Ehemaliger Entwickler von Call of Duty sagt, SBMM bestraft gute Spieler – Aber das sei nötig, damit das Spiel nicht stirbt

Ehemaliger Entwickler von Call of Duty sagt, SBMM bestraft gute Spieler – Aber das sei nötig, damit das Spiel nicht stirbt

Viele Spieler kritisieren das Matchmaking von Call of Duty. Ein Entwickler erklärte, warum das System zum Überleben des Spiels wichtig ist.

Was ist dieses SBMM überhaupt? SBMM steht für Skill-based-Matchmaking. Es beschreibt ein Matchmaking-System, das anhand eures Skills und eurer spielerischen Leistung eure Mitspieler und Gegner auswählt. Je besser ihr spielt, desto stärker werden demnach eure Gegner.

Das Matchmaking von Call of Duty ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema in der Community von Call of Duty. Die einen finden SBMM gut, weil sie dadurch nicht gegen deutlich bessere Spieler spielen müssen. Die anderen kritisieren das System, weil sie deshalb keine entspannten Runden mehr spielen und in jedem Match ihr Bestes geben müssen.

Ein unfaires System, das gute Spieler bestraft

Wer ist der Entwickler? Der Branchen-Insider Tom Henderson hat in einem Interview mit dem ehemaligen „Call of Duty“-Entwickler Charlie Olson gesprochen (via Insider-Gaming). Olson war 6,5 Jahre bei Raven Software tätig, ehe er 2020 zu Machine Games wechselte. Bei Raven Software arbeitete er unter anderem am Algorithmus für das Matchmaking Rating (MMR).

Was sagt der Entwickler? Olson erklärt, dass es stimme, wenn Activision und andere Unternehmen sagen, dass das SBMM wichtig sei, damit die Spieler nicht aufhören, ein Spiel zu zocken. Das habe er bei Analysen festgestellt, die er während seiner Zeit bei Call of Duty anstellte.

Laut Olson würden rund 50 % der Spieler mit einem Spiel aufhören, wenn es kein SBMM hat. Das Problem sei: Schlechtere Spieler mögen es nicht, platt gemacht zu werden und gute Spieler mögen es nicht, ständig das ganze Team tragen zu müssen.

Olson versteht aber, dass speziell gute Spieler vom SBMM frustriert sind und Verbesserungsbedarf besteht:

Das große Problem bei SBMM ist jedoch, dass man nicht mehr weiß, in welcher Liga man spielt. SBMM nimmt einem das Gefühl von Skill und Geschicklichkeit. Es gibt weniger Feedback zu den Fähigkeiten, die Statistiken sind nicht so wichtig, KD ist weniger ein Angeberrecht; es ist wirklich ein ernsthaftes Designproblem.“

Olson führt aus, dass SBMM gute Spieler bestrafe und es deshalb ein unfaires System sei: „Wenn man versucht, besser im Spiel zu werden, belohnt SBMM einen nur mit härteren Gegnern. Ich würde sogar sagen, dass SBMM die Spieler dafür bestraft, dass sie gut sind. Das ist unfair, und die Spieler haben Recht, sich darüber zu beschweren.“

Eine mögliche Lösung, um dieses unfaire Gefühl bei besseren Spielern zu lösen, sei laut Olson, eine Art Belohnungssystem einzuführen. Spieler, die dann etwa in Lobbys mit einem höheren Skill-Level spielen, würden beispielsweise mehr Erfahrungspunkte für die Runde bekommen.

Ohne SBMM verlieren viele Spieler die Lust – wie bei XDefiant

Wieso könnte ein Spiel ohne SBMM sterben? Schon im Dezember 2024 erklärte Olson gegenüber dem dänischen Magazin Arkaden, dass das Fehlen von SBMM ein Faktor beim schnellen Tod von Ubisofts CoD-Konkurrenten XDefiant gespielt haben könnte:

Ich würde sagen, dass XDefiant keine SBMM-Daten zur Verfügung hatte, die sie sich ansehen konnten. Sonst hätten sie den Kurs geändert. Sie hätten sich diese Tür offen lassen sollen. Ich weiß nicht, ob das Spiel dadurch gerettet worden wäre, aber es ist nicht auszuschließen.

Was XDefiant und SBMM betrifft, so wäre es ohne [genauere Untersuchungen] schwierig zu quantifizieren, wie die Dinge bei SBMM anders gelaufen wären, aber was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass sie sich nicht die besten Erfolgschancen gegeben haben. Es war ein Fehler, SBMM auszulassen, und zwar aufgrund von Unkenntnis darüber, wie und warum SBMM funktioniert.

Olson via arkaden.dk

Olson sagt zwar, dass Call of Duty vielleicht ein zu striktes SBMM habe, aber die Lösung sei nicht, das System komplett zu entfernen. Man würde viele Spieler mit geringem Skill verlieren und das würde zu einem Kaskadeneffekt führen.

Es gibt allerdings noch weitere Faktoren, die zu der vorzeitigen Abschaltung von XDefiant beigetragen haben könnten. MeinMMO-Redakteur Dariusz hat sich den Fall des Arena-Shooters genauer angeschaut: Von 8 Millionen Spielern in einer Woche bis zur Abschaltung nach nur einem Jahr – Der Fall des kostenlosen CoD-Killers

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AnalNinja1232

So Shooter wie COD leben von ,,schlechten” Spielern und das ist nun mal so. Für die ganzen Tryharder gibt es dann,,League”. Das einzig beschissene ist das sich ,,gefühlt” jede Runde anfühlt wie ein Turnier und die Leute nicht mehr ,,entspannt” zocken. So, als ginge es um ihr Leben. Früher konntest du entspannt 5 Bier zischen und kamst trotzdem klar, heute muss du im Dauerfokus sein 😆 *Hoffe das es irgendwann mal ein ,,entspanntes” Matchmaking gibt, eine Art Mittelweg.

Chris-Hitman

Heute haben die Waffen ,die lieber nicht dabei sein sollten. Battlepass 200 teurer! Gibt nur noch 950 cp statt 1100. Crossplay lässt sich nicht Ausschalten für PC user. Schlechte Spieler laufen durch das Spielfeld und sind nicht zu Töten! Was soll der Scheiß ?Ich Spiele CoD seit CoD1 .Bo6 war Definitiv das letzte!

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