Nach über 8 Jahren mit Destiny 2 muss ich mich vom Loot-Shooter verabschieden, aber statt zu trauern, feiere ich

Destiny-2-Vagabund

Es ist vorbei, keine neue Story mehr, kein Drama rund um die Hüter und den Reisenden und auch keine TWABs mehr. Nach all den Jahren wirkt das schon fast surreal, wenn man fast eine Dekade damit verbracht hat, nach den besten Items im Universum zu suchen. Auch wenn ich sehr schockiert über Bungies Entscheidung bin, so freue ich mich sehr auf die Zeit in Destiny 2 ohne Stress.

Ich habe mit vielem in Destiny gerechnet – ob in der Story oder auch während der Entwicklung seitens Bungie. Es war eine große Achterbahn in den 12 Jahren, mit unzähligen Höhen und tränenreichen Momenten, aber auch Tiefen, in denen man einfach nur hätte schreien können. Ob ich damit gerechnet hätte, dass Destiny 2 von Bungie jetzt aufgegeben wird? Niemals! Doch als ich die Nachricht im TWiD überraschend gelesen habe, wurde ich sehr sentimental.

Plötzlich kamen all die alten Erinnerungen hoch. Ich konnte mich daran erinnern, wie ich mich damals in der Schule mit meinen Freunden für den nächsten Raid verabredete und wir selbst noch zu Fuß zum nächsten Laden laufen mussten, um uns mit Prepaid-Karten das neueste DLC kaufen zu können. Die erste Exo ziehen, den ersten Raid laufen, einen Day-One überleben und über 24 Stunden am Stück wach bleiben…

Die Zeit hatte mich geprägt, denn für mich war Destiny wie ein zweites Leben. Looten und Leveln bis spät in die Nacht. Das zog sich auch bis in Destiny 2 durch – selbst als meine Lust und das Interesse nachließen, hielt ich innerlich trotzdem an dem Spiel und seiner Welt fest, denn so etwas hatte ich noch nie erlebt.

Die Charaktere, die Community, einfach alles hatte gepasst und nun heißt es: keine neuen DLCs, Seasons oder gar Destiny 3. Auch jetzt, während ich den Text schreibe, muss ich einen Kloß runterschlucken, denn derzeit existiert keine Zukunft, in der unser Loot-Shooter fortgeführt wird. Es wirkt einfach surreal, aber trotzdem verspüre ich hinter all der Trauer auch eine kleine Freude, denn der schwierige Schritt, den Bungie gehen musste, war eine Notwendigkeit.

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Destiny 2: Monument of Triumph – Launch-Trailer stimmt auf das Ende einer Ära ein

Destiny 2 kann endlich ruhen und das wohlverdient

Dramen durch Bungie, Fehlentscheidungen bei der Entwicklung, Kooperationen, die das unverkennbare Universum, das wir lieben lernten, zu einer abgemagerten Cashcow transformierten – was hätte aus Destiny werden sollen, wenn es so weitergegangen wäre? Viele Fans wandten sich ohnehin nach dem Ende von The Final Shape von der Marke ab, denn es gab nichts mehr, was sie halten konnte. Die Story war vorbei und da half auch kein Star Wars, das Interesse langfristig zu halten.

Destiny 2 kam einfach an einen Punkt, an dem es nicht weitergehen konnte. Die Engine ist zu alt, die Entwicklung und Wartung zu aufwendig und die Story vorbei. Es machte einfach keinen Spaß mehr. Die logische Konsequenz ist dann, das Spiel einzustampfen und es in den Wartungsmodus zu verfrachten.

Und ich muss sagen, dass ich Bungie hier zustimme – es war an der Zeit.

Es waren über 8 lange und emotionale Jahre, in denen viel passiert ist, und es ist gut so, wie die Entwickler nun das Ende gebührend feiern wollen. Kein FOMO mehr, keine Seasons, denen man nachjagen muss, oder neue Story-Schnipsel durch DLCs. Die Zeit habe ich in Destiny 1 nach Rise of Iron echt genossen, denn es gab gar keinen Stress. Man konnte machen, was man wollte, das Spiel endlich erleben und es genießen, ohne den Druck zu verspüren, man könnte etwas verpassen oder müsse noch den 10. Strike durchlaufen, um voranzukommen.

Viele negative Punkte aus Destiny 2 sollen mit „Monument of Triumph“ entfernt und mit unzähligen Belohnungen, Features und dem ein oder anderen Modus noch gefüllt werden. Was will man mehr? Jetzt haben sogar viele Neulinge die Chance, Destiny kennenzulernen, ohne einen Sprint hinlegen zu müssen.

