Epic CEO vergleicht „Fortnite vs. Apple“ mit Bürgerrechts-Bewegung, wird hart kritisiert

Der CEO von Epic Games „Tim Sweeney“ sprach in einem Interview von dem Streit zwischen Epic und Apple wegen Fortnite. Dabei verglich er den Streit mit der Bürgerrechts-Bewegung, die für die Rechte der Schwarzen kämpfte. Das kam bei einigen gar nicht gut an.

Das ist der Streit zwischen Epic und Apple: Nachdem Epic Games den Kauf der Ingame-Währung „V-Bucks“ per Update direkt ermöglicht hatte, um die App-Store-Gebühren von Apple zu umgehen, warf Apple Fortnite aus dem App Store. Google zog nach.

Daraufhin verklagte Epic Games Apple und Google. Es folgte ein Streit, bei dem Apple drohte, alle Entwickler-Accounts von Epic-Enwicklern zu schließen und dies schließlich durchführte. Dadurch schnitten sie die Entwickler von den iOS- und Mac-Tools ab, was zu katastrophalen Folgen für Spiele mit der Unreal Engine führte. Ein Gericht entschied zwar, dass Apple die Zugänge wieder freigeben musste, doch Fortnite bleibt nach wie vor aus dem App Store ausgeschlossen.

Laut Epic führt dieser Ausschluss aus dem App-Store zu massiven Spielerzahl-Einbrüchen bei Fortnite. Deshalb baten sie das Gericht, den Bann aus dem Apple-Store aufzuheben. Diese Bitte wurde Epic nicht gewährt, denn auch die Richterin sagte hier ganz klar: „Epic wäre zu Apple einfach nicht ehrlich gewesen.“

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Der Streit zwischen Apple und Epic scheint kein Ende zu nehmen

Streit wird von Sweeney mit Kampf für Bürgerrechte verglichen

Das sagte der CEO von Epic Games: In einem Interview mit The Wall Street Journal redete Tim Sweeney über den Streit, den Epic gerade mit Apple ausfechtet. Einer seiner Kommentare sorgte jedoch für Aufmerksamkeit.

Der Epic CEO sprach nämlich davon, wie sich Epic gegen Apple auflehnen würde, um ihre Rechte zu verteidigen. Das unterstreicht er mit einem Vergleich zu der Bürgerrechts-Bewegung in den USA.

Mit Apples Vereinbarungen einverstanden zu sein, ist das, was falsch ist. Das ist der Grund, weshalb Epic sich dagegen aufgelehnt hat und ihr davon hören könnt, und (…unverständlich) zum Kampf für Bürgerrechte, als es noch tatsächlich Gesetze in den Büchern gab und die Gesetze falsch waren. Menschen lehnten sich dagegen auf und es war nicht falsch, diese Gesetze nicht zu befolgen, weil damit einverstanden zu sein, sie nur zum Status Quo gemacht hätte.

Tim Sweeney im Interview

Laut techcrunch.com soll diese starke Aussage schon bei den Anwesenden für Augenrollen gesorgt haben.

„Weiße Männer lieben es, so zu tun, als würden sie unterdrückt“

So sind die Reaktionen: Auf Twitter gibt es einige Kommentare, die sich kritisch mit dem Bürgerrechts-Vergleich beschäftigen. Mit „Civil Rights Movement“ meint man in den USA vor allem die Bürgerrechts-Bewegung, die sich in den 50ern und 60ern für die Rechte der Schwarzen einsetzte. Der Vergleich dieser Bewegung mit einem Streit zwischen zwei reichen Firmen stößt einigen sauer auf:

  • „Das sorgt nur dafür, dass ich noch mehr zu Apple halte“
  • „Reiche, weiße Leute lieben es so zu tun, als wären sie unterdrückt.“
  • „Weiße Männer, mit mehr Geld als die meisten je sehen werden, denken, sie werden dafür bestraft Regeln zu brechen, um noch mehr Geld zu machen, sei dasselbe wie wegen der Hautfarbe getötet zu werden. Okay.“
  • „Ich liebe Epic, aber das zu sagen, war einfach dumm.“

Die Seite Gamerant berichtet, dass die meisten Kommentare darauf hinwiesen, dass der Vergleich nicht korrekt war.

Sweeney hatte zudem vergessen zu erwähnen, dass Epic mit der Einführung eigener Mikrotransaktionen gegen einen Vertrag mit Apple verstoßen hatte.

So reagiert der Epic CEO: Sweeney unterstrich noch mal seine Aussage. Er wollte sagen: „Wenn die Regeln falsch sind, dann sei es richtig, sich nicht an diese Regeln zu halten.“

Reaktion auf Apples neue Regelung?

Diese neue Regel führte Apple ein: Noch vor dem Interview hatte Apple angekündigt, dass sie nun nur noch 15% statt 30% der Einnahmen von den Unternehmen fordern würden, die ihre Dienste in Anspruch nehmen. Das gilt jedoch nur für Unternehmen, die weniger als 1 Million Einnahmen pro Jahr (ab 2021) einnehmen (via reddit). Fortnite wäre davon also nicht betroffen.

Auch darauf reagierte Tim Sweeney und legte seine Vermutung nahe, dass Apple wohl versucht „so viel negative Kritik wie möglich von sich zu lenken, um mit ihrer Ausschließung und dem 30%-Anspruch im App Store davonzukommen.“ Genau dies scheint er jetzt „bekämpfen“ zu wollen.

Der Streit zwischen Epic und Apple könnte noch eine ganze Weile andauern. Für Spieler, die Fortnite auf ihren iOS-Geräten spielen wollen, bedeutet das, das sie noch warten müssen. Aber auch da ist noch nicht klar, wie das Gericht schlussendlich entscheiden wird.

Quelle(n): Gamerant, thegamer, techcrunch
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Wolve In The Wall

Lästere gerne über Apple, aber das haben sie mal smart gelöst. Als „Klassenkampf“ -Argument wurde ja u.a. immer angeführt, dass gerade kleine Entwickler unter der Provision leiden. Indem Apple nun für kleine Entwickler weniger verlangt haben sie das Argument relativ sauber ausgeschalten.
Vertretbar ist das ganze auch, da es im Grunde mit der „Reichensteuer“ vergleichbar ist – bei der besonders wohlhabende auch stärker versteuert werden als Normalverbraucher.

Luripu

Ein weiterer Punkt auf Sweeneys „ich bin so arrogant und abgehoben“ Liste.

N0ma

Halte den Vergleich auch für ziemlich unangebracht.

Allerdings zum Thema Apples Einlenken bei den Gebühren, hatten die „Apple macht alles richtig“ Jünger wohl doch nicht recht.

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