Wie ich durch einen furchtbaren Raid in Final Fantasy XIV Freunde fürs Leben fand

Gemeinschaft spielt gerade in MMORPGs eine riesige Rolle. So auch für MeinMMO-Redakteur Alex, der durch einen Wink des Schicksals und einen ultimativen Stresstest Freunde fürs Leben fand. Schuld daran war ein Raid in Final Fantasy XIV.

Wir schreiben das Jahr 2020. Nichts ahnend scrollte ich auf Instagram herum und schaute mir einige Stories an. Eine zog meine Aufmerksamkeit besonders auf sich. Eine Bekannte teilte das Gesuch ihrer Freundin, mit dem sie interessierte Mitspieler für einen epischen Raid in Final Fantasy XIV anheuern wollte. Das neue Raid-Tier von Shadowbringers war gerade live gegangen und sie suchte für ihre Freundesgruppe vor allem Tanks und Heiler.

Ich überlegte kurz, denn schwierige Inhalte hatte ich vorher immer mal wieder gespielt, aber nie so richtig regelmäßig, mit einer festen Gruppe, und eigentlich war ich zu der Zeit weder als Heiler noch als Tank sonderlich geübt. Aus einem Bauchgefühl heraus schrieb ich sie dann trotzdem an. Könnte ja gut werden. Was ich damals nicht wusste: Diese Entscheidung würde mein Leben deutlich mehr beeinflussen, als ich jemals hätte ahnen können.

Wer schreibt hier? MeinMMO-Redakteur Alexander Mehrwald ist seit Anbeginn der Erweiterung Heavensward im Jahr 2015 in Eorzea unterwegs. Mit der epischen Eden-Raid-Version von Ramuh im Jahr 2020 hat er Blut geleckt und lässt seither keinen Raid-Tier aus. In Dawntrail sattelte er dann in seiner Raid-Gruppe von Tank auf Heiler um und tummelt sich noch immer mit Vorliebe in schweren Prüfungen und Raids. Aber auch sein Haus in den Lavendelbeeten und seine Insel freuen sich immer wieder über seinen Besuch.
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Zwischen Tortur und Höhenflug – ein Raid sondergleichen und ein paar Chaoten

Wie sich herausstellte, stammte das Gesuch von einer alten Freundin, die ich über einige Jahre aus den Augen verloren hatte. Sie spielte mittlerweile ebenfalls zeitintensiv FF14 und hatte sogar eine sehr aktive, eigene Gilde. Sie nahm uns freudig auf und die Gruppe war bald komplett. Dann ging alles ganz schnell.

Losgehen sollte es mit E5S, also dem Eden-Raid mit Ramuh auf epischer Schwierigkeit. Alle Mitspieler hatten kaum bis wenig Erfahrung mit epischen Raids und wollten das Ganze „einfach mal gemeinsam ausprobieren“. Aufgrund der bestehenden Konstellation stieg ich als Dunkelritter in der Rolle des Off-Tanks ein und brachte meinen Freund mit, der hauptsächlich als Weißmagier unterwegs war, um den fehlenden Heilerplatz zu füllen.

Zu der Zeit hatte ich wirklich wenig Erfahrung als Tank und hatte die Rolle bisher nur in Dungeons gespielt, aber ich dachte mir: Was soll schiefgehen? Lerne ich es halt währenddessen. Ja … der Plan war gelinde gesagt „spannend“.

Wer den Raid kennt, weiß: E5S gehört wohl zu jenen Kämpfen mit den frickeligsten und fehleranfälligsten Mechaniken in Final Fantasy XIV. Der perfekte Raid also, um „das Ganze einfach mal gemütlich auszuprobieren“. Da der Raid allerdings noch sehr neu war, hatte sich das noch nicht so sehr herumgesprochen und wir bissen uns eisern durch.

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Wer den Raid nicht kennt und sich einen Eindruck verschaffen möchte, kann sich dieses Video von Content-Creator ExObscur beispielsweise anschauen:

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Obwohl uns Mechaniken wie ein Kettenblitz, der alle paar Sekunden in einem Kreis stehend fehlerfrei weitergegeben werden musste, oder ein Add, das durch ein Minenfeld von Elektroborbs manövriert werden musste, ohne auch nur einen zu viel einzusammeln oder jemanden zu berühren, vermutlich unsere letzten verbleibenden Gehirnzellen gekostet haben, blieben wir standhaft. Von dem Tankbuster, bei dem man fast millimetergenau an der richtigen Stelle stehen und eine Action-Taste drücken musste, fang ich mal nicht an.

Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, wir waren zwischendurch wirklich verzweifelt. Doch am Ende haben uns genau diese anfängliche Unwissenheit und die hohe Schwierigkeit zusammengeschweißt. Denn auch wenn wir mehrere, nervenaufreibende Sessions à 3 Stunden mit sehr, sehr vielen Wiederholungen investiert haben, war das Gefühl, als der erlösende „Spielinhalt beendet“-Bildschirm auftauchte, unbezahlbar. Die Jubelschreie im Voice-Chat hättet ihr hören sollen.

Von Fremden und Bekannten zu jahrelangen Freunden

Und so anstrengend das Ganze auch war: Wir hatten Blut geleckt. Ehe wir uns versahen, wechselten mein Freund und ich extra die Server und traten der Gilde bei. Jede Woche trafen wir uns für weitere Savage Raids, aber auch für schwere Prüfungen, Schatzkarten, Mount-Farming und Co.

Zwar wechselten einige Gruppenmitglieder der „Raid-Ultras“ nach dem Ramuh-Debakel, allerdings kristallisierte sich schnell ein sehr harter Kern heraus, der auch heute, 6 Jahre später, immer noch jeden Dienstag gemeinsam in die epischen Raids zieht. Mit der Zeit wurden die Freundschaften immer enger und wir begannen, uns auch außerhalb des Spiels zu treffen.

Die vielen nervenaufreibenden Raid-Sessions und intensiven Strategiebesprechungen sowie glorreichen Siege, wenn der Boss endlich am Boden lag, hatten ein unzertrennbares Band geknüpft, das für mich die Magie von Gemeinschaften in MMORPGs perfekt widerspiegelt.

Ohne Final Fantasy XIV und die damalige Insta-Story meiner Bekannten hätte ich diese Freunde vermutlich nicht in meinem Leben. Habt ihr auch solche Geschichten, wie ihr langjährige Freunde in Spielen kennengelernt habt? Teilt sie gerne mit uns in den Kommentaren.

Übrigens ist es nicht bei unseren Abenteuern in Eorzea geblieben. Denn die Hälfte dieser verrückten Raid-Ultras gehört auch zu jenen liebenswürdigen Gestalten, die mit mir seit Jahren ein und dieselbe Kampagne in Dungeons & Dragons spielen: Ich spiele seit Jahren dieselbe Kampagne Dungeons & Dragons und das regelmäßig – das ist unser Erfolgsrezept

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1 Kommentar
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Xcoon

Final Fantasy XIV ist schon krass. Ich hab das Game 3x angefangen bin aber nie warm geworden damit es ist einfach… das Asiatische daran…

Aber bei allen 3 Versuchen habe ich mega schnell richtig nette und hilfbereite Leute gefunden. Ich glaube ich hab mehr symphatische und entspannte Spieler in meinen vielleicht 12Wochen Final Fantasy XIV angetroffen als in meinen 15Jahren WoW.

Und ich hab an einer Hochzeit teilgenommen in WoW hab ich nur Scheidungen erlebt 🤣🤣🤣

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