The Defiant ist ein neuer Shooter des chinesischen Entwicklers Hoothanes. Im Interview mit MeinMMO erklärte Game Director Kong Yuheng, wie die Vision für den Shooter aussieht.
The Defiant ist ein Shooter, der zwar im Zweiten Weltkrieg spielt, sich aber mit einem bislang ungenutzten Schauplatz auseinandersetzt. Das Spiel findet nämlich auf den Schlachtfeldern des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs statt. Dieser dauerte von 1937 bis 1945 und dürfte nur wenigen westlichen Spielern bekannt sein.
MeinMMO-Redakteur Niko Hernes konnte auf der gamescom bereits 15 Minuten lang einen Abschnitt spielen. Besonders stach der knackige Schwierigkeitsgrad hervor. Nach dem kurzen Antesten erklärte Game Director Kong Yuheng im Interview mit Niko mehr zum Spiel, dem Gameplay, Schwierigkeitsgrad und der Dauer des Shooters.
„So originalgetreu wie möglich“
MeinMMO: Das Spiel macht sehr viel Spaß und ist sehr schwer, aber ich mag Herausforderungen. Eine wichtige Sache bei The Defiant: Der Zweite Weltkrieg ist ein häufig verwendetes Thema in Shootern, aber Ihr Spiel hat einen ganz besonderen und anderen Blickwinkel – China. Warum ist es Ihrer Meinung nach im Vergleich zu anderen Spielen dieses Genres so besonders?
Game Director Kong Yuheng: Weil es, wie Sie bereits erwähnt haben, viele Shooter gibt, die auf dem Ersten und Zweiten Weltkrieg basieren, aber es gibt nicht ein einziges, das eine chinesische Schlacht im Zweiten Weltkrieg darstellt. Der Zweite Weltkrieg war jedoch gewissermaßen ein globaler Krieg, und wir hoffen, darstellen zu können, was damals in China geschehen ist.
Viele westliche Zuschauer haben darüber keine allzu guten Kenntnisse. Manche sind also sehr neugierig, andere wissen einfach gar nichts darüber. Deshalb wollen wir mit diesem Spiel zeigen, dass auch wir einen großen Beitrag zum Zweiten Weltkrieg geleistet und viele Menschen geopfert haben.

MeinMMO: Wie spiegelt sich der Schauplatz des Konflikts in den Waffen und im Gameplay wider?
Kong Yuheng: Wir haben historische Recherchen durchgeführt. Also, was das Spiel angeht – zum Beispiel die Waffen, wie Sie erwähnt haben, und die Schauplätze –, sind wir zu den tatsächlichen Orten gefahren, um Fotos und Videos aufzunehmen. Diese haben wir dann mit ins Studio genommen. Unser Techniker ist auch ein Militärexperte. Wir werden versuchen, alles so originalgetreu wie möglich nachzubilden, um wiederzugeben, was damals tatsächlich verwendet wurde.
MeinMMO: Können Sie uns mehr über das Missionsdesign erzählen? Ist es stark actionlastig oder gibt es auch ruhigere Abschnitte oder Stealth-Passagen?
Kong Yuheng: Also, in diesem Teil [der auf der Gamescom spielbar war] geht es einfach nur ums Schießen, und in anderen Teilen haben wir unterschiedliche Aufgaben. Zum Beispiel gibt es in den anderen Kapiteln auch Spionage und dann gibt es Stealth-Abschnitte. Also verschiedene Strategien, um gegen den Feind zu kämpfen, also unterschiedliche Aufgaben.

„China entwickelt sich schnell“
MeinMMO: Eine Frage zu China als aufstrebendem Markt für Spiele. Wenn man sich die gamescom und andere Messen ansieht, gibt es heutzutage so viele chinesische Spiele aus verschiedenen Genres – Action-Spiele, Shooter… Was macht China Ihrer Meinung nach im Bereich Gaming so besonders?
Kong Yuheng: Wie Sie gerade erwähnt haben, entwickelt sich China derzeit sehr schnell in der Spieleindustrie, da das Land im Laufe mehrerer Jahre der Entwicklung eine große Anzahl an Spieleexperten, Spieletalenten und Spielewissen angesammelt hat. Wir verfügen also über viel Erfahrung in der Forschung und Entwicklung in der Spieleindustrie. Und außerdem haben wir beispielsweise bei dieser Art von hochwertigen Spielen Outsourcing-Unternehmen und auch in diesen Bereichen viel Erfahrung.
MeinMMO: Um noch einmal auf The Defiant zurückzukommen – wie ist die Geschichte aufgebaut, da es sich um ein Singleplayer-Spiel handelt? Handelt es sich eher um mehrere kleine Geschichten oder um eine große Geschichte?
Kong Yuheng: Wir haben vier Kapitel. Jedes Kapitel ist also eine eigenständige Geschichte, aber es gibt einen Punkt, der die vier miteinander verbindet. Außerdem nutzen wir vier verschiedene Schauplätze, vier verschiedene Jahreszeiten, und natürlich gibt es in jedem Kapitel unterschiedliche Waffen und unterschiedliche Aufgaben. Aber wir haben auch einen Koop-Modus, es gibt also einen Solo- und einen Koop-Modus. Vier bis sechs Spieler zusammen.
MeinMMO: Haben Sie eine Vorstellung davon, wie lange es dauern wird, das Spiel durchzuspielen?
Kong Yuheng: Die vier Kapitel dauern 10 bis 12 Stunden.
MeinMMO: Was den Schwierigkeitsgrad angeht – der gefällt mir wirklich gut – wird es mehrere Schwierigkeitsstufen geben?
Kong Yuheng: Ja, verschiedene. Aber in dieser Version haben wir das noch nicht umgesetzt. In der endgültigen Version werden wir jedoch verschiedene Schwierigkeitsstufen einrichten.
MeinMMO: Ist es eher ein schwieriger Abschnitt, oder bin ich einfach nur schlecht im Spiel?
Kong Yuheng: Nein, das ist ziemlich schwierig, aber es handelt sich um einen späteren Teil der gesamten Geschichte.
MeinMMO: Gibt es neben der Historie noch weitere Inspirationsquellen für das Spiel?
Kong Yuheng: Ich denke, die Inspiration liegt einfach darin, dass wir uns in diesem Genre gut auskennen und uns auf der Grundlage dieses Genres künstlerisch ausdrücken.
MeinMMO: Wie haben Sie während der Entwicklung des Spiels die Teams strukturiert?
Kong Yuheng: In unserem Entwicklerteam arbeiten wir miteinander zusammen. Einige kümmern sich um die Planung, andere um die Ästhetik, wieder andere um das Programmdesign. Wir haben also alle dasselbe Ziel: unser Spiel zu präsentieren. Wir haben verschiedene Verantwortliche für die verschiedenen Abteilungen, und dann arbeiten wir zusammen.
MeinMMO: Vielen Dank.
Kong Yuheng: Gern geschehen.
Das Interview führte MeinMMO-Redakteur Niko Hernes.
Was haltet ihr von The Defiant? Werdet ihr euch den Weltkriegs-Shooter zum Release genauer anschauen? Einen Termin gibt es dafür übrigens dafür noch nicht. Zum Erscheinen wird das Spiel auf Steam, PS5 und Xbox Series veröffentlicht. Auf der Gamescom gab es noch weitere Highlights für Genre-Fans: Ein Cyberpunk-Shooter schafft das, was nur Super Mario konnte: Ich freue mich über einen verdammten Schnauzer
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