Bungies große Ankündigung zu Destiny 2 ist das zwingende Minimum, um die Community zurückzugewinnen, aber bevor wir die Auferstehung feiern, muss viel passieren.
Destiny 2 lebt. Oder zumindest ist es nicht ganz tot. Wie Bungie überraschend am 21. September 2026 bekannt gab, sei das Studio mit Destiny noch nicht fertig. Als ersten Schritt wolle man wichtige Teile der Geschichte von Destiny 2 wiederherstellen, die Spieler heutzutage nicht mehr erleben können.
Bungie verstehe nun, dass das Entfernen dieser Inhalte einen anhaltenden Effekt auf das Vertrauen der Spieler und den Spaß an Destiny 2 hatte. Man könne diese Entscheidung zwar nicht rückgängig machen, aber deren Auswirkungen eingestehen und anfangen, die entfernten, wichtigen Teile von Destinys Geschichte wiederherzustellen.
In anderen Worten: Bungie sprengt den Content-Vault von Destiny.
Ein toller Start für den Neuanfang, aber auch das absolute Minimum
Nachdem Bungie im Mai 2026 das Ende von Destiny 2 ankündigte, beschäftigte ich mich bei MeinMMO mit den Gründen, die zum Tod des einst so erfolgreichen Loot-Shooters führten. Der Content-Vault und das Sunsetting von Inhalten spielten dabei eine entscheidende Rolle, denn wer als Spieler ganz frisch mit Destiny 2 anfangen wollte, konnte zwar hunderte Euro in DLCs stecken, aber nicht die komplette Saga erleben.
Was ist der Content-Vault?
Mit der Erweiterung „Jenseits des Lichts“ (engl.: „Beyond Light“) hat Bungie Spielinhalte aus Destiny 2 entfernt, für die Fans bezahlt haben. In der Destiny-Community wird dabei meist vom sogenannten „Content-Vault“ gesprochen. Die Spieler meinen damit: Die entfernten Inhalte landeten sozusagen in einem „Tresor“ und wurden weggeschlossen.
Zu den entfernten Inhalten zählen etwa die komplette Kampagne von „Die Rote Schlacht“, die Erweiterungen „Der Fluch von Osiris“ und „Kriegsgeist“, mehrere Raids sowie die Forsaken-Kampagne.
Der Content-Vault und das „Sunsetting“ haben Destiny 2 unwiderruflichen Schaden zugefügt, weil damit langfristig das Vertrauen vieler Fans in Bungie zerstört wurde. Zum einen wurden ihnen Inhalte weggenommen, für die sie Geld bezahlt haben.
Zum anderen war es für die Erhaltung der Story ein komplettes Desaster. Das Entfernen der Inhalte bedeutete, dass neue Spieler der Story schwieriger folgen oder eine Art emotionale Verbundenheit aufbauen konnten, weil die Geschichte in ihrer Gesamtheit fortan zerstückelt war. Zudem fehlten wichtige Ereignisse der Geschichte vollständig.
Für die Zukunft von Destiny und Bungie ist das Sprengen des Content-Vaults und das Zurückbringen der alten, entfernten Inhalte deshalb ein toller Start für den Neuanfang, aber ebenso das absolute Minimum.
Bungie muss die verlorenen Inhalte nicht nur nachliefern, damit das Spiel und dessen Story auch von neuen Spielern wieder vollständig erlebt und genossen werden können. Bungie muss auch liefern, um überhaupt eine Chance darauf zu haben, das verlorene Vertrauen der Community zurückzugewinnen.
Keine Zukunft für Destiny, wenn Bungie sich nicht selbst bessert
Die Ankündigung, den verlorenen Content zurückzubringen, ist aktuell noch nicht der Start des Neuanfangs. Dieser beginnt erst, wenn Bungie wirklich liefert.
Im Blog-Post auf Bungie.net schreiben die Entwickler deutlich, dass sie wissen, dass sie das Vertrauen der Spieler nicht durch ein einziges Video wiederaufbauen können. Zudem habe man verstanden, dass dafür mehr notwendig sei, als Gameplay zu liefern. Bungie spricht dabei etwa von der Kommunikationsart des Studios und wie sie mit dem Feedback der Spieler umgehen.
