Die gamescom ist eines der wichtigsten Gaming-Events der Welt und zieht natürlich auch zahlreiche Influencer an. Mit HandOfBlood bleibt einer der größten deutschen Twitch-Streamer jedoch zuhause – und das ist eine coole Sache.
Der Twitch-Streamer HandOfBlood wird auch in diesem Jahr nicht vor Ort auf der gamescom sein. Das hatte er vergangene Woche bereits über sein Management verkündet. In einem Interview sprach er nun über die Hintergründe der Entscheidung.
Das vollständige Gespräch könnt ihr bei GamesWirtschaft nachlesen.
Mittlerweile stellt HandOfBlood über seine Publishing-Firma auch selbst Spiele auf solchen Events vor:
Von Bühne zu Bühne statt Jubel auf Balkonien
Warum ist HandOfBlood nicht auf der gamescom? In der ursprünglichen Erklärung war man bereits auf die Entwicklung der gamescom eingegangen, weg von der „echten Games-Messe“ und hin zu einem stärkeren Fokus auf Influencer. Im Interview führt der Streamer das nun näher aus.
HandOfBlood sagt, er habe diese Entwicklung nach der Corona-Pandemie gespürt: „Da war bei der gamescom so ein großer Ruck in Richtung Safari-Jagd auf Influencer.“ Auch vorher habe es schon Influencer auf der Messe gegeben, doch da sei das Verhältnis gekippt und die Influencer-Präsenz dominanter geworden.
Da geht es natürlich auch um den berüchtigten Auftritt von MonatanaBlack auf der gamescom 2022: Deutscher Twitch-Streamer MontanaBlack wird auf der gamescom wie ein Weltstar empfangen, sogar xQc staunt.
Der Streamer kritisiert zudem, dass viele der Influencer vor Ort so wirken, als seien sie gar nicht so interessiert an den Spielen, und würden das Event eher als Treffpunkt nutzen: „Ich will jetzt auch nicht der gatekeepende Typ sein. Aber wenn die ganze gamescom-Audience wegen den Influencern kommt und nicht wegen den Games, dann finde ich das persönlich als Gamer einfach sehr schade.“
HandOfBlood betont zwar, dass die Entwicklung nicht unbedingt negativ sei, sondern einfach ein kultureller Wandel, jedoch deckt es sich wohl weniger damit, wie er seine Rolle als Gaming-Influencer versteht:
Ich bin aus der Generation Influencer, wo es hieß: „Gamescom, da wird jetzt richtig geackert. Also da werde ich jetzt über die Bühnen gepeitscht. Da gibt es kein Erbarmen. Da heißt es nicht: Ich chille im Red Bull Haus und lass mich da umjubeln auf Balkonien, sondern es wird jetzt bei Square Enix rumgeschrien.“
[…]
Diese ganze Reise nach Köln, übernachten in einem Hotel, wenig Schlaf, auch super viel körperliche Anstrengung. Wem erzähle ich das? Gamescom ist halt ein totaler Knochenjob.
HandOfBlood via GamesWirtschaft
Das Schlimmste: HandOfBlood sagt, er habe vor lauter Programm auf der gamescom selbst eigentlich kaum noch mitbekommen, welche Spiele vorgestellt wurden. Und um die soll es ja eigentlich gehen: „Ich war immer der Typ, der da T-Shirts rausgeballert hat aus einer Kanone. Aber ich habe nie mitbekommen, welche neuen Infos zu Games präsentiert wurden.“
Hat das Ganze auch etwas Positives? Tatsächlich ja. Denn HandOfBlood feiert das Gaming-Event trotzdem – nur eben von Zuhause in Spandau. So wird es voraussichtlich wieder einen „Außenreporter“ vor Ort geben, während Hänno im heimischen Setup reagiert und anzockt.

Diese Lösung hat laut dem Streamer sogar mehrere Vorteile:
- Die Spiele stehen wieder mehr im Mittelpunkt.
- HandOfBlood kann sich die anstrengende Reise sparen.
- Sogar die Kunden sind zufrieden, denn die hätten auch früher schon oft gefragt, ob man den Bühnenauftritt nicht streamen könne, was sich für die kurze Zeit aber kaum gelohnt hätte.
- Und das alles ohne finanzielle Einbußen, denn die gamescom-Woche ist laut HandOfBlood für Gaming-Influencer „umsatztechnisch oft wie ein zusätzliches fünftes Quartal.“
Kurzum: Laut HandOfBlood sei der neue Ansatz „für viele sogar ein coolerer Case“.
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings, denn: „Autogrammstunde kann man nicht aus dem Studio machen. Das ist wirklich eine Sache, die tut weh.“
Wie findet ihr den Ansatz von HandOfBlood? Hättet ihr die Influencer lieber selbst vor Ort, solange sie über die Spiele berichten? Verratet uns in den Kommentaren, von welchem Streamer ihr euch eine ähnliche gamescom-Show wünschen würdet.
Auf MeinMMO handhaben wir die gamescom ähnlich wie HandOfBlood: Während ein Teil der Redaktion vor Ort ist, und uns mit brandheißen Informationen versorgt, hält euch der Rest von der Heimzentrale aus auf dem Laufenden. Darum findet ihr bei uns: Alle Infos zu Uhrzeiten, Tickets, Programm und mehr zur gamescom 2026
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