Bannwelle in Neverwinter wird zum PR-Problem

Nachdem es für einen Exploit im MMORPG Neverwinter eine Bannwelle hagelte, entwickelt sich diese Situation für die Cryptic Studios immer mehr zu einem PR-Desaster.

Mit Exploits umzugehen, ist auch für ein Spielestudio nicht einfach. Dies zeigt aktuell die Situation rund um Neverwinter.

Neverwinter Ravenloft 3

Ein Exploit erhitzt die Gemüter

Was war passiert? Im aktuellen Addon Ravenloft war es möglich, eine der neu eingeführten Jagden unendlich oft zu wiederholen, was den Spielern jedes Mal viele Belohnungen in Form von Astraldiamanten einbrachte. Dieser Exploit wurde den Entwicklern bereits vor Release von Ravenloft im Juni dieses Jahres mitgeteilt. Jetzt im September kam es endlich auf allen Plattformen zu einem Hotfix. Allerdings auch zu einer Androhung von Konsequenzen an alle, die diesen Exploit ausgenutzt hatten. Es folgte eine Bannwelle.

Darum sind die Spieler nun verärgert: Es gibt einige Gründe, die dazu führen, dass die Neverwinter-Fans nun sehr wütend sind:

  • Der Exploit wurde lange Zeit nicht gefixt, obwohl er seit Monaten bekannt war. Es gab auch keine Reaktion der Entwickler
  • Viele sahen den Exploit als Feature an, eben weil es keine Reaktion der Entwickler gab. Manche nutzten ihn, um endlich zu den Powergamern aufholen zu können. Ohne Reaktion der Entwickler dachten manche, dass es ok sei, dies zu tun.
  • Sogar Spieler, die den Exploit nur ein oder zwei Mal ausgenutzt hatten, wurden rigoros gesperrt.
  • Die Entwickler entfernten ohne Vorwarnung Items aus dem Inventar mancher Spieler.
  • Das Team goss zusätzlich mit einer ungeschickten Reaktion Öl ins Feuer: „Exploits wie diese können sich negativ auf die „Gesundheit“ von Neverwinter auswirken und beeinflussen die Spieler. Der Exploit ist jetzt behoben. Spieler, die sich dafür entschieden haben, das Jagd-System zu missbrauchen, verstoßen gegen unsere Nutzungsbedingungen, daher wurde gegen sie vorgegangen. Jeder Spieler, der Aktionen gegen seinen Account anfechten möchte, kann sich an unseren Kundendienst wenden.“
  • Es wurden sogar Youtuber und Streamer gesperrt. Spieler glauben jetzt, dass sich dies negativ auf Neverwinter auswirkt.
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Eine Community in Rage

So reagieren die Fans: Die Community ist sauer. Gerade auf Twitter lassen die Spieler ihrem Zorn freien Lauf. Egal, was die Entwickler dort posten, die Community spricht über die Bannwelle, kritisiert das Vorgehen und bombardiert Twitter derzeit mit dem Hashtag #DontBuyZen. Also einer Aufforderung, keine Premiumwährung mehr für das MMORPG zu kaufen. Die Situation entwickelt sch zum PR-Desaster für die Cryptic Studios.

Das hätten sich die Spieler gewünscht: Dabei wäre es so einfach gewesen, all diese Probleme zu umgehen. Die Fans selbst erklären, wie das Studio hätte vorgehen sollen.

  • Zum einen hätten die Cryptic Studios direkt auf die Meldung des Exploits reagieren müssen
  • Der Hotfix hätte schneller erscheinen müssen
  • Eine frühzeitige Meldung entweder auf der Website, im Spiel oder per E-Mail wäre nötig gewesen, um die Spieler zu warnen, diesen Exploit nicht auszunutzen

Nicht alle sind wütend: Ein Neverwinter-Fan, der lieber anonym bleiben möchte, verteidigt die Entwickler sogar. Er meint: „Wissentlich etwas zu tun, von dem du weißt, dass es gegen die Absicht des Spiels ist, ist Betrug und die große Mehrheit der Leute, die gesperrt wurden, taten es für den persönlichen Gewinn. Die Maßnahmen, die gegen diese Leute ergriffen wurden, waren längst überfällig und nicht die Schuld der Unternehmen, sondern die der Betrüger.“

Außerdem soll die Anzahl der permanenten Sperren gar nicht so hoch sein und die Cryptic Studios wandeln derzeit offenbar viele Sperren in eine Suspension um. Dennoch eine recht unangenehme Situation für das Entwicklerstudio.

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Autor(in)
Quelle(n): DualShockers
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