Es ist einfach nur bitter: Keinen Monat nach dem Early-Access-Start von Camelot Unchained auf Steam verirren sich nur noch eine Handvoll Spieler auf den Server. 13 Jahre hat das Team von MMO-Veteran Mark Jacobs an dem geistigen Nachfolger von Dark Age of Camelot gewerkelt.
Wie läuft der Start von Camelot Unchained auf Steam? Das MMORPG von Unchained Entertainment feierte am 2. Juni 2026 seinen Early-Access-Release auf Steam. Wobei „feiern“ das falsche Wort ist. Camelot Unchained stolperte eher wie ein angeschossenes Reh auf die Plattform von Valve:
- Zum kostenpflichtigen EA-Start schauten gerade einmal 521 MMO-Interessierte zeitgleich auf Steam rein (Quelle: steamdb.info).
- Keinen Monat später sind es während der letzten Online-Phase der Server deutlich unter 100.
- Die Wertungen auf Steam spiegeln das wider: Nur 39 Prozent der 334 Rezensionen sind positiv.
Was sind die größten Probleme?
- Grafisch und spielerisch wirkt Camelot Unchained, als wolle es kein geistiger Nachfolger von Dark Age of Camelot sein, sondern mit DAoC im Jahr 2001 direkt konkurrieren. Das MMORPG sieht hoffnungslos veraltet aus und spielt sich spürbar angestaubt.
- Camelot Unchained setzt voll auf den Fraktionskrieg zwischen 3 Reichen. Alles dreht sich um Massenschlachten in der offenen Welt, um die Kontrolle über Regionen und die dortigen Ressourcen zu erhalten. Dadurch braucht CU zwingend eine gewisse Mindestzahl an aktiven Spielern, um überhaupt funktionieren zu können. Diese Zahl erreicht es schon jetzt nicht mehr.
- Quests gibt es nicht. Wenn Gegner für PvP fehlen, könnt ihr Mobs grinden und Ressourcen farmen. Die Welt ist leer.
- Es gibt keine Einführung in irgendeiner Form, man wird einfach ohne Ziel oder Erklärungen in die Welt geworfen. Beim User Interface fehlen viele Standardfunktionen sowie Infos.
- Camelot Unchained leidet trotz der geringen Spielerzahlen unter starken Performance-Problemen. Dazu kommen Abstürze, Bugs, unrunde Animationen und mehr.
Die 2,2 Millionen Dollar hätte man genauso gut verbrennen können
MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz erklärt, warum das so bitter ist: Auch wenn es hart klingt: Ein MMORPG, das einen Fehlstart hinlegt, ist seit Jahren leider nichts Bemerkenswertes mehr, sondern eher der Standard. Camelot Unchained besitzt für mich aber dennoch einen besonders bitteren Beigeschmack.
Schließlich steht hinter dem Projekt mit Mark Jacobs ein Genre-Veteran, der sich als leitender Entwickler von Dark Age of Camelot und Warhammer Online einen Namen bei den Fans machen konnte. Und nur dank dieses Namens konnte er über die Kickstarter-Kampagne vor 13 Jahren mehr als 2,2 Millionen US-Dollar für sein neues MMO einsammeln.
2,2 Millionen US-Dollar. Was man damit alles hätte tun können. Nun, kein großes Open-World-MMORPG entwickeln. Das ist klar. Daher war das Team auch in den Folgejahren darum bemüht, weiteres Geld für den Traum eines neuen DAoCs aufzutreiben. Insgesamt sollen über all die Jahre etwa 30 Millionen US-Dollar zusammengekommen sein (wie Toranes ganz richtig in den Kommentaren ausführt, vielen Dank dafür!).
Aufgrund der ewig langen Entwicklungszeit und der immer negativer ausfallenden Stimmung in der Community wurde das jedoch zunehmend schwieriger. Zwischenzeitlich drohte daher sogar das Aus des Projekts, bis man im März 2024 einen neuen Investor begrüßen konnte.
Wenn ich jetzt auf Camelot Unchained blicke, frage ich mich jedoch: Was haben Mark Jacobs und sein Team in den vergangenen 13 Jahren gemacht? Die aktuelle Early-Access-Version erinnert eher an einen Pre-Alpha-Prototypen, an dem eine Handvoll Entwickler ein paar Monate gewerkelt haben, um daraus in den nächsten Jahren ein richtiges MMORPG zu machen.
Im direkten Vergleich scheinen sogar andere MMORPG-Bruchlandungen der jüngeren Vergangenheit wie ein Quinfall im hellen Licht. Mit den dort täglich über 1.000 Spielern könnte man auch zumindest ne zünftige Schlacht organisieren. In der eh schon katastrophalen Bilanz der Kickstarter-MMOs nimmt Camelot Unchained damit endgültig einen besonders prominenten Platz ein.
