Battlefield 1 – Apocalypse im Anspiel-Test: „Ich hätte mehr erwartet“

Bereits Ende Februar konnte man in Battlefield 1 die letzte Erweiterung Apocalypse auf den offiziellen Servern spielen. Unser Autor Dennis hat sich Apocalypse in einem Anspiel-Test vorgenommen.

Ach Battlefield, seit 2010 zocke ich so gut wie jeden Titel, angefangen mit dem zweiten Teil der Reihe. Damals saß ich nächtelang vorm heimischen PC und zockte die Karte „Strike at Karkand“ rauf und runter. Und das Beste daran: Es wurde niemals langweilig.

Natürlich bin ich auch im aktuellen Ableger dabei und spiele es quasi als mein Hauptspiel. Nun erschien die letzte Erweiterung „Apocalypse“, die uns laut den Entwicklern die schreckliche Seite des Krieges zeigen soll. Ich habe mir Waffen und Karten näher angeschaut und muss schon vorneweg sagen: Ich hätte von DICE etwas mehr erwartet.

5 neue Karten – Zerstörung pur

Werfen wir zuerst ein Blick auf die Karten. Insgesamt stoßen 5 neue Maps dazu. Die verschiedenen Areale wirken stimmig und bestehen zum Teil aus purer Zerstörung.

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  • Caporetto: An dieser Front kämpft die Italienische Armee gegen Österreich-Ungarn. Hauptmerkmal ist der Livens-Projektor, eine neue stationäre Waffe, die feindliche Gebiete mit Gas attackieren kann. Neben der Infanterie gibt es hier noch Pferde und leichte Fahrzeuge.
  • Passendale: Laut Entwicklern tobte in der belgischen Stadt Ypern die sogenannte „Flandernschlacht“, in der sich die Briten und das Deutsche Reich gegenüber standen. Überall liegen Schutt sowie abgerissene Bäume herum. Dazu kommt der dichte Rauch, der das Erkennen von Feinden erschwert. Deckungen sucht ihr euch am besten in den Ruinen.
  • Somme: Auch hier Kämpfen wieder die Briten gegen das Deutsche Reich. Auf dieser Karte wird „Sturmeroberung“ gespielt. Die britische Armee startet mit einem Hauptquartier und muss vorrücken, während die Deutschen zu Beginn alle Flaggen halten. Den Livens-Projektor findet ihr hier ebenfalls.

Die zwei restlichen Karten lassen sich nur im neuen Modus „Luftangriff“ spielen.

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  • Auf Messer´s Schneide: Hier finden Luftkämpfe über eisigen Gebirgen statt. Zur Auswahl stehen euch Jagdflugzeuge.
  • London ruft: Hier finden Luftkämpfe über der britischen Hauptstadt statt. Zur Auswahl stehen euch sämtliche Flugzeuge des Spiels und auch Luftschiffe sind dabei. Die gilt es entweder zu verteidigen oder zu zerstören.

Besonders gefällt mir der Fokus auf der Infanterie, die außerhalb der beiden Luftkarten eine große Rolle spielt. Leider habe ich auch einen Kritikpunkt, der schon in meinem letzten Battlefield-1-Artikel zu Papier kam: Mir sind die Karten einfach viel zu offen. Mann muss ständig damit rechnen, jederzeit von überall beschossen zu werden. Das ist aber klar Geschmackssache. Ich bin mehr der Fan von engen Karten wie „Operation Metro“ aus Battlefield 3 oder „Strike at Karkand“ aus dem zweiten Teil.

Der neue Spielmodus – Startet die Flieger

Zwei der neuen Karten lassen sich ausschließlich im neuen Modus „Luftangriff“ spielen. Flieger-Asse und tollkühne Piloten sind hier richtig, denn hier gibt es nichts anderes als Flugzeuge. In „Auf Messers Schneide“ sammelt das Team Punkte durch Abschüsse, ähnlich wie in Team-Deathmatch. Welches Team zuerst die Punktegrenze erreicht, gewinnt. Bei „London ruft“ ist der Modus ein bisschen komplexer. Hier muss man Luftschiffe verteidigen oder zerstören.

Battlefield 1 London Ruft

Luftangriff spielt sich schnell. Mann kann definitiv für ein paar Runden Spaß haben, aber nach einiger Zeit greife ich als Luftkampf-Fan dann doch lieber zu War Thunder oder Konsorten.

Die neuen Waffen – Für jede Klasse etwas dabei

Insgesamt gibt es 6 neue Schießeisen in verschiedenen Versionen.

