Alle meckern über das Ende der Discs – Für mich kann diese Zukunft gar nicht schnell genug kommen

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MeinMMO-Dämon Cortyn versteht den Trubel um die Abschaffung der Discs nicht. Denn das bringt auch viele Vorteile, die seit Jahren genutzt werden.

In den letzten Wochen hat ein Thema die Gaming-Community ziemlich in Aufruhr versetzt: die anstehende Abschaffung von Discs bei der PlayStation. Für viele Spielerinnen und Spieler war das der Grund für einen großen Aufschrei und sogar schon einige geplante Boykott-Aktionen.

Dabei verstehe ich die Kritik durchaus. Die Entscheidung, künftig keine festen Datenträger mehr zu haben, kann man durchaus kritisieren.

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Die Schöpfer der PlayStation besuchten hunderte Entwickler, doch alle fanden die Idee furchtbar

In meinem Leben kommen schon lange keine Discs mehr vor

Ich habe das einfach mal mit meiner Lebensrealität abgeglichen und glaube: Der Einfluss auf mich wird äußerst gering sein.

Dabei habe ich es auch geliebt, Boxen zu sammeln.

Ich hatte damals eine große, leere Wand und habe all meine PS2- und PS3-Spiele mit Klett ausgestattet, um sie mir an die Wand zu hängen. Das hatte so ein bisschen Videothek-Feeling (kennt noch jemand Videotheken?) und sah auch einfach gut aus – zumindest bis es im Sommer dann so heiß wurde, dass der Kleber auf der Rückseite der Klettstreifen sich löste und die halbe Wand in einer Kettenreaktion krachend zu Boden ging.

Auch jetzt stelle ich mir gerne noch eine Collector’s Edition ins Regal. Aber ich brauche die physischen Datenträger nicht mehr für mein Gaming-Erlebnis.

Ganz ehrlich? Inzwischen nerven Discs mich sogar ungeheuer. Jedes Mal, wenn meine PlayStation von mir möchte, dass ich doch bitte die Disc für „Detroit: Become Human“ einlege, rolle ich entnervt mit den Augen. Es ist im Grunde das einzige Spiel, für das ich noch aufstehen muss und bei dem die PlayStation ab und an laut mit dem Laufwerk rattert, weil irgendeine Datei nachgeladen werden muss, die eigentlich auf der PS5 hätte sein können.

Bei Detroit: Become Human braucht Cortyn noch eine Disc – das einzige Spiel, bei dem das so ist.

Discs sind meistens langsamer als fest installierte Spiele

Hinzu kommt, dass Datenträger immer häufiger sogar ein Hindernis sind, das die Leistung hemmt. Bei der Switch 1 merkte man anhand der Ladezeiten deutlich, ob ein Spiel vollständig auf dem Speicher der Konsole installiert ist oder immer wieder vom Datenträger etwas nachgeladen werden muss. Bei der Switch 2 liegen die Spiele bei Gamekey-Cards ohnehin installiert im Speicher der Konsole.

Vor allem habe ich auch jetzt noch immer wieder Erinnerungen an Probleme, die mit Discs einhergingen. Ich weiß noch gut, wie ich mir damals die PlayStation (1) eines Freundes ausgeliehen hatte, um Final Fantasy IX zu spielen. Und ich erinnere mich noch exakt daran, dass die Disc 2 des Spiels einen Kratzer hatte, der dazu führte, dass das Spiel beim Abspielen einer Zwischensequenz hängen blieb. Ich musste die letzte Passage mehrfach spielen und immer hoffen, dass der Kratzer dieses Mal übergangen wird – bis es irgendwann gelang.

Das sind einfach Fehler, die wohl kaum auftreten würden, wenn das Spiel gänzlich digital auf einer SSD oder Festplatte abgespeichert ist. Klar, auch da gibt es mal Datenkorruption – aber eben doch weitaus seltener als ein Kratzer auf einer Disc. Und selbst wenn: Dann lässt sich das Spiel im Shop einfach neu herunterladen.

Final Fantasy IX Combat
Das gute Final Fantasy IX hat oft für Frust gesorgt – wenn die CD einen Kratzer hatte.

Ich finde aber auch die Argumentation kurios, zu fragen, was denn los sei, wenn Sony irgendwann beschließt, dass ein Online-Dienst eingestellt wird. Dieses Szenario haben wir auf dem PC seit mehreren Jahrzehnten mit Steam. Natürlich ist das ein potenzielles Risiko – aber wie realistisch ist das?

Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, war es ohnehin recht selten, dass man sich in meinem Umfeld Spiele ausgeliehen hat. Es war eher so, dass jeder Haushalt eine andere Konsole hatte. Während ich auf meinem N64 Ocarina of Time spielen konnte, hatte ein Freund von mir die PlayStation mit Final Fantasy und ein anderer später die Xbox mit Halo.

Da hat man sich einfach keine Spiele ausgeliehen, sondern schlicht die ganze Konsole weitergereicht und die in ein paar Wochen wiederbekommen.

Auch hatte ich niemals den Drang, Spiele wieder gebraucht zu verkaufen oder gebraucht anzukaufen. Wenn ich ein Spiel unbedingt wollte, dann wartete ich auf ein besonderes Angebot oder kaufte es mir zum regulären Preis. Ja, das mag für manche wie ein Luxus wirken – doch ich kaufe mir selten Spiele. Vielleicht eine Handvoll pro Jahr, wenn überhaupt. Aber für die zahle ich dann in aller Regel auch den vollen Preis, um die Entwickler zu unterstützen. Für ein Baldur’s Gate 3 oder bei einem Clair Obscur: Expedition 33 würde ich mich schon fast schlecht fühlen, das nicht „selbst“ gekauft zu haben.

