Amazon verwendet Twitch-Streamer, um ihre KI zu trainieren, und es klingt mit jedem Satz gruseliger

Roboter schaut auf das Twitch-Logo Symbolbild Collage

Twitch hat ein neues Feature eingeführt, mit der User der Nutzung ihrer Daten für KI-Training widersprechen können. Die Implikationen sind beunruhigend.

Bei dem Titelbild handelt es sich um eine Collage. Das Hintergrund-Bild stammt von Magda Ehlers via Pexels.

Worum geht es überhaupt? Twitch stellte über den offiziellen Support-Account auf X am 12. August 2026 ein neues Feature vor: Streamer bekommen die Möglichkeit, der Nutzung ihrer Inhalte zum Training generativer KI zu widersprechen.

Moment einmal – bedeutet das etwa, dass die Streams bislang einfach ohne Wissen der Content Creator verwendet wurden? Diesen und weiteren Fragen stellten sich Chief Product Officer und „Money Guy“ Mike Minton sowie Community-Chefin Mary Kish in einer Fragerunde auf Twitch. Die Antworten wirken jedoch beunruhigend.

Auf Seite 2 erfahrt ihr, wie ihr eure Streams vor der KI schützt.

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Twitch-Fragerunde wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet

Was waren das für Antworten? Während des Livestreams gab es mehrere Momente, in denen Minton und Kish vielleicht ein bisschen mehr gesagt haben, als sie eigentlich wollten – wobei das, was sie nicht gesagt haben, teilweise sogar noch interessanter sein dürfte.

Etwa, als ein Nutzer fragt, wie Twitch das bei Inhalten auf seinen eigenen offiziellen Kanälen handhaben will. „Ich denke mal, wir wählen opt-out“ lautet die recht leise Antwort von Mary Kish (X).

An anderer Stelle will ein Zuschauer wissen, ob bisherige VODs denn bereits für KI-Training eingesetzt worden seien. Nach einer langen und bedeutungsschwangeren Pause gesteht Minton, die Antwort selbst nicht zu kennen. Er wisse nicht, was Amazon bislang in Sachen Modell-Training unternommen habe und welche Daten es dafür verwendet habe.

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Laut einem Bericht von Ars Technica könnte Amazon, das Twitch 2014 gekauft hat, aber schon seit mindestens 2024 Daten von Twitch nutzen, um seine KI-Modelle zu trainieren.

Warum ist das überhaupt so ein Thema? Abgesehen davon, dass die Nutzung von KI für viele mittlerweile ohnehin eine Grundsatzfrage ist, sorgt vor allem die Art für Unmut, wie Twitch das neue Feature eingeführt hat. Statt Nutzern die Möglichkeit zu geben, ihre Inhalte freiwillig zur Verfügung zu stellen, ist das KI-Training „Opt-out.“

Das bedeutet im Klartext: Das Feature ist automatisch aktiviert, und bleibt es auch so lange, bis ihr es von euch aus abstellt. Und das, obwohl viele Menschen diese Änderung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wollen. Das Feature lebt also davon, dass Nutzer die Einführung nicht mitbekommen, zu bequem sind, ihre Einstellungen zu ändern, oder es einfach vergessen.

Dessen ist man sich bei Twitch auch völlig bewusst, denn Mike Minton ist in seiner Erklärung, warum man sich für ein Opt-out-Modell entschieden habe, überraschend direkt:

Also warum ist es nicht opt-in? Das ist, was jeder hier in den Chat spammt. Ich verstehe das. […] Hier ist eine ehrliche Antwort, und ich denke, dass die meisten von euch das wahrscheinlich zu schätzen wissen: Wäre es opt-in, würde niemand zustimmen. Das ist ehrlich gesagt die Antwort.

Das gibt zwar Bonuspunkte für Ehrlichkeit, wird von der Community aber vor allem so aufgefasst: Wir wissen schon, dass ihr das nicht wollt, wir machen es halt trotzdem. Da hilft auch die Erklärung von Minton wenig, dass andere Dienste das ebenso handhaben würden.

Wofür will Twitch die Streams überhaupt nutzen? Laut der Support-Seite von Twitch sollen die Daten vor allem dazu genutzt werden, KI-gestützte Features auf Amazon zu verbessern. Wer also der Nutzung seiner Audio-Daten zustimmt, könnte dazu beitragen, Speech-to-Text-Modelle zu verfeinern, die beispielsweise automatische Untertitel generieren.

Die Rede ist allerdings auch davon, dass die KI-Modelle „Content“ in Form von „neuen Videos, Bildern oder Text“ generieren können sollen. Wie genau das aussehen könnte, bleibt an dieser Stelle offen.

Bei Amazon Prime wurden mittlerweile schon mehrere Produktionen mit KI-Stimmen veröffentlicht, die bei den Nutzern bislang jedoch eher mäßig ankamen: Amazon veröffentlicht mehrere Anime mit KI-Stimmen, sind so schlecht, dass sie Fans entsetzen. Ob wir da am Ende vielleicht den ein oder anderen Streamer unfreiwillig gehört haben?

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