Nach 20 Stunden beherrsche ich den Warlock in Diablo 4, aber verstehen tue ich ihn nicht

Diablo 4 Warlock ja aber wie titel

Diablo 4 hat mit Lord of Hatred neue, spielbare Klassen erhalten, darunter den Hexenmeister. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus spielt den schon seit vor Release und hatte lange nicht so viel Spaß. Dabei drückt er einfach nur Buttons, die hübsch aussehen… mehr oder weniger.

In die verschiedenen Diablo-Teile habe ich zusammengerechnet sicherlich über 1.000 Stunden versenkt – möglicherweise noch mehr, aber das würde ich nicht zugeben. Normalerweise spiele ich dabei immer nur eine Klasse, die mir den meisten Spaß macht und das zu jeder Season/Ladder wieder:

  • Diablo 2 hat mich damals mit der Amazone gefesselt.
  • In Diablo 3 habe ich den logischen Nachfolger gespielt, den Dämonenjäger.
  • Mit Diablo 4 wurde – zu meiner Überraschung – die Zauberin mein Main, nicht die Jägerin.

Durchbrochen wird das meist nur kurz wie mit dem Kreuzritter in D3 und ein paar Versuchen der anderen Klassen in Diablo 4. Jetzt, mit Lord of Hatred, ist der Hexenmeister erschienen und hat mich schon im Test 10 Stunden lang beschäftigt.

10 weitere Stunden später bin ich mir sicher, dass der Hexenmeister geschafft hat, was vor ihm keine andere Klasse konnte: ich wechsle meinen Main. Dabei habe ich überhaupt keine Ahnung, was zu den Höllen ich da eigentlich mache.

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Blizzard präsentiert den neuen Warlock in Diablo 4 im Gameplay-Trailer

Was Diablo einfach kann: Effektgewitter par excellence

Den Warlock zu spielen ist einfach ein befriedigendes Gefühl. Ich beschwöre Tentakeln, um Gegner aufzuspießen, rufe Dämonen, die in ihrer Raserei einfach auf alles einkloppen, was sich bewegt oder erschaffe Siegel, in denen ich Gegner vernichte, um Effekte auszulösen.

Es fühlt sich nicht nur gut an, Gegner platzen zu lassen, es sieht auch verdammt gut aus und das ist etwas, das Diablo immer schon gut gemacht hat: Monster töten mit Stil. Einer der Gründe, warum die Sorceress bisher mein Main war, Blizzard-Builds sehen einfach eindrucksvoll aus, wenn sie den Screen in einen Eissturm tauchen.

Beim Hexenmeister habe ich jedoch das Gefühl, dass sich die möglichen Builds alle deutlich mehr unterscheiden als bei allen meisten anderen Klassen – und dabei sogar so gut aussehen, dass ich Dinge ausprobiere, die ich gar nicht leiden kann.

Builds, die ich eigentlich hasse, machen plötzlich Spaß

Schon beim ersten Spielen habe ich einen Horden-Build ausprobiert, also einfach so viele Dämonen beschworen, wie es irgendwie geht. Diesen Spielstil hasse ich wie die Pest und mit Passion. Schließlich will ich selbst Schaden machen und der coole Held sein, nicht irgendwelchen Knechten dabei zusehen, wie sie ihren Spaß haben. Ein Grund, warum ich niemals Nekromant spielen werde.

Mit dem Warlock ist das aber anders, denn ich muss die Rituale aufrecht erhalten. Meine Dämonen wollen Futter und ich muss immer wieder welche opfern, um neue beschwören zu können. Selbst die Minion-Builds sind dynamisch. Ich schaue nicht mehr nur zu, ich kontrolliere.

Was mir beim Spielen und dem Scrollen durch den Skilltree des Hexenmeisters – mit dem zusammen die Skills aller Klassen überarbeitet wurden – aufgefallen ist, ist die schiere Menge an Möglichkeiten. Verschiedene Elemente kenne ich von meiner Zauberin, aber der Warlock bietet:

  • Feuer-Builds, in denen ich selbst zum Super-Dämonen werde oder einfach nur Rituale ausführe
  • Schatten-Builds, in denen ich verstohlen Gegner meuchle oder meine Dämonen buffe
  • Minion-Builds mit ein paar sehr starken oder sehr vielen kleinen Dämonen, die wild auf Gegner einprügeln

Die Vielfalt ist… nicht unbedingt überwältigend, aber doch verblüffend. Zum einen ist das super, um die Klasse zu entdecken und auszuprobieren. Zum anderen führt das jedoch dazu, dass man ohne intensives Studium des Warlocks kaum etwas von ihm versteht.

Die Builds funktionieren – Aber ich habe keine Ahnung, wieso

Blizzard verfolgt schon seit Jahrzehnten das Prinzip: „easy to learn, hard to master“ – meistens zumindest. Schon durch Gespräche mit dem Diablo-Experten Rob wusste ich, dass der Warlock die komplexeste Klasse des Spiels sein würde. Nur wie sehr, habe ich bis jetzt unterschätzt.

Beim Leveln und im Endgame habe ich verschiedene Builds ausprobiert: Minions, Schattenbeschwörungen, Metamorphose. Und sie alle funktionieren, sehr gut sogar, zumindest bis zu den Qual-Stufen. Aber warum? Kann ich euch nicht sagen.

Der Warlock hat haufenweise neue Schlagworte bzw. Effekte bekommen, etwa „verhext“ oder „ausweiden.“ Ich habe den Rat der Community befolgt, keine Builds zu nutzen sondern einfach zu spielen und gehe einfach nach diesen Keywords, wähle passende Skills, die cool aussehen und mache.

Im Moment laufe ich deswegen als brennendes Übel herum und zünde Gegner an. Klappt super, aber woher mein Schaden wirklich kommt, kann ich euch nicht sagen. Sobald ich in höhere Qual-Stufen komme, werde ich Builds von Leuten brauchen, die tiefer in der Materie stecken als ich. Da fehlt mir einfach die Zeit, genau zu berechnen, warum funktioniert, was ich da gerade tue.

Das mag jetzt vielleicht etwas ernüchternd klingen, aber: ich will Diablo 4 eben auf höheren Stufen und Qualen spielen. Nicht jeder hat diese Ambition und wer einfach nur Dämonen platzen sehen will, der kann skillen, was er will – irgendwie klappt es. Wenn ihr schon beim Leveln etwas Unterstützung möchtet, hier findet ihr 3 Warlock Level-Builds, um entspannt die Kampagne von Lord of Hatred abzuschließen

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