Fans von Mittelerde erwartet mit The Hunt for Gollum ein neuer Film aus dem Kosmos von J.R.R Tolkien. Regisseur Andy Serkis erklärt nun, inwiefern KI eine Rolle beim Dreh spielt, und wie er die Stärken von Peter Jacksons Trilogie neu aufleben lassen will.
The Hunt for Gollum, im Deutschen voraussichtlich Die Jagd nach Gollum, ist ein kommender Film, der erzählt, wie es der Titelfigur ergeht, nachdem sie den Ring an Bilbo verloren hat. Gandalf schickt Aragorn los, um Gollum zu finden, noch bevor das Sauron gelingt, der so an wichtige Informationen über den neuen Ringträger kommen könnte.
Regie führt Andy Serkis, der Gollum bereits in der Original-Trilogie spielte. In einem Interview mit Variety hat er über die Arbeit am Film gesprochen, als das große und umstrittene Thema KI aufkam. Serkis hat zur Verwendung bei der kreativen Arbeit eine klare Meinung.
KI als Helfer, aber mit Grenzen
Welche Rolle spielt KI beim Film? Serkis erklärte, dass die Verwendung von KI bei The Hunt vor Gollum einen klaren Rahmen hat. Sie wird genutzt, um Charaktere digital zu verjüngen. Dafür wird maschinelles Lernen angewandt.
Das an sich ist nichts Neues. Schon in einigen anderen Filmen wurde diese Technik verwendet, um Schauspieler ein paar Jahre jünger wirken zu lassen. Meist waren die Ergebnisse aber nicht völlig überzeugend und entpuppten sich als großes Problem.
Sieht man sich an, wie etwa Terminator Genisys (2015), Star Wars: Rogue One (2016) oder Gemini Man (2019) an, so wird klar: Ist die Verjüngung nicht perfekt umgesetzt, tritt schnell das Phänomen „Uncanny Valley“ auf. Das Ergebnis löst Unbehagen und Irritation aus, weil wir Zuschauer bemerken, dass die gezeigte Figur nicht völlig menschlich aussieht, sich dem aber annähert.
Sich auf den Charakter einzulassen und Empathie zu empfinden, kann dadurch erschwert werden. Es wirft uns aus der Immersion des Films, was ein echtes Problem sein kann. Seit den genannten Beispielen sind allerdings einige Jahre vergangen. Möglicherweise ist die Technik nun weiter und kann ein zufriedenstellendes Ergebnis liefern.
Serkis wies im Interview mit Variety aber auch darauf hin, dass künstliche Intelligenz bei den Mittelerde-Filmen bereits in der Vergangenheit eingesetzt wurde:
In den ursprünglichen Herr-der-Ringe- Filmen entwickelte Peter [Jackson] MASSIVE, ein Programm, das Tausenden von Orks ihre individuelle Denkweise verlieh. Das ist ein brillantes Beispiel für den unglaublichen Einsatz von KI. Aber wir erstellen in unserem Film keine KI-generierten Szenen ; jede Einstellung entsteht auf traditionelle Weise.
Besonders wichtig sei es Serkis gewesen, verschiedene filmische Techniken zu kombinieren. Deshalb kommen auch Miniaturen, etwa von Gebäuden, oder Prothesen zum Einsatz. Diese praktischen Effekte, die nicht am Computer entstehen, sind mitunter ein Grund dafür, dass die Herr-der-Ringe-Trilogie bis heute sehr gut aussieht. Die Hobbit-Filme, die deutlich mehr auf visuelle Effekte setzen, fallen hingegen bereits jetzt ab.
Oder wie seht ihr das? Schreibt uns eure Gedanken gerne in die Kommentare.
Andy Serkis betont weiter, dass KI für ihn ein wertvolles, kreatives Werkzeug sei, solange man es nicht ausbeuterisch oder schädlich benutzt. Abschließend fasst er zusammen: „Wir sind die Eltern der KI und müssen gute Eltern sein und sie gut lehren. Und wenn wir die KI gut lehren, kann sie uns in vielen Branchen helfen.“ Der Film über Gollum entstand schon einmal, nur eben nicht von Hollywood: Vor 15 Jahren drehten Fans einen Gollum-Film für unter 4.000 Euro, jetzt zieht Hollywood nach, leiht sich Idee und Titel
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare