So möchte Google kleinen Teams helfen, riesige MMORPGs wie WoW zu bauen

Google arbeitet derzeit am Project Chimera, dass Entwicklern beim Erstellen von großen Spiele-Welten helfen soll. So sollen auch kleine Studios einfacher MMORPGs kreieren können.

Was steckt hinter Project Chimera? Das Team hinter dem Projekt von Google stellt sich die Frage, ob über das Machine Learning riesige Spielwelten schneller und einfacher programmiert werden könnten.

Die Idee stellte Erin Hoffman-John, Head of Creative von Stadia Research and Development, in einem Interview mit dem Magazine MCVUK vor. Er sagt dazu:

Was wäre, wenn ein Team von 14 Personen ein Spiel in der Größenordnung von WoW erstellen könnte. Das ist ein absurdes Ziel, oder?

Die Sache mit Spielen wie WoW ist, dass sie stark auf sich wiederholende Inhaltserstellungen angewiesen sind. Künstler und Autoren machen im Wesentlichen sich wiederholende Arbeit. Da geht ein großer Teil der Investitionen rein.

Genau diese Arbeit soll den Entwicklern zumindest erleichtert werden.

Könnten Maschinen ganze MMORPGs kreieren?

Wie soll die Arbeit konkret aussehen? Nach der Beschreibung von Erin Hoffman-John bestehen Spiele wie World of Warcraft zu 70% aus Content und zu 30% oder sogar weniger aus Code.

Dieser Content wiederum könnte von Maschinen erstellt werden, wenn sie eine konkrete Vorlage und einen grundsätzlichen Aufbau programmiert bekommen. Schon heute sind viele Quests und Aufgaben in MMORPGs sehr ähnlich und repetitiv aufgebaut. Gut möglich also, dass wir einen Unterschied zwischen maschinellen und handgemachten Aufgaben gar nicht bemerken würden.

Außerdem könnten die Maschinen beim Balancing helfen, wie der Head of Creative beschreibt:

Indem das Spiel millionenfach von „Learning Agents“ gespielt wird, die in den grundsätzlichen Regeln des Spiels geschult wurden, könnte sich Balance sehr schnell testen lassen.

Selbst ein kleiner Entwickler, der vielleicht keinen Zugang zu hunderten von Testern hat, könnte also Zugang zu diesem Learning-Tool haben, um das Spiel zu optimieren.

Es [das Programm] kann das Spiel von selbst lernen, ohne dass ein Skript erstellt wird, und dann verraten, wo Probleme in der Balance liegen. Es ermöglicht Theorien über das Spiel-Design mit dem, was tatsächlich passiert, in Echtzeit zu testen.

KI
Eine KI kann bereits viel leisten. Besonders Google arbeitet in diesem Bereich sehr intensiv.

Kann das funktionieren? Dass Maschinen bereits heute sehr schnell die Regeln und das Balancing von Spielen lernen können, zeigt Googles KI, die Profis in Starcraft 2 besiegen kann.

Zudem forscht man bei Google derzeit an einer Möglichkeit, Raidbosse während des Kampfes lernen zu lassen, um sie so schwerer oder sogar unbesiegbar zu machen.

Auch was das Thema Geschichten angeht, gibt es bereits Beispiele wie die KI sie kreiert. Eines davon ist die AI Dungeon 2, die eigene Old School Text-Adventure zusammen mit dem Spieler erzeugt. Die Geschichten sind teilweise noch sehr verrückt und manchmal unverständlich, aber es zeigt, in welche Richtung sich die KI entwickeln könnte.

Nicht nur Google möchte das Kreieren von MMORPGs verbessern

Welche Techniken werden derzeit noch entwickelt? Neben Googles Project Chimera versucht auch die Firma Improbable kleinen Entwicklern zu helfen. Über ihre „Wundertechnologie“ Spatial OS sollen mithilfe eines Cloud-Systems schnell und einfach eine riesige Spielwelt erzeugt werden.

Die beiden Systeme schließen sich jedoch nicht zwingend aus, da Spatial OS mehr Wert auf die Server-Struktur legt, während sich Project Chimera auf das Füllen mit Inhalten konzentriert.

