Darum lohnt es sich mit Forsaken wieder, Destiny 2 zu spielen

Zum Start von Destiny 2 war unser Autor Robert enttäuscht. So viele Rückschritte im Vergleich zu Teil 1, so wenig zu tun. Zur neuen Erweiterung „Forsaken“ wagt Robert aber wieder einen Blick in Destiny 2 – und ist durchaus angetan.

Mein Standpunkt vor Forsaken: Ich hab als großer Fan von Destiny 1 gespannt auf Destiny 2 gewartet, war dann aber vom Spiel enttäuscht. Bungie hatte wohl mehr Interesse daran, den Cash-Shop Everversum zu perfektionieren als das Spiel: Für mich war Destiny 2 eine riesige Enttäuschung.

Ich habe Destiny 2 zu den Erweiterungen Fluch des Osiris und Kriegsgeist kurz gestartet, die wenigen Story-Missionen absolviert und mich enttäuscht wieder abgewandt.

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Quell des Übels: Das Everversum

Nicht wenige sehen Forsaken als letzte Chance für Bungie an, das Ruder wieder herumzureißen und die Fans endlich wieder von Destiny zu überzeugen.

Ich habe den Großteil der Story von Forsaken nun absolviert und kann sagen: Viele meiner Kritikpunkte sind jetzt besser geworden. Aber nicht alle.

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Destiny 2: Forsaken – die Jagd auf Uldren

Caydes Tod ist nur der Anfang: Es wurde bereits vorab groß angekündigt, dass Cayde-6 sterben würde.

Im Verlauf der Kampagne müsst Ihr die Mörder jagen und erledigen. Das sind die acht Gefallenen-Barone undUldren Sov, den Bruder der Erwachten-Königin. Die meisten Barone stellt Ihr im Rahmen von Abenteuern.

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Bestandteil vieler Spekulationen – Mara Sov

Im Rückblick finde ich, dass Bungie den Tod von Cayde nicht vorher hätte verraten sollen. Die Geschichte wird dadurch an vielen Stellen vorhersehbar.

Endlich spricht der eigene Hüter wieder! Ja wirklich. Wir sind nicht länger seelenlose Marionetten unseres Geistes, sondern haben eine Stimme, die sich sogar an Rasse und Geschlecht orientiert. Erwartet allerdings nicht zu viel. Die Chance, das wir Hüter mal in eine Talkshow eingeladen werden, ist gering. Dafür sind wir nach wie vor einfach zu wortkarg.

Und doch bietet die Geschichte einige interessante Wendungen, die Forsaken zu einer der besten Geschichten des Destiny-Universums machen.

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Was gibt es abseits der Story zu tun? Ihr könnt Dutzende neue Beutezüge absolvieren, egal ob für den Schmelztiegel, die Vorhut oder auf die entsprechenden Planeten-Vertreter. Ganz besondere Beutezüge bietet Euch Spider, ein Gefallenen-Verbündeter.

Er ruft Kopfgelder aus, also wöchentliche Beutezüge, in denen Ihr hochrangige Ziele jagen müsst. Das sorgt für Abwechslung und bringt frischen Wind in die Bounties.

Destiny 2: Forsaken – Neue Gebiete und Feinde

Wirrbucht und die Träumende Stadt: Im Verlauf der Geschichte entdeckt Ihr zwei neue Gebiete, die in meinen Augen höchstens vom Grabschiff aus der „König der Besessenen“-Erweiterung getoppt werden. Die Wirrbucht und die Träumende Stadt sind groß und laden zum Erkunden ein.

Tatsächlich sind die beiden „Welten“ um einiges belebter, als es zum Beispiel Nessus ist. An jeder Ecke gibt es etwas zu tun und zu sehen. Neben neuen öffentlichen Events könnt Ihr wieder auf die Jagd nach goldenen Truhen gehen. Überall lauern die neuen Gegner, welche mit Forsaken eingeführt wurden: die Hohn.

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Die Hohn – abwechslungsreich und gefährlich: Gleich mehrere neue Gegnertypen erwarten Euch. Die Hohn sind eine Art korrumpierte Gefallenen-Zombies. Sie bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit: von selbstexplodierenden Kriechgegnern bis hin zu Ungetümen, die Euch in Flammen hüllen. Die Auswahl ist groß.

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Zugegeben, viele dieser Fähigkeiten hat man bereits an der ein oder anderen Stelle gesehen. Im Zusammenspiel ergeben diese Gegner aber eine gefährliche Kombination.

Bosskämpfe gegen die Barone: Die Kämpfe gegen die Barone sind abwechslungsreich und fordernd, insbesondere wenn man allein unterwegs ist. Sie besitzen unterschiedliche Schwerpunkte und Fähigkeiten, die sie im Kampf einsetzen. So bewirft Euch beispielsweise der irre Bomber mit Sprengsätzen, während Ihr eine Mine entschärfen dürft.

Auch wenn sich vieles nach einiger Zeit abnutzt: Die neuen Gebiete und Gegner wissen zu gefallen und sorgen für lange verlorenen Nervenkitzel und Entdeckerdrang, den ich so seit König der Besessenen nicht mehr erlebt habe.

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Destiny 2: Forsaken – Die Ausrüstung

Neue Waffenslots und Random Rolls: Im Bereich der Waffen hat Bungie die größten Änderungen im Vergleich zum Launch von Destiny 2 vorgenommen. Selbst im Vergleich zu Destiny 1 ist waffentechnisch die Anarchie ausgebrochen. Denn die Trennung zwischen Primär- und Sekundärslot ist nicht mehr so scharf, wie man das noch im Vorgänger gewohnt war.

