MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes konnte sich auf der gamescom 2026 die Roadmap zu EverQuest Legends zusammen mit 2 Entwicklern anschauen. Obwohl das MMO auf den ersten Blick nicht zu ihm als GenZ passt, hat Daybreak Games sein Interesse geweckt – weil man ein Problem anderer MMOs umgehen möchte, mit einer simplen Idee.
Ich bin kein großer MMO-Spieler und habe nicht mal viel Erfahrung im Genre, bis auf ein paar Dutzend Stunden in Final Fantasy 14. Trotzdem freute ich mich auf den Termin für EverQuest Legends (das am 28. Juli 2026 erschienen ist), hauptsächlich wegen der coolen Frosch-Menschen, die man spielen kann, und der polygonalen Optik des Spiels.
EverQuest Legends ist quasi eine Classic-Variante von EverQuest, einem der ältesten MMORPGs, das 1999 ursprünglich erschienen ist. Spannend dabei ist, dass EverQuest 1 und 2 noch existieren und weiter geupdatet werden.
Wie passt Legends denn da rein? Zum einen nutzt das Spiel die Optik der Uralt-Version von EverQuest – mittlerweile sieht das Spiel anders aus. Zum anderen, tweakt man die Erfahrung für eine moderne Spielerschaft.
Im Gespräch mit David Youssefi (Executive Producer) und Eric Wellman (Gameplay Designer) von DayBreak Games verrieten mir die beiden, dass sie einen entspannten Ansatz haben. Zwar gibt es auch harte Herausforderungen für die ehrgeizigen Spieler, aber laut den Entwicklern nutzen viele das Spiel eher zum Entspannen. Deshalb betonen sie auch: Man kann alles Solo spielen.
Doch das alles reichte eigentlich nicht, um mich zu überzeugen. Im Gespräch kamen aber dann noch interessantere Aspekte auf.
Einen Trailer zum Spiel seht ihr hier:
Das Feeling von früher
Schon die Möglichkeiten für den eigenen Charakter klingen spannend und auch innerhalb einer modernen Gaming-Landschaft interessant:
- Es gibt 16 Klassen und ihr könnt erstmals 2 und ab Level 10 sogar 3 Klassen kombinieren
- Dazu gibt es Völker, die teils leichte Stat-Unterschiede oder Passive haben. Die Orks können etwa nicht von vorne gestunt werden (was sie laut den Entwicklern sehr beliebt macht). Die sollen im Endgame aber fast keinen Einfluss haben.
- Das Beste: Spezies und Klassen können beliebig gewechselt werden, aber ihr müsst andere Klassen natürlich selbstständig leveln
Als Spieler, der mit alten 3D-Spielen aufgewachsen ist, finde ich die polygonale Optik einfach hübsch und nostalgisch, es passt zum Cozy-Ansatz. Außerdem liebe ich die Proportionen des Frosch-Volks.

Zudem gab es Infos zur Roadmap des Spiels und die ist gut gefüllt. Es kommt bald etwa ein neues Gebiet namens Rujarkian Hills, das auf der ursprünglichen Map von Everquest zwar existierte, aber nur theoretisch in der Lore vorkam und nicht tatsächlich begehbar war.
Dort wird es auch ein Schloss geben, das einer Elfen-Familie gehört, die sich seit Jahrhunderten als Händler einen Namen gemacht hat. Als neuer Zusatz der Lore wird es auch ein neues spielbares Volk geben.
Mehr zur Roadmap seht ihr hier:
Dieses Gebiet für erfahrene Spieler klingt spannend, aber viel mehr hat mich ein Feature interessiert, das im Winter kommen soll: Reincarnation.
Das soll quasi ein New Game Plus
werden. Es soll euch dazu inspirieren, Klassen erneut aufs Maximum zu leveln.
Damit will man verhindern, dass alter Content
obsolet wird, weil man zu stark ist. Als Belohnung fürs erneute Leveln sollen etwa Skillcaps erhöht oder Passives freigeschaltet werden. Für David Youssefi ist dieses Feature wichtig, weil er es in anderen MMOs eben nicht mag, dass alter Content irrelevant wird.
In Bezug auf die Kunark-Erweiterung, die bisher kein Release-Datum hat, sagten die beiden, dass man sie durchaus wie früher umsetzen möchte, aber mit einem eigenen Ansatz.
Als ich ihn fragte, warum Spieler so einen Drang nach alten MMORPGs haben, antwortete er für sich selbst: Er wisse, wie sich EverQuest damals anfühlte, und dieses Gefühl soll EverQuest Legends zurückholen – genau das, was eine Classic-Variante liefern sollte.
Mich, der EverQuest noch nie angerührt hat, konnte das aber auf jeden Fall catchen, vor allem das Reincarnation-Feature, das sich auch mit alten Inhalten auseinandersetzt, ohne sie einfach ultra-schwer machen zu wollen – und natürlich die nostalgische Polygon-Optik.
Allein das Gespräch mit den Entwicklern konnte dabei den Charme des Spiels versprühen, weil ich zumindest das Gefühl hatte, dass sie eine genaue Richtung für ihre Idee haben und auch die Ideen und Emotionen der Community mitnehmen.
Aber wie sieht es bei euch aus? Habt ihr EverQuest oder sogar EverQuest Legends gespielt? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Ich habe jetzt auf jeden Fall Interesse, mich ins MMORPG zu stürzen, zumindest, bis mich ein anderes Fantasy-Abenteuer einnimmt: Boah, ich hätte nie Dragon’s Dogma 2 verschmähen sollen, doch ich musste erst zur gamescom, um das zu erkennen
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