Auf Metacritic hagelt’s 0 Punkte für CoD: Modern Warfare – Das sagen die Reviews

Das neue Call of Duty: Modern Warfare hat auf der Bewertungsplattform Metacritic mit Review Bombing zu kämpfen. Es gibt massenweise User-Rezensionen mit 0 Punkten. Grund dafür ist offenbar eine unglückliche Russland-Darstellung in der Singleplayer-Kampagne.

Am 25.10. feierte das neue Call of Duty: Modern Warfare seinen Release. Die Bewertungen durch Presse und Spiele-Magazine fallen dabei recht ordentlich aus – meist im soliden 80er-Bereich. Mehr dazu lest Ihr hier: CoD Modern Warfare im Test – Das sagen erste Bewertungen auf Metacritic

Was ist da jetzt los bei Metacritic? Doch von vielen Spielern wird das Spiel aktuell deutlich schlechter bewertet.

Es hagelt User-Reviews mit 0 Punkten. Dieses Review-Bombing drückt den User Score kräftig nach unten.

Während der durchschnittliche Review-Score

  • auf der PS4 bei 85 (von 100)
  • auf der Xbox One bei 85
  • und auf dem PC bei 82

liegt, sieht es bei den User-verfassten Reviews hingegen so aus

  • 3,0 (von 10) auf PS4
  • 3,0 auf der Xbox One
  • und gar nur 2,4 auf dem PC

So sieht aktuell ein Blick auf die jüngsten User-Reviews der Seite aus – egal, ob für PC, PS4, oder Xbox One:

Propaganda-Vorwurf gegen Activision

Was ist der Grund für diese Bewertungen? Dabei sind nicht technische Probleme oder mangelhafter Content Schuld an diesem Review Bombing. Aspekte wie Steuerung, Gameplay, Sound, Multiplayer, Grafik kommen bei den meisten Usern sehr gut an – in Bezug auf Gameplay oder Inhalte gibt es bis auf einige technische Probleme also kaum was auszusetzen.

Was jedoch für den Großteil der negativen Reviews verantwortlich ist, ist eine kontroverse Diskussion rund um die Darstellung Russlands als Feind im Rahmen der Singleplayer-Kampagne.

Von vielen wird da gezeichnete Bild Russlands als viel zu überspitzt, teils schon als Russophobie oder sogar als reine Propaganda abgestempelt.

Das Spiel setze alles daran, Russland in einem möglichst schlechten Licht erscheinen zu lassen – und zwar in einem Maße, wie es das vorher noch nicht gegeben hat, so der vorherrschende Tenor der meisten negativen Kritiken.

Wir fassen hier einige der jüngsten Stimmen hier für Euch exemplarisch zusammen:

  • COD2019Sucks: „Russophobische Propaganda. Der Singleplayer ist reinste Gehirnwäsche für Zombies…“
  • Metalstorm9: „Absolut widerliche Propaganda. Warum macht man solche Spiele? Spiele sollten Mesnchen zusammenbringen und nicht gegeneinander aufstacheln…“
  • AlexGucciEkb: „Das ist keine politische Propaganda mehr, das ist Rassismus, der Hass gegen eine ganze Nation…“
  • Hitodenashi: „Das schlechteste Spiel des Jahres. Gut, dass ich es geschafft habe, mein Geld zurückzubekommen. Russen waren schon immer die Bösen in CoD, aber diesmal schlägt es über alle Stränge.“
  • Reilshat: „Activision hat die Sünden der US-Armee den Russen angehängt und machte die Russische Armee zu Terroristen und inhuman…“

Was hat der Highway of Death damit zu tun? Zudem wird kritisiert, dass kontroverse US-Fehltritte so umgeschrieben werden, dass sie Russland angelastet werden können.

Highway of Death (Quelle: Wikipedia)

Als Beispiel dafür wird der sogenannte Highway of Death genannt. Im Spiel wird dieser Highway des Todes als Schauplatz einer Mission präsentiert. Vor einiger Zeit hatte Russland dort unschuldige Zivilisten während ihrer Flucht auf dem namensgebenden Highway bombardiert und getötet – so die Story im neuen Modern Warfare.

Tatsächlich steht der Highway of Death aber für kontroverse Angriffe der US-Streitkräfte und der westlichen Verbündeten im Golfkrieg (1991). Die US-geführte Koalition hatte damals sich auf dem Rückzug befindliche irakische Einheiten entlang des Highways bombardiert und tausende Fahrzeuge zerstört, die sich entlang des Highways türmten. Dabei gab es auch Berichte, dass dort unter anderem 350 unbewaffnete irakische Soldaten von US-Kräften getötet wurden.

„Es ist doch nur ein Spiel“

Die Russland-Kontorverse sorgt weiter für Gesprächsstoff: Die Darstellung Russlands wird vielerorts heißt diskutiert – auch hier bei uns auf MeinMMO: Als Shooter-Fan liebe ich CoD Modern Warfare – Als Russe blutet mein Herz

Dabei sind viele Spieler der Meinung, dass es sich nur um ein Spiel mit einem fiktiven Setting handelt, es insofern keinen Bezug zur Realität hat. Und selbst diese würde, was Russland angeht, nicht unbedingt anders aussehen.

Zudem müssen in diesem Rahmen auch andere Nationen wie beispielsweise die Deutschen oft und gerne als Klischee-behaftetes Feindbild herhalten. Insofern verstehen viele die ganze Aufregung nicht und halten das Ganze für Übertrieben.

Außerdem gibt es durchaus auch verbündete Russen im neuen Modern Warfare, es werden also nicht automatisch alle als schlecht dargestellt. Die barbarischen Truppen würden einem abtrünnigen General angehören und stehen nicht für Russland als Ganzes.

Modern-Warfare-Kind

Andere wiederum betonen, dass Modern Warfare es diesmal übertrieben hat. Auch vorher gab es das Feindbild Russland – allerdings nie so extrem, überspitzt und unglücklich gelöst, wie diesmal.

Das gleiche fast schon einer politischen Kampagne und bringt das komplette Gegenteil von dem mit, was die Entwickler mit Modern Warfare eigentlich versprochen hatten – ein realistisches Bild vom Krieg, ohne Schwarz oder Weiß, sondern mit vielen Graustufen. Man wollte unsere Welt, in der wir gerade leben, samt ihren Konflikten möglichst authentisch beleuchten – wenn auch in einem fiktiven Werk.

Das ist nach Meinung zahlreicher Spieler nicht wirklich gelungen und lässt das Spiel in einem unglücklichen Licht erscheinen.

Übrigens, auch ein bekannter russischer Streamer wollte das neue Modern Warfare deshalb nicht mehr zocken:

Russischer Twitch-Streamer bricht CoD: Modern Warfare ab – aus Protest
Autor(in)
Quelle(n): GamesRadarPolygonVG24/7
Deine Meinung?
Level Up (14) Kommentieren (225)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.