Battlefield 1 neue Waffe

  • Der Sturmsoldat bekommt die RSC MP, eine neue Maschinenpistole. Sie hat nur wenige Patronen im Magazin, verursacht aber ordentlich Schaden.
  • Der Versorger holt sich die LMG 08/18, ein dickes Maschinengewehr mit einem riesigen Magazin. Da dürfen auch mal ein paar Schüsse daneben gehen.
  • Der Sanitäter darf die Howell in seiner Ausrüstung aufnehmen. Ich würde euch dringen empfehlen, die Scharfschützen-Version freizuschalten. Die Werk-Variante hat das dämlichste Visier, welches ich in Battlefield 1 je gesehen habe. Allerdings gilt auch hier: Geschmackssache.
  • Als Scharfschütze dürft ihr gleich zwei neue Waffen ausprobieren. Zum einen das Ross MKE3, welches sehr an die SMLE erinnert und zum anderen die 1917 Enfield in der Infanterie-Version.
  • Dann gibt es noch einen neuen Revolver für alle Klassen, der, richtig eingesetzt, massiv Schaden austeilt.

Die Waffen lassen sich, anders als in den vergangenen DLCs, recht schnell freischalten. Bei manchen Kalibern muss man lediglich ein paar Abschüsse machen.

Kann sich noch jemand an meinen Anspiel-Bericht zu „In the Name of the Tsar“ erinnern? Für das eine LMG in diesem DLC musste ich zwei verdammte Flugzeuge vom Himmel holen!

Battlefield 1 Flugabwehr

Neben den neuen Waffen gibt es noch weitere Nahkampfprügel sowie eine neue Granate. Zur Verteidigung gegen feindliche Flugzeuge haben die Sturmsoldaten Zugriff auf das Flugabwehr-Geschütz. Es sieht aus wie eine Panzerbüchse und bedient sich auch fast so.

Die neuen Challenges – Wer hat sich denn das ausgedacht?

Mit dem letzten DLC sind einige neue Spezialisierungen dazu gekommen, die sich wohl an die Profi-Spieler richten sollen. Mit „Sterblichkeit“ verliert man rund 200 Punkte nach einem Respawn. „Paranoia“ lässt euch während der gesamten Runde die Gasmaske tragen.

Battlefield 1 Caporetto

Ich dachte zuerst, das ganze wäre ein Aprilscherz, dafür ist es aber noch ein bisschen zu früh. Manch einer möge diese neuen Challenges mögen, ich allerdings finde das absolut schwachsinnig. Ganz ehrlich: Die Entwickler hätten anstatt dieser Spezialisierungen an anderen, wichtigeren Features des Spiels arbeiten können.

Neue Erweiterung, alte Schwächen

Nun kommt der nicht so appetitliche Teil des Artikels. Ich spiele Battlefield 1 schon rund 600 Stunden und habe Vieles miterlebt. Leider sind einige Dinge genauso schlimm wie vorher. Zum einen die Server-Balance, welche 1,5 Jahre nach dem Release immer noch nicht richtig funktioniert. Wie oft betrete ich Server, wo in einem Team bis zu fünf Spieler fehlen? In den großen Modi mag das nicht wirklich auffallen, aber in den kleinen Modi ist jeder Soldat Gold wert.

Auch würde mir ein Sniper-Limit gefallen. Es laufen einfach viel zu viele Scharfschützen rum. Da das Snipern im Gegensatz zu den letzten Teilen deutlich vereinfacht wurde, spielt fast jeder diese Klasse. So kann schon manch eine Eroberungs-Runde relativ lahm ausfallen und in purer Verzweiflung enden. Es nervt einfach, ständig von campenden Scharfschützen abgeknallt zu werden.

Fazit: Lohnt sich „Apocalypse“?

Nun, ich habe persönlich mehr erwartet von der letzten Erweiterung. Der Russland-DLC war für mich die beste Erweiterung, weil man dort im Vergleich zu den anderen DLCs viel Content bekam. Bei Apocalypse hätten mehr Waffen drin sein können, aber das ist nur meine Meinung. Im groben und ganzen ist es eine solide Erweiterung für 15 Euro. Ein bisschenb mehr Inhalt zum Abschluss wäre aber nicht verkehrt gewesen.

Ich werde bis zum nächsten Battlefield-Teil auf jeden Fall weiterspielen, vielleicht begegnet man sich ja auf dem Schlachtfeld.

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