Mit Honor of Kings: World ist am 10. April 2026 das wahrscheinlich größte MMORPG des Jahres in China erschienen. Die Vorbereitungen für den Launch im Westen laufen. Doch wie viel MMO-Genre steckt im neuen Spinoff von Honor of Kings? Tatsächlich weniger als zuerst gedacht.
Was ist Honor of Kings: World? Das chinesische MMORPG-Magazin 17173 hatte Honor of Kings: World bereits im März 2026 auf Platz 1 ihrer Liste der größten MMORPG-Releases für das aktuelle Jahr gepackt. Der Hauptgrund dafür: Der MOBA-Hit von Tencent ist vor allem in Asien unfassbar beliebt. Im Oktober 2025 freuten sich die Entwickler darüber, den Meilenstein von 260 Millionen Spieler geknackt zu haben.
Honor of Kings: World soll von dieser Beliebtheit natürlich profitieren und viele Fans der Franchise auf die Server locken. Dort warten dann nicht nur die aus dem MOBA bekannten Figuren sowie Klassen auf sie (man erstellt sich aber auch einen eigenen Charakter), sondern auch eine riesige Open World voller Quests sowie Rätsel, ein actionreiches Kampfsystem, instanziierte PvP-Modi und knackige PvE-Inhalte.
MeinMMO-Autor Cedric Holmeier schaut sich derzeit die frisch veröffentlichte Version des Spiels an, um euch schon vor den ersten Alpha-Tests der westlichen Version zu verraten, ob hinter dem größten neuen MMORPG 2026 vielleicht auch das spannendste stecken könnte. Eine Sache hat sich aber bereits herauskristallisiert: Honor of Kings: World ist gar kein waschechtes MMORPG.
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Wie viel MMO steckt drin? Honor of Kings: World bietet eine riesige, offene Welt, die sich in Sachen Umfang nicht hinter dem Kontinent Pywel aus Crimson Desert verstecken muss. In dieser seht ihr zwar auch andere Spielercharaktere, doch bietet das Tencent-MMO hier einen besonderen Kniff, der an Dark Souls und Co. erinnert:
- Die anderen Charaktere sind nur Schemen und befinden sich nicht tatsächlich in eurer Version der Welt. Ihr konkurriert mit diesen also nicht um Monster oder Ressourcen.
Tatsächlich scheinen die Inhalte der offenen Welt von Honor of Kings: World darauf ausgelegt zu sein, dass ihr sie solo spielen könnt. Wer möchte, kann sich jedoch mit anderen Spielern zu einer Gruppe zusammenschließen, um sich beispielsweise an Dungeons oder Raids zu versuchen.
Das erinnert an eine weitergedachte Variante von Where Winds Meet. Auch dort gab es einen starken Fokus auf die Singleplayer-Erfahrung sowie die optionale Möglichkeit, sich für bestimmte Inhalte mit anderen Spielern zusammenzuschließen.
Während der Multiplayer in Where Winds Meet jedoch strikt von der Solo-Erfahrung getrennt ist, geht Honor of Kings: World einen Schritt weiter: Ihr seht eine kleine Zahl von Charakteren als Schemen in eurer Welt und könnt mit diesen direkt interagieren: also chatten, handeln oder sie in eine Gruppe einladen.
Als Teil einer Gruppe macht ihr dann gemeinsam die Welt von Honor of Kings: World unsicher, um Quests zu meistern und Erfahrungspunkte anzusammeln. Ihr könnt sogar die Story-Inhalte im Koop erleben, wenn ihr das möchtet. Der gemeinsam erspielte Fortschritt zählt dann für die Welten aller Gruppenteilnehmer (bei der Story ist es dafür aber wichtig, dass man auf dem gleichen Stand ist).
Durch den Solo-Fokus und die recht kleine Zahl an sichtbaren Charakter-Schemen fehlt in der Welt von Honor of Kings: World also das „Massively“-Gefühl, das man eigentlich von einem richtigen MMO erwarten würde.
Was für Multiplayer-Inhalte gibt es? In Honor of Kings: World könnt ihr also einen großen Teil der Inhalte alleine angehen. Dennoch gibt’s Herausforderungen und Modi, für die ihr euch mit anderen Spielern zusammenschließen müsst beziehungsweise in denen ihr euch mit PvP-Begeisterten messt:
- PvE-Dungeons und -Raids
- Minigames und soziale Features wie Kartenspiele oder Housing sowie Multiplayer-Hubs, in denen man tatsächlich auf andere Charaktere trifft (und nicht nur auf ihre Schemen)
- PvP: 1vs1-Arenen und ein 4vs4-Modus, der an den Payload/Eskort-Inhalt aus Overwatch erinnert – es gibt für alles Ranglisten und ein Custom-Modus, um eigene Turniere veranstalten zu können
Noch gibt es aber keine Gildenfunktion in Honor of Kings: World. Man muss sich aktuell also noch über Freundeslisten und sogenannte Interessengruppen organisieren. Die reinen Multiplayer-Inhalte für PvP und PvE startet man über die jeweilige Gruppensuche-Anmeldung im Menü.
Wie bewertet MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz diesen Ansatz? Honor of Kings: World ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir richtige MMORPGs immer seltener sehen werden. Das Genre ist einfach zu aufwendig in der Entwicklung, dadurch extrem teuer und risikoreich. Zudem bevorzugen es auch viele MMO-Fans, meist alleine zu spielen und sich nur für ausgewählte Inhalte mit anderen zusammenzuschließen.
Das ist kein neues Phänomen, doch die Konsequenzen spüren wir seit einigen Monaten so deutlich wie nie zuvor:
- Vielversprechende Projekte wie Project Ghost oder das Warhammer-MMORPG verlieren ihre Finanzierung und werden eingestellt.
- Ursprünglich geplante MMORPGs wie Crimson Desert oder Windrose wechseln das Genre und mausern sich dadurch / trotzdem (?) zum großen Erfolg.
- Spiele wie Where Winds Meet und Honor of Kings: World machen den MMO-Teil zur reinen Option und fokussieren sich stattdessen spürbar auf die Singleplayer-Erfahrung.
Als Fan großer Themenpark-MMORPGs, denen man das „Massively“ aus MMORPG auch anmerkt, gefällt mir das persönlich gar nicht. Diese Genre-Variante stirbt aus. Die Zukunft der MMORPGs ist offenbar eine andere. Genau das beleuchte ich in den kommenden Tagen mit einer eigenen Analyse. Schaut dafür gerne erneut auf MeinMMO vorbei. Wer wissen möchte, wo das Genre herkommt, wird hier fündig: Die ultimative Geschichte der MMORPGs von den 60er-Jahren bis jetzt
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