Vielleicht habe ich auch einfach eine andere Beziehung zu Games als viele, die sich gerade aufregen. Denn wenn ich mir ein Spiel kaufe, dann spiele ich das im Regelfall einige Wochen oder Monate intensiv (wenn es nicht gerade ein MMORPG ist). Vielleicht komme ich nach einem Patch, Update oder DLC noch einmal zurück. Doch nach zwei oder drei Jahren starte ich viele Spiele gar nicht mehr. Die Ausnahmen kann ich an einer Hand abzählen, wie etwa Final Fantasy IX oder ein paar andere alte JRPGs.

Trotz all der Sorgen, die es durchaus gibt: Ich brauche keine Discs und andere externe Datenträger mehr. Für mich wird die rein digitale Zukunft der Spiele deutlich bequemer. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Eigentlich lebe ich bereits seit Jahren in genau dieser Zukunft, auf die Sony und viele andere hinarbeiten, sodass es für mich gar keine Veränderung gibt. Aber wie seht ihr das? Sorgt ihr euch wegen der Abschaffung der Discs? Oder seht ihr dem eher gelassen entgegen?

Kommentare

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6 Kommentare
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Rockit

ein schöner, sachlicher Artikel. Danke dafür.
Auch bei mir ist es quasi genauso – wenn ich ein Spiel will kaufe ich es, oder warte (wenn ich unsicher bin) auf ein Angebot. Das Game wird gespielt und alte Games packe ich äußerst selten nochmal an.
Ich besitze auch keinerlei physische Games mehr und vermisse es auch nicht. Von daher halte auch ich den Impact für gering – klar wer physische discs bevorzugt, für den ist es unter Umständen schade/schwieriger, aber für die Breite Masse (ja ich weiß, die große Masse nutzen alle brav ihre disc ohne patches usw…/s) wird es keinen Unterschied machen. Zumal am PC ohnehin alles Digital Only ist. Und ja – Steam ist etwas kundenfreundlicher als Sony, aber dennoch ist es genau das gleiche. Beide können (und haben) den Verkauf verschiedener Titel eingestellt, auch Publisher können nachträglich Ihre Spiele delisten/nicht mehr zum Kauf anbieten.
ABER bisher hat keiner der großen 3 (Microsoft, Sony, Steam) gekaufte Titel aus den Bibliotheken der Nutzer entfernt – die Möglichkeit haben sie alle, getan hat es bisher keiner.
(und bevor jemand belehrendes kommt: Filme haben ein anderes Lizenzmodell als es bei Games nach aktuellem Stand üblich ist und dienen daher nicht als Vergleich)

Greenbeast

Sony hat die gekauften Filme über deren Plattform den Kunden gelöscht. Da Lizenzreche vorbei waren. Sie haben also etwas verkauft, was sie selbst nicht besessen haben.
Soweit ich weiß, wurde auf Steam noch nie ein Spiel aus einer Bibliothek von jemanden gelöscht. Wer es hat, darf es behalten.

Zum Artikel.
PC als Vergleich zu nehmen ist keine gute Idee.
Ist es eine freie Plattform mit vielen Anbietern.ist Steam zuverlässiger wenn es um Aussetzer oder Hacks geht. ist das ganze Internet unsere Sicherheitskopie.
Ohne Zwischenhändler hat Sony die totale Kontrolle über ihren Shop. Nintendo will das sicher auch noch machen, aber ihre Spieler müssen langsam herangeführt werden… Xbox verkauft ja noch über den PC, was etwas Ausgleuch schafft.

Zuletzt bearbeitet vor 26 Minuten von
Rockit

Genau – Filme und Games haben andere Lizenzmodelle, wie geschrieben. Daher ist ein Vergleich mit Filmen nicht passend.

Auch Sony noch keine Games aus den Bibliotheken der Nutzer gelöscht. Das ist der Status Quo über alle Plattformen. Wer ein Game in der Bibliothek hat darf es behalten.

Greenbeast

Da fängt es an. Es kann nicht sein, dass Sony von “Kaufen” reden kann, dann aber in den seitenlangen AGB dann reinschreibt: “kaufen gilt in diesem Fall als erwerb einer zeitlich begrenzten Lizenz”.
Und das Spiele und Filme/Musik anderst sind. Nein. Es wurden schon genug Spiele “gekillt” weil ein Musikstück kein Lizensrecht mehr hatte.

Rockit

Das ist es bei Steam doch aber auch? Wo ist der Unterschied?
Steam weist auch unter dem “kaufen” button darauf hin das eine Nutzungslizenz erworben wird.
Die Spiele wurden nur aus dem Verkauf genommen – nicht aus den Bibliotheken der Nutzer. Ggf. wurde auch nur das betreffende Musikstück rausgepatcht.

themrc

Auch Sony noch keine Games aus den Bibliotheken der Nutzer gelöscht. Das ist der Status Quo über alle Plattformen. Wer ein Game in der Bibliothek hat darf es behalten.

Nur weil es bisher nicht passiert ist, wird es also nie passieren?

Schwierig, Diggi, schwierig.

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