört ihr meine Stimme in der Rohfassung. Hier wurde das Mikro einfach eingestöpselt und ich habe sofort drauf los gequatscht.

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Stimmprobe mit Blue VOI!CE für eine professionelle Anpassung: Für die zweite Aufnahme habe ich zwei unterschiedliche Optionen aufgenommen, die die Stimme auf professionelle Manier anpassen. So soll die Stimme für etwa Podcasts oder Video-Aufnahmen besser klingen.

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Stimmprobe mit Blue VOI!CE für eine WoW-Anpassung: In der dritten Aufnahme habe ich mich mit den Stimmenverzerrern aus dem WoW-Universum ausgetobt. Diese reicht von Gnom über Dämon zum Lich King.

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Für mein Heim-Studio hat mich das Mikro überzeugt

Bereits einen Podcast habe ich mit dem Blue Yeti X: „World of Warcraft“-Edition produziert. Hier bin ich mit der Soundqualität rundum zufrieden. Den Podcast habe ich ohne die Software Blue VOI!CE aufgenommen.

Bei den Aufnahmen ist mir aufgefallen, dass es schon eine Neigung zu einem Plopp-Geräusch bei dem Mikrofon gibt. Das Mikro kommt ohne Popschutz, wodurch man in seiner Aussprache etwas vorsichtig sein muss, dass es nicht schnalzt und ploppt. Hier werde ich mir wohl noch einen gesonderten Popschutz besorgen.

Besonders praktisch finde ich vor allem die Einstellungen, die ich direkt am Mikrofon vornehmen kann. Wenn man selbst kein Audio-Profi ist, kann man so zumindest leicht sicherstellen, dass die Eingabelautstärke stimmig ist und das Mikro aus der korrekten Richtung aufnimmt.

Das sind aber Dinge, die schon die günstigere Variante, das einfache Blue Yeti X, bietet. Wer also nur ein hochwertiges Mikro braucht für Podcast, Streams oder Video, für den ist dieses Mikrofon vermutlich vollkommen ausreichend. Oder eben ein anderes in der Preisklasse.

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Für WoW-Fans ist das Mikrofon bestimmt ein tolles Sammlerstück. Es würde sich etwa als besonderes Geschenk anbieten. Mit den Optionen der Blue VO!CE herumzuspielen macht schon Spaß. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass eine Gnom-Stimme auch ein Team-Meeting auflockern können. Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass die Warcraft-Stimmenverzerrungen nicht komplett authentisch klingen – lustig sind sie trotzdem.

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Scaver

Denke das hol ich mir zu Weihnachten (egal wie alt man wird, gibt eh immer Geld von der Verwandtschaft xD).

Nein

Der Preis is recht hoch, hab so ne Spinne hier, für nen 50ger und die ist super.
Da zahlt man sicher den WoW + Logitech Preis oben drauf bei dem Micro.

uLu_MuLu

Vereinzelt scheint das Mikrofon aber Aussetzer (Voice-Activation) zu haben oder du sprichst nicht permanent nah genug am Aufnahmegerät. Das Gerät sieht aber ziemlich nice aus. Ich überlege tatsächlich es mir zu kaufen…

Funktioniert laut den Angaben auch unter MacOS. Gut.

Eine Dota 2 Version fände ich ziemlich cool.

Zuletzt bearbeitet vor 22 Tagen von uLu_MuLu
MadKiefer

Schwöre seit Jahren auf ein TBone (habe das 400er, mein Kumpel das neuere 450 von damals). Die meißten konnten damit nichts anfangen, bis auf andere LPler o.ä.
Der Otto-Normal-Raider z. B. griff lieber zum Fancy Bling Bling Headset mit – man Staune – schrottigem Mikro. Mal lieber ein paar Euro davon abzweigen in gute Kopfhörer und USB Mikro mit Niere, nö.

Scaver

Naja muss man nicht unbedingt was abzweigen. Gute Kopfhörer und gutes Mikro kosten im Schnitt weniger, als die meisten „guten“ Headsets, vor allem wenn sie noch das „Gaming“ im Namen haben.
Mein Micro kostet 10 € und schlägt die meisten Gaming Headset Micros die es unter 100 € zu kaufen gibt. Meine Kopfhörer von Superlux kosten gerade mal 30 € und schlagen JEDES Gaming Headset bei der Tonqualität!

Nico

toller test 🙂 Die warcraft Filter gefallen mir aber garnicht muss ich sagen ^^

K-ax85

Ich benutze seit 2 Jahren ein Yeti Blue und kann den Eindruck bestätigen: Die Sprachqualität ist hervorragend.

Irina Moritz

Ich muss sagen, die Redaktionskonferenz am Dienstag war dank des Mikros absolut großartig 😁

gouly-fouly

Wieso können aus der App heraus eigentlich keine Artikel „geshared“ werden? Mein Schwager ist so ein wow freak und schon öfter wollte ich ihm Artikel von euch zeigen… aber geht leider nicht?!?!

Todesklinge

Doch die Mein-MMO App

Dawid Hallmann

Hallo, über dem Kommentarbereich hast du das Feld mit WhatsApp etc. Aber ja, in der Web App wäre fehlt eine Funktion zum Kopieren des Links. Im Browser gibt es ja ein integriertes Teilen-Werkzeug, weshalb das in der Web App übersehen wurde.

Mapache

Kleiner Tipp.
Einfach zurück auf die Startseite und dort bei gewünschtem Artikel etwas länger auf die News-Überschrift drücken. Dann sollte eigentlich das normale Browser Pop-up kommen das dich auch die URL etc kopieren lässt.

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