Halo und der Master Chief sind für die Xbox wie Mario für Nintendo. Und die Probleme von Halo sind mehr oder weniger ein Symbol für den Niedergang der Xbox-Konsole.
Wer an Halo denkt, musste lange zwangsläufig an die Xbox-Konsole denken. Denn Halo war lange nicht nur einfach ein Shooter, sondern auch das Aushängeschild der Xbox-Familie.
Doch Halo ist schon länger am Straucheln. Sieht man einmal über das neue Remake hinweg, hat sich bei der Serie in den vergangenen Jahren wenig getan: Das letzte, richtige Spiel der Reihe, Halo: Infinite, kam 2021 auf den Markt.
Halo ist damit auch zu einem Symbol für den Niedergang der Xbox geworden, denn der Shooter und die Konsole sind stark miteinander verbunden. Oft wird Halo auch als Symbol für die Xbox gesehen.
Halo und der Master Chief sind für die Xbox wie Mario für Nintendo
Welche Rolle spielt Halo wirklich? Wenn man so will, ist Halo für die Xbox lange das gewesen, was Mario für Nintendo oder God of War für die PlayStation ist: eine Marke, für die man sich eine Konsole kauft und mit der sich Spieler identifizieren können. Das beste Beispiel hierfür ist der Master Chief:
Er ist die unumstrittene Hauptfigur, das Aushängeschild der gesamten Videospielmarke und die Identifikationsfigur für Millionen von Fans weltweit, die die Halo-Reihe spielen.
Und eben weil Xbox und Halo so stark miteinander verknüpft sind, wird der Zustand der Reihe oft auch als Stellvertreter für den Zustand von Xbox gelesen. Und bei Halo läuft es schon seit einigen Jahren nicht mehr so gut wie früher.

Die Halo-Reihe kämpft seit Jahren mit Problemen
Welche Probleme gibt es? Seit Bungie nicht mehr für Halo verantwortlich ist und die Aufgabe bei 343 Industries/Halo Studios liegt, verbinden viele Spieler die Reihe eher mit Sorgen: Spiele werden verschoben, die Qualität ist eher schwankend und eine allgemeine Unsicherheit über die Zukunft des Franchise besteht, berichtet etwa das englischsprachige Magazin Dexerto. Hinzu kommen weitere Punkte, die diese Wahrnehmung der Probleme unter Fans noch verstärken:
- Das letzte große Halo-Spiel kam im Jahr 2021 und war Halo: Infinite. Seitdem gab es kein wirkliches Aushängeschild der Reihe mehr, was den Eindruck des Niedergangs verstärkt. Und Halo Infinite wäre laut Capital.de beinahe zu einem riesigen Desaster für Microsoft geworden.
- Auch die Spielerzahlen zeigen das Problem: Das als Live-Service-Game gedachte Halo Infinite startete mit 272.000 Spielern auf Steam, ein halbes Jahr später liegen die Zahlen bei knapp 9.000 (via SteamDB).
- Viele Versuche, die Marke größer und breiter zu machen, scheiterten: Eine TV-Serie zu Halo wurde eingestellt und auch der Service-Game-Ansatz für die Halo-Reihe hat nicht wirklich funktioniert.
- Die Situation der Xbox gilt ohnehin als unklar: Microsofts Aussage, „Xbox everywhere“, also jedes Gerät ist eine Xbox, hat die traditionell exklusive Xbox-Marke noch stärker unter Druck gesetzt. Denn mit der Idee, das Spiel auch auf den PC und PS5 zu bringen, gleichzeitig aber Gears of War: E-Day Xbox-exklusiv zu machen, hat man noch mehr Leute vor den Kopf gestoßen.
Halo steht dafür, ob eine Xbox noch relevant und konkurrenzfähig wirkt
Am Ende geht es vor allem um eine gewisse Symbolik: Wenn Microsoft für Halo nicht mehr selbstverständlich die beste Hardware und das wichtigste Exklusivspiel liefern kann oder will, verliert Xbox einen Teil seines alten Alleinstellungsmerkmals. Denn wer soll sich noch eine Xbox kaufen, wenn man den wichtigsten Shooter der Konsole auch auf dem Gerät der Konkurrenz spielen kann?
Halo ist nicht einfach ein Titel im Portfolio, sondern ein wichtiges Indiz dafür, ob Xbox kulturell noch relevant und konkurrenzfähig wirkt. Nur um noch einmal das Beispiel mit Mario für Nintendo zu nennen. Für viele Fans gehören Halo, der Master Chief und die Xbox einfach zusammen. So wie sich Leute, die Mario spielen wollen, eine Nintendo-Konsole kaufen müssen.
Und, dass Halo: Campaign Evolved auch auf PS5 erscheint, passt in das Bild einer Xbox-Marke, die ihre frühere Exklusivität und damit einen Teil ihrer symbolischen Macht verliert und damit auch bewusst den Niedergang der eigenen Marke zementiert.
Ein weiteres Indiz für die Probleme zeigen auch die vielen Entlassungen bei Microsoft, von denen auch Halo Studios betroffen ist. Das Studio wird wohl nicht geschlossen, aber die Marke steht unter starker Beobachtung, berichtet Comicbook.com. So wie auch die Xbox-Konsole unter Beobachtung ist und hinter der Zukunft der Konsole ein dickes Fragezeichen steht.
Lohnt sich denn wenigstens jetzt das neue Halo: Campaign Evolved? MeinMMO-Redakteur Dariusz hat den Shooter jetzt in einem Test für MeinMMO nachgeholt und zeigt euch, wie gut sich die Neuauflage als Einstieg für neue Spieler eignet. Mehr dazu lest ihr direkt bei uns auf MeinMMO: Halo: Campaign Evolved im Test: Als PlayStation-Gamer verstehe ich endlich, wovon Xbox-Spieler seit Jahrzehnten schwärmen
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