Worlds Adrift
World Adrifts sollte eigentlich ein Vorzeigeprojekt für Spatial OS werden, konnte jedoch nur wenige Spieler für die Idee des MMORPGs begeistern.

Einige ehemalige Entwickler von Guild Wars 2 wiederum konzentrieren sich darauf, eine bessere Interaktion in der Online-Welt zu erzeugen, um so ein Spiel mit „Zero Latency“ zu kreieren.

Während MMORPGs also an vielen Stellen bereits als totes Genre gelten, scheint es zumindest im technischen Bereiche neue und interessante Entwicklungen für Spiele dieser Art zu geben.

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Todesklinge

Eines kann die KI nicht, emotionale Entscheidungen treffen. Der Rest wäre möglich.

… hm, erschlage ich meinen Feind nun mit dem Schwert (schnell und schmerzlos) oder der Axt (langsam und grausam)?..
… solche emotionalen Entscheidungen muss man bei einer guten Tassee Tee entscheiden!

Lana Letsif

Das Problem dabei ist allerdings das Google schon viele ehrgeizige Projekte in Angriff genommen und auch wieder eingestampft hat. G+, Panoramio, Picasa, Orkut, Google Reader, Lively, Hangouts…. um nur einige zu nennen. Wer sich auf Google verlässt, der ist verlassen. Gerade für kleine Studios könnte das den Ruin bedeuten.

Bodicore

Der amerikanische Asiammogenerator 😎

Sorry, bin schon weg…

Jona

Ja gebt ihnen noch 20 Jahre dann bekommt man eine ZIP Datei. Nach dem entpacken gibt man noch seine Wunschvorstellungen ein und BOOM, du hast ein MMORPG entwickelt.

Nico

Weil das meisten in mmorpgs handarbeit braucht, ein Singleplayer RPG das mit einen Generator gebaut wird, wird auch niemals die Atmosphäre, flair haben und somit nie die Spielern zum erkunden einladen wie in einem handerstellten.

Einzig alleine das man ähnlich wie in Star Citizen eine Welt generiert und diese dann per hand dann füllt/bearbeitet würde leicht die Arbeitszeit kürzen

N0ma

Bin da auch eher skeptisch, mit generischen Quests ist keinem geholfen. Die interessieren mich jetzt schon nicht. Man klickt die an und drückt ok.
Wenn eine KI einen ganzen Roman schreiben kann den auch jemand spannend findet, dann ja, aber davon sind wir noch weit entfernt.
Für alles andere gibts jetzt schon Generatoren.

Nephalis

Aber genau für solche generischen Quests (die es ja immernoch überall zu hauf gibt) wäre es doch praktisch, wenn das nicht auch noch eine arme Socke 2-3 Wochen mach muss oder? Vorhanden sollten sie sein, keiner achtet wirklich auf sie, warum also viel Aufwand darauf verwenden? Was anderes wurde ja auch nicht behauptet.

Nico

man merkt deutlich wenn ein Spiel handarbeit ist. wie die städte, häuser etc gestaltet sind. Z.b. WoW macht das immer echt richtig gut, ganz selten gibt es ein Haus das gleich möbelisiert ist. HDRO ist das auch so.

Oder bei ff14 Sehr viele einzigartige Gebiete vom Stil her, das kannst du nicht generieren bzw lohnt ja garnicht.

Bei Asia grindern würde das vlt funktionieren

N0ma

So seh ichs auch man möchte einfach Handarbeit.

Nephalis

Ich bin vollkommen deiner Meinung. Wenn ich mir alleine vorstelle, dass die Routen von NPC’s und Mobs nicht mehr manuell erstellt werden müssen, dann ist das sicher ein ordentliches Zeitersparnis.

Dann die Rohfassungen von Gebieten, die dann „nur“ noch angepasst werden müssten und eben diese ganzen lahmen Kill-Quests und deren mobs. Wenn das alles einfach so generiert wird, und dann ggf. noch händisch angepasst kann ich mir gut vorstellen, dass das keiner mehr merkt.

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