So könnt Ihr sowohl im Kinetik- als auch im Energieslot Scharfschützengewehre und Schrotflinten finden. Gegenüber dem Launch habt Ihr also deutlich mehr Optionen. Theoretisch ist es sogar möglich, mit drei Scharfschützengewehren gleichzeitig ausgerüstet zu sein. Ist das sinnvoll? Das müsst Ihr selbst entscheiden.

Der Bogen oder meine neue Lieblingswaffe: Stellt Euch ein Fusionsgewehr vor, welches nach der Aufladung immer kritisch trifft und Ihr habt den Bogen! Die mit Forsaken neu hinzugekommene Waffengattung ist eine große Bereicherung für das bereits ansehnliche Arsenal. Kritische Treffer sind so gut wie immer tödlich.

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Das Infundieren ist zu teuer: Was mir allerdings sauer aufstößt, ist die veränderte Form des Infundierens. Ihr benötigt nun nämlich Meisterwerk-Kerne, um Ausrüstung zu infundieren (ausgenommen sind Items des gleichen Namens).

Bungie hat viel getan, um die gesammelten Items, Token und Meisterwerk-Kerne künstlich zu verknappen. Wer regelmäßig spielt, wird damit wenige Probleme haben, da er im Zweifel hunderte Materialien besitzt.

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Materialknappheit als Problem: Wenigspieler hingegen haben ein Problem. Tatsächlich befand sich nicht ein Meisterwerk-Kern in meinem Besitz, eine Infusion war demnach undenkbar. Auch wenn Bungie bei den benötigten Materialien zum Infundieren noch einmal nachjustieren sollte, es ist zumindest für die Story keine Notwendigkeit.

Die Geschichte lässt sich problemlos mit dem gefundenen, blauen Kram bestreiten. Erst ab dem Powerlevel 500 solltet Ihr ernsthaft in Erwägung ziehen, Eure bevorzugte Ausrüstung auf das neue Level zu heben.

Die Langzeitmotivation von Forsaken: Das Softcap ist bei einem Powerlevel von 500 erreicht. Das Maximum in Forsaken ist 600, also ein gewaltiger Schritt. Wer nicht täglich zwölf Stunden daddelt, dürfte einige Wochen benötigen, um das Maximallevel zu erreichen. Und das ist gut so. Schließlich hatte das Hauptspiel diesen Aspekt nicht gut gelöst, war doch das Maximallevel problemlos über alle Aktivitäten erreichbar.

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Destiny 2: Forsaken – der Tresor ist immer noch Mist

Rückschritt für Ordnungsliebende: Man mag es seltsam finden, aber mein erstes Ziel war nicht die erste Mission der Erweiterung, sondern der Tresor im Turm. Leider hat sich das Chaos seit dem Launch noch verschlimmert. Ich kann zwar mittlerweile 500 Items im Tresor lagern, eine „sinnvolle“ Sortierung gibt es allerdings nach wie vor nicht.

Durch die neue Zuordnung der Waffenslots fehlte mir eine Waffe im Power-Slot, die ich aus dem Tresor nachrüsten wollte. Leider ist nicht auf Anhieb zu erkennen, welche Waffe in welchen Slot gehört. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Info auch ohne Tooltip erkennbar ist.

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Selbst der Tresor zum Start von Destiny 1 bot mehr Übersicht

Der Tresor mag eine Kleinigkeit sein, die mich jedoch immer noch ärgert. Immerhin hat es Bungie in Destiny 1 geschafft, einen übersichtlichen und aufgeräumten Tresor zu schaffen. Warum geht das nicht in Destiny 2?

Auch Shader sind nach wie vor ein Problem: Schon zum Launch haben mich die Dutzenden Shader genervt, die ich einzeln zerlegen musste. Bungies Lösung? Beim Kryptarchen lassen sich Shader in Stapeln von fünf zerlegen. Warum ich nicht einfach auswählen kann, wie viele Shader ich auf einmal zerlegen möchte, erschließt sich mir nicht.

Was solche Quality-of-Life-Verbesserungen angeht, bleibt Bungie mir also nach wie vor etwas schuldig.

Destiny 2 Forsaken Barons Machinist

Fazit: Deshalb lohnt sich die neue Erweiterung Forsaken

Wer Destiny mit König der Besessenen liebte, wird auch mit Forsaken seinen Spaß haben. Auch wenn sich die Langzeitmotivation erst nach einigen Wochen wirklich beurteilen lässt, kann man schon jetzt absehen, dass den Spielern einiges geboten wird.

Viele wesentliche Kritikpunkte wurden behoben: So fühlte ich mich endlich wieder wie der unbesiegbare Krieger, der seine Feinde in Ehrfurcht erstarren lässt. Für meinen Arkus-Titanen durfte ich eine neue Super-Attacke freischalten, die bis auf die ganz großen Boss-Gegner alles in Schutt und Asche legt.

Das Powerlevel-Cap ist hoch, die neuen Waffenslots laden zum probieren ein und die neuen Gebiete sind groß und wollen erkundet werden.

Für mich persönlich ist Bungie mit Forsaken ein Schritt in die richtige Richtung gelungen. Ich bin gespannt, wie es in den kommenden Wochen weiter geht.

Wie gefällt euch Forsaken bisher? Würdet Ihr die Erweiterung weiter empfehlen?

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