Nach all der Zeit verspüre ich wieder den Gedanken, mich in Destiny einzuloggen, ein Gefühl der Freude, und ich kann es kaum erwarten, mit meinem Titan die Visage von Calus zu polieren. All die Inhalte, die Bungie vorbereitet hat, wie das SRL oder sogar Pantheon, zeigen Destiny 2 in einem Bild, das sich die Fans schon seit Jahren gewünscht haben.

Der Spielspaß soll im Vordergrund sein, denn genau dieser verbindet uns als Hüter und Community.

Noch habe ich das Update nicht gespielt, aber ich habe die ganzen Patch Notes von Bungie gelesen, und für mich zeigt das, dass die Entwickler in den Büros hinter den Bildschirmen schon immer wussten, was die Fans wollten. Es durfte nur nie zu uns durchdringen.

Ich möchte mich deshalb bei den großartigen Entwicklern und kreativen Köpfen von Bungie bedanken. Ihr habt mir und vielen anderen Hütern wilde 12 Jahre spendiert, und diese würde ich mit nichts auf der Welt eintauschen wollen. Ich hoffe, ich sehe in meinem Leben noch ein Destiny 3, und sollte dies passieren, werde ich einer der Ersten sein, der sich einloggt und einen Titan erstellt – natürlich wieder mit knallbunten Shadern, denn ich futtere gerne Wachsmalstifte wie sonst jeder andere Titan auch!

Bis dahin schmeiße, ich mich aber freudestrahlend auf das neue große Update, denn es gibt viele Skins, die ich mir verdienen muss, bevor mein Titan wohl endgültig in Rente geht.

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5 Kommentare
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themrc

Man kann von allen Dingen, die Bungie in den letzten Jahren verkehrt gemacht haben, halten was man will, aber es gibt eine Sache, die sie meiner Meinung nach unabdingbar besser gemacht haben als alle anderen und das war ein extrem befriedigendes Gunplay.

Ich hab mich leider erst nach den überwältigend positiven Reviews zu Forsaken an Destiny gewagt und bin dann immerhin die nächsten zwei Erweiterungen mit dabei geblieben, allerdings ist mir dann ab Witchqueen einfach alles andere so unerstrebenswert erschienen, dass selbst das Gunplay mich nicht mehr dazu bewegen konnte, Zeit in das Spiel zu investieren.

Schade, dass es so Enden musste, aber spätestens seit Einführung des Vaults sollte jedem klar gewesen sein, dass es soweit kommen musste. Wie hätten sie neue Spieler fischen können, wenn sie denen nicht die Möglichkeit gaben, die komplette Story zu erleben? Und mit jedem weiteren Fehler haben sie alte Spieler vergrault. So konnte man der Spielerschaft beim schwinden zusehen.

Das darunter jetzt aber scheinbar generell ein Schlussstrich für das Destiny-Universum gezogen wird, damit man sich auf Marathon konzentrieren kann, ist für mich maximal unverständlich.

EsmaraldV

Das ist genau das, was ich mittlerweile nicht mehr nachvollziehen kann – dieser Hochgesang des gunplays. Ja es ist nicht schlecht, aber es war enorm fehlerhaft wenn ich allein an die vielen Ghost-bullets zurückdenke. Am Ende wird es doch nur so gefeiert, weil der aim-Assist viel zu intensiv war und so das Zielen zum Selbstläufer wurde.

kMike

Ich habe mich immer gefragt was den Unterschied ausmacht oder was die anders machen. Das reine abfeuern und aiming der Waffen ist es eher nicht. Ich denke es ist das Trefferfeedback. Also wie bei den Besessenen oder der Schar der Splattereffekt oder der platzende Helm oder Kopf bei den Cabal. Sobald man das verändert und es nicht mehr so direkt Auswirkung hat, fühlt es sich schon nicht mehr so toll an. Da kommt dann das Bulletspongeproblem. Division ist für mich da ein gutes Beispiel. Es fühlt sich dann einfach unbefriedigend an, wenn man ewig auf das gleiche Ziel halten muss.

themrc

Da ich Destiny 2 ausschließlich am PC gespielt habe, gab’s keinen Aim-Assist für mich.

Aber mit Revolvern auf hohe Distanz Headshots zu setzen hat mir nie mehr Spaß gemacht als in Destiny 2.

Gummipuppe

166k alleine auf Steam aktuell und die Amis sind sicherlich noch nicht alle Online – nimmt man dann noch die Xbox und PS dazu, über wieviele Spieler reden wir? 450k? 500k? Im Moment. Was für eine Base und erneut für mich unfassbar, wie man als Studio und Sony sowas einfach wegwerfen konnte. Sie hätten aus meiner Sicht die eierlegende Wollmilchsau haben können, nur etwas mehr Aufmerksamkeit, etwas mehr Liebe und kein Management, das sich an einer Sehnsucht nach einem gewinnmaximierenden zweiten Fornite, wobei die Versuche bis heute dreistellige Millionenbeträge verbrannt haben, verzehrt.

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