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Kommentare
Das Spiel ist bald ein besserer running gag als seiner Zeit Duke Nukem Forever .
Mit 2,2 Millionen kann man doch kein anständiges MMO bauen, nicht für aktuelle zeiten. Ein Retro oder Oldshool Style maybe, aber wenn man grafisch gut (meine keine super mega insane 500k auflösung XD) dastehen will dann sind 2,2 Millionen gerade mal das frühstücksbrötchen der Entwickler. Zumal man hier auch sieht, keine Quests, keine Infos, Menu mager und und und… da Sieht man das 2,2 Millionen nix sind. einfach verschwendet.
Ich frage mich immer wie Leute ein Projekt anfangen, vor allem in bereichen wo man Geld haben muss, Kontakte… MAn kann nicht einfach so ein gutes MMO herzaubern wenn man bedenkt welche erfolgreichen Titel es gibt. NW hätte extrem krass werden können und da Stecken wenn man will Milliarden dahinter, dennoch wurde gesagt nö kein bock mehr, wir raffen es nicht. Schade, aber hier sieht man das es nicht einfach ist. Wenn dan “neue” Spiele auf den Markt kommen, mit einer Grafik aus den 2000′ hahaha dann fehlt noch vieles. Wie kann man auf sowas kommen und Zeit verschwenden ??
Es waren über 30 Millionen…. Der Artikel ist unvollständig.
Die 2,2 Millionen Dollar beziehen sich nur auf die Kickstarter-Kampagne. Ich schreibe ja, dass das Team danach bemüht war, weiteres Geld aufzutreiben und man etwa im März 2024 einen neuen Investor begrüßen konnte.
Wenn externe Investoren Geld in ein Projekt stecken und das dann nix wird, dann kann ich damit gut leben. Wenn Fans gemeinsam 2,2 Millionen US-Dollar ansammeln, weil sie an einen Traum von einem MMO glauben, und dann kommt sowas wie Camelot Unchained am Ende dabei raus, dann ist das einfach nur bitter.
Nagut aber investoren geben Geld um Geld zu machen, Populäre also normale Enduser unterstützen und wollen ein teil sein und gehen somit das risko ein, siehen AoC. Ist ein super MMO per se… aber Betrugsmasche. Mit AoC berücksichtige ich nicht bugs und verprochene sachen die nicht kamen, sondern das was es Grafisch hatte, story, Design etc. Das war ja schon sehr gut aufgebaut und da stecken auch Millionen von Kickstarter Geld, das Gegenteil von CU und dennoch auch ein Reinfall.
Ich würde gerne wissen wie groß das Team ist, da 2 Millionen doch arg wenig ist. Aber 13 Jahre einen festen Job zu haben, klingt heutzutage schon nach einen Sieg.
Der Artikel ist auch leider nicht gut recherchiert…. Es sind nicht nur 2,2 Millionen gewesen sondern über 30 Millionen wurden eingesammelt. Es gibt jetzt angeblich noch über 30 Leute die an dem Spiel arbeiten obwohl im letzten Jahr 40% der Belegschaft entlassen wurden. Also sowohl finanziell als auch von der Manpower war das Spiel über Jahre schon gut aufgestellt, zumindest für ein Indie MMORPG.
Dass die Spielerzahl zur Zeit des Artikels bei 0 lag, liegt daran, dass die Server nur am Wochenende Online sind. Das macht im Fall dieses katastrophen “Spiels” zwar keinen Großen Unterschied, hätte in dem Artikel aber wenigstens erwähnt werden müssen.
Sobald die Server 24/7 Online bleiben, wollen die Entwickler sogar noch ein Abo-Modell einführen…. Da fragt man sich ernsthaft aus welcher Schnapsflasche die Entwickler diese Idee haben. SOWAS zu releasen und dann noch anzukündigen, bald ein Abo zu verlangen ist wohl das schlimmste was man machen kann.
Ich denke eine der nächsten News zu camelot unchained wird die Bekanntgabe der Schließung des Studios sein. Das wird sich nie wieder erholen bzw. annähernd sowas wie ein fertiges Spiel.
Dank dir für deine Einordnungen. Da das mit den 2,2 Millionen offenbar nicht verständlich genug von mir formuliert war, passe ich das im Text nochmal an. Bei den Spielerzahlen hast du recht … hatte voll vergessen, dass die Server noch gar nicht 24/7 live sind … und da beim 24-Stunden-Peak eine Handvoll online angezeigt wurden, bin ich auch nicht stutzig geworden. Mit den unter 100 Leuten in der letzten Online-Phase kann man aber auch keine großen 3-Fraktionen-Schlachten erleben.
Siehe oben: Die 2,2 Millionen Dollar beziehen sich nur auf die Kickstarter-Kampagne. Ich schreibe ja, dass das Team danach bemüht war, weiteres Geld aufzutreiben und man etwa im März 2024 einen neuen Investor begrüßen konnte.