Das ist ein entscheidender Part für die Zukunft von Destiny. Wenn Bungie es als Studio nicht schafft, das Vertrauen seiner ehemals größten Fans wiederzuerlangen, blickt das Studio einer düsteren Zukunft entgegen.
- Wir haben jetzt das Versprechen, die alten Inhalte zurückzubekommen.
- Wir haben jetzt das Versprechen, eine bessere Kommunikation zu bekommen.
Daran muss Bungie sich halten.
Wenn monate- oder jahrelang keine neuen Informationen zur Wiederherstellung der Destiny-Story veröffentlicht werden, die Community zu lange im Dunkeln sitzt oder es plötzlich 2028 heißt, man könne doch nicht alle Inhalte zurückbringen, dann wäre das eine Katastrophe. Wie soll das Studio in einem solchen Fall danach nochmal einem Spieler glaubhaft vermitteln, sich wirklich für die Community und das Spiel zu interessieren?

Bungie ist nach den Entlassungswellen der vergangenen Jahre nicht mehr so groß wie beispielsweise 2022/2023. Nach aktuellen Informationen wird die Studiogröße auf ca. 600 Mitarbeiter geschätzt. Ein Teil davon wird weiterhin an Marathon arbeiten, denn der Extraction-Shooter soll ebenfalls weitergeführt werden und neue Erfahrungen für PvE-, PvP- und PvPvE-Spieler erhalten.
Die verlorenen Inhalte von Destiny 2 zurückzubringen, ist jedoch zeitaufwendig und benötigt nicht zu unterschätzende Arbeitskraft. Wie Bungies ehemaliger Entwickler Max Nichols Anfang 2026 ausführte, war das Portieren der bestehenden Destiny-2-Inhalte während der Entwicklungsphase von „Jenseits des Lichts“ auf die damals neue Engine so zeitaufwendig, dass sie abwogen, welche Inhalte sie auf die neue Engine implementieren und welche im Content-Vault landen.
Das Portieren der Inhalte selbst war notwendig, da sie mit der neuen Engine inkompatibel waren. Das habe laut Nichols zur Folge gehabt, dass sie alle Inhalte, die dem Spiel erhalten bleiben sollten, neu erstellen mussten. Hierzu hat Bungie damals 20 Personen eingestellt, die unter Nichols’ Leitung mehrere Monate die Inhalte portierten.
Hinzu kommt, dass Bungie offenlässt, wie das Zurückbringen der alten Inhalte technisch umgesetzt wird. Wie wird etwa das Problem mit der Speichergröße des Spiels gelöst? Es bleibt unklar, ob Bungie bei Destiny 2 zukünftig ermöglichen wird, Spieler selbst entscheiden zu lassen, welche Inhalte sie installieren, statt sie zwingend alles herunterladen zu lassen. Das könnte etwa nach Erweiterungen unterteilt werden.
Es ist also möglich, dass es einige Monate dauern wird, bis die ersten verlorenen Inhalte zurückkehren. Damit die Stimmung in der Community nicht kippt, sollte Bungie sie regelmäßig über den aktuellen Stand informieren. Ich erwarte kurze Blog-Posts, in denen uns die Entwickler mitteilen, welche Inhalte derzeit für die Rückkehr überarbeitet werden, wann davon etwas voraussichtlich im Spiel zu sehen ist und wie es in der Zwischenzeit mit der Erstellung gänzlich neuer Inhalte aussieht.
Aber vor allem: Wir müssen sehen, dass auch wirklich an der Rückkehr gearbeitet wird.

Droht das Comeback eines alten Problems?
Das große Problem, das Destiny 2 im März 2026 hatte, als Marathon releast wurde, war der Content-Mangel. Der Loot-Shooter hatte seit Dezember keine neuen Inhalte bekommen, über die kommende Erweiterung war nicht viel bekannt und das große neue Spiel des Studios stand erstmal im Fokus, konnte aber keine hohen Spielerzahlen verbuchen – auch wenn es bei den Spielern selbst gut ankam.
