Der Macher von Avatar wollte düsteren Spider-Man für Erwachsene drehen, am Ende scheiterte es am Bankrott einer Firma

Spider-Man hätte bereits in den 90ern einen aufwändig inszenierten Kinofilm bekommen sollen. Niemand Geringerer als James Cameron war als Regisseur geplant. Seine Version von Peter Parker sollte ziemlich düster werden.

Die meisten dürften die Spider-Man-Filme mit Tom Holland, Andrew Garfield oder Tobey Maguire kennen. Letzterer läutete gemeinsam mit Regisseur Sam Raimi im Jahr 2002 die große Superhelden-Ära ein.

Doch schon Anfang der 90er beschäftigte sich James Cameron mit dem Thema. Ja, richtig gelesen. Der Regisseur von Avatar, Aliens oder Titanic wollte seine Version von Peter Parker ins Kino bringen.

Dazu schrieb er ein Konzept, das teils bereits Elemente eines Drehbuch aufweist. Wer daran interessiert ist, kann es auf der Website teako170.com nachlesen.

Das Besondere an dieser Fassung ist, dass die Geschichte deutlich düsterer gewesen wäre und Peter Parker zu einem fluchenden, innerlich zerrissenen Schüler gemacht hätte. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, der unter Fans für Diskussionen sorgt.

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Eine düstere Story vom Action-Meister

Wie sah Camerons Vision aus? Peter Parker kommt aus einem sozial schwachen Viertel, er ist Einzelgänger und rebellisch. Ungewöhnlich für die späteren Filme tritt er trotzig und fluchend auf. An einer Stelle ruft er etwa: „Ich bring dich um! Du Arschloch! Hörst du mich?! Du bist tot, du kranker Mistkerl!“

Auch in Camerons Version gibt es den berühmten Spinnenbiss, nach dem Peter in einen Fiebertraum voller Halluzinationen fällt und im Schlaf eine klebrige Masse ausscheidet. Als Spider-Man muss er sich dann dem Schurken Carlton Strand stellen, den man sich als eine Mischung aus Electro und Kingpin vorstellen kann.

Das Drehbuch sorgt bis heute für Diskussionen, etwa auf Reddit, weil es einige Aspekte enthält, die für Spider-Man befremdlich wirken. Unter anderem gibt es darin eine explizite Sexszene mit Mary Jane auf der Brooklyn Bridge. An anderer Stelle stirbt ein Kind bei einem Sturz, nachdem Spider-Man es wegen eines Diebstahls verfolgt hat. Auch die Netzschießer wurden hier erstmals organisch erzeugt, was später von Sam Raimi übernommen wurde.

Einige Fans finden Gefallen an dem düsteren Anstrich. So betont ein Nutzer auf Reddit, dass sich Camerons Vision näher an jener aus den 60er-Jahren orientiere. Der raue Ton sei realistisch und würde eine erwachsene Sicht auf den Helden bieten.

Ein anderer User denkt auf Reddit hingegen, der Film wäre gescheitert und hätte Spider-Man geschadet: „Es war ihm [Cameron] egal, ob es genau dem Comic entsprach.“

Am Ende scheiterte das Projekt, weil das Produktionsstudio Carolco Pictures 1996 Bankrott ging. Zuvor gab es bereits Rechtsstreitigkeiten. Der Film war also schon während der Entwicklung von Problemen geplagt.

Warum wäre James Cameron perfekt gewesen? Das Drehbuch mag düster sein und eine neue Sicht auf Spider-Man bieten. Abgesehen davon wäre es spannend zu sehen, wie Cameron etwa die Kämpfe und Action-Szenen inszeniert hätte. Er gilt als einer der großen Experten für das Genre und bietet in all seinen Filmen spektakuläre und überzeugend inszenierte Action. Denkt nur an Aliens oder Avatar.

Immerhin haben einige von Camerons Ideen seinen Nachfolger Sam Raimi inspiriert. Und der hat immerhin drei sehr prägende Filme abgeliefert. Was denkt ihr über die Geschichte? Hättet ihr Camerons Vision gerne im Kino gesehen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Ein anderer Charakter kommt bald ins Kino zurück: Der Film über Gollum will mit KI ein Problem lösen, das vielen anderen Filmen zum Verhängnis wurde

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