Der verschobene Release der zu dem Zeitpunkt noch geplanten Destiny-Erweiterung zog Spuren. Es fehlte der große Content-Schwung, der den Spieler genug Beschäftigung für die nächsten Monate brachte. Es kam Langeweile und Frust auf. Obendrein machte der Grind seit der Erweiterung „Am Rande des Schicksals” vielen Spielern keinen Spaß mehr und seit The Final Shape wirkte die narrative Ausrichtung des Spiels orientierungslos.
Damit Bungie und Destiny wieder Fahrt aufnehmen können, müssen nicht nur alte, verlorene Inhalte zurückkehren. Langjährige Veteranen des Loot-Shooters, die die zurückkehrenden Inhalte schon in- und auswendig kennen, müssen zwangsläufig früher oder später wieder mit neuen Inhalten versorgt werden, um ihr Interesse und ihren Spielspaß am Spiel zu bewahren.
Es wird der Tag kommen, an dem Bungie neue Inhalte liefern und den Grind wieder spaßig machen muss.
Ob das am besten durch eine neue Erweiterung für Destiny 2, ein Spin-off-Game im Destiny-Universum im Stil von Tiny Tina’s Wonderlands oder durch Destiny 3 passiert, ist eine andere Diskussion. Irgendwas muss aber passieren und dessen narrative Ausrichtung sollte das Interesse der Community wecken, ohne erneut orientierungslos zu wirken.
Fazit: Der erste Schritt, aber es müssen weitere folgen
Die verlorenen Inhalte zurückzubringen, ist ein toller und wichtiger Schritt und eine Gelegenheit für Bungie, das Vertrauen der Community zurückzugewinnen. Es ist aber auch erst der Anfang und neben der tatsächlichen Umsetzung dieser Ankündigung müssen weitere Schritte folgen.
Die generelle Verbesserung der Kommunikation zwischen den Spielern und Entwicklern ist ein Aspekt, der Umgang mit dem Feedback ein anderer. Und wenn Bungie wirklich noch nicht fertig mit Destiny ist, müssen auch gänzlich neue Inhalte folgen.
Wenn Bungie all das in zufriedenstellender Qualität liefern kann, gibt es für Destiny-Spieler endlich wieder einen Grund zur Freude. Aber bis wir erste Ergebnisse sehen, bleibe ich skeptisch. Unternehmen versprechen viel. Jetzt ist also erstmal Bungie am Zug, ehe große Vorfreude aufkommt.
Wäre die Rückkehr alter Inhalte für euch ein Grund, nach einer längeren Pause wieder in Destiny 2 reinzuschauen und eine alte Kampagne nochmal zu spielen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
Bis die verlorenen Inhalte zurückkehren, werden wir uns wahrscheinlich noch gedulden müssen. Falls ihr noch auf der Suche nach Spielen seid, die euch bis dato bei Laune halten, werft gerne einen Blick in den folgenden Artikel. Vielleicht findet ihr ein Spiel, das ihr noch nicht kennt: 7 Shooter, denen Fans von Destiny 2 eine Chance geben sollten
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Kommentare
Ein wenig Skepsis ist natürlich angebracht. Allerdings denke ich, dass Bungie verstanden hat, dass die Destiny Spieler ihre Zielgruppe waren und sind. Wenn du die verprellst oder ihren guten Willen missbrauchst, kaufen die natürlich dein nächstes Game nicht ausser man kommt nicht daran vorbei weils so toll ist. Das sehen wir gerade bei Marathon. Bissl mittelmässig bis gut aber man hat 90% seiner potentiellen Kunden verprellt. Deshalb macht man jetzt den Vault Move. Reputation aufbauen, damit überhaupt irgendwann mal jemand wieder bereit ist, ein Bungie Game zu kaufen. Man hatte jetzt schon so das Gefühl, dass ihnen das in der letzten Zeit klar geworden ist. Auch wie das Video gestern rüberkam. Die sind wirklich gerade mit dem Arsch an der Wand.
Noch ein Hinweis zu der Befürchtung der aufgeblähten Größe. Ich denke das war ein problem der alten Konsolen. Diese hatten aus Performancegründen unkomprimierte Assets. Das sollte nicht mehr nötig sein. Das erste Titanfall ist dafür ein sehr gutes Beispiel.