Chef von Ashes of Creation hat seine Idee für das MMORPG zuerst in einer D&D-Kampagne getestet

Chef von Ashes of Creation hat seine Idee für das MMORPG zuerst in einer D&D-Kampagne getestet

Mit Ashes of Creation geht am 11. Dezember 2025 eines der spannendsten MMORPGs der Zukunft auf Steam in den Early Access. Studio-Chef Steven Sharif sprach im Vorfeld ausgiebig mit dem YouTuber Esfand über die Anfänge des Projekts, die Ziele der Testphase und mehr.

Wer ist Teil der Q&A? Steven Sharif ist der Gründer von Intrepid Studios und der Creative Director für Ashes of Creation. Der Millionär ist langjähriger MMORPG-Fan und erfüllt sich mit der Entwicklung des Spiels einen Traum. Mittlerweile gehören etwa 250 Mitarbeiter zu Intrepid. Am 11. Dezember 2025 geht Ashes of Creation auf Steam in den Early Access.

Tim „Esfand“ Esfandiari ist amerikanischer YouTuber und Streamer, den vor allem viele WoW-Fans kennen dürften. Sein Hauptkanal auf YouTube kommt auf 316.000 Abonnenten und mehr als 2.500 Videos. Auf Twitch steht er mit EsfandTV aktuell bei 1,4 Mio. Follower. Esfand gehört zur Gaming-Organisation One True King, die er 2020 mit Asmongold, Mizkif, Rich Campbell und Tips Out gegründet hat.

Der offizielle Early-Access-Guide der Entwickler für Ashes of Creation:

Vom Traum zum „Fiebertraum“

Die Anfänge von Ashes of Creation: In fast 2 Stunden streifen Esfand und Steven Sharif eine breite Palette an Themen. Spannend ist beispielsweise, dass der Studio-Chef nicht nur unzählige Stunden in MMORPGs wie Lineage, Lineage 2, Guild Wars, EverQuest oder auch ArcheAge verbracht hat. Er ist auch ein großer Fan von Dungeons & Dragons.

Die Idee, ein eigenes MMORPG zu machen, kam Sharif, als sich viele seiner Mitspieler aus ArcheAge verabschiedeten, weil die Monetarisierung immer aggressiver wurde und klare Pay2Win-Elemente besaß. Da auch andere Genre-Vertreter in dieser Zeit diesen Weg einschlugen, erkannte Steven Sharif eine Nische für ein eigenes Projekt, das vollständig auf Pay2Win verzichten würde.

Für ihn war dabei von Anfang an klar, dass das Spiel ein Sandbox-Gerüst nutzen soll, das den Spielern Freiheiten gewährt und es ermöglicht, mit den eigenen Entscheidungen die Welt zu formen. Er erschuf also eine übergreifende Geschichte und steckte diese mit dem Gerüst von Ashes of Creation in eine selbstgemachte „Homebrew“-Kampagne aus Dungeons & Dragons.

Hier könnt ihr euch den gesamten Talk geben, schaut alternativ bei Esfand auf YouTube vorbei:

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In dieser ließ er seine Mitspieler dann Städte bauen, Entscheidungen treffen und Geschäfte erledigen. Die dort gewonnenen Erfahrungen kombinierte er dann mit Spielsystemen aus den verschiedenen MMORPGs, die er über die Jahre gespielt hat und für wichtig befand. Das war das Fundament für Ashes of Creation.

Mit der Idee ist Sharif dann zu einigen Veteranen von Sony Online Entertainment (EverQuest, Star Wars Galaxies) gegangen. Die zeigten sich begeistert. Es folgte eine Kickstarter-Kampagne, die mit ihrem Erfolg unterstrich, dass der MMORPG-Fan den richtigen Riecher haben könnte. 9 Jahre später bereitet sich das Spiel auf die Beta vor, die irgendwann kommendes Jahr starten wird.

Auf Esfands Kommentar, dass Sharif seinen Traum leben würde, räumt der Chef-Entwickler aber ein, dass es zeitweise eher ein „Fiebertraum“ sein würde. Bereits im März 2025 hatte er im Detail erklärt, dass die Entwicklung so eines ambitionierten MMORPGs Projekts schwerer sei als gedacht. Man müsse ein dickes Fell haben und über Jahre sehr viel Zeit, Geld und Herzblut investieren.

MMORPGs sind sicherlich das schwierigste, komplexeste Stück Software, aus einer Gaming-Perspektive betrachtet. Das ist die einfache Wahrheit. Es gibt einen Grund, warum nur wenige Unternehmen und Publisher das Geld sowie die Zeit investieren, so ein MMORPG zu produzieren. Deswegen gibt es nur noch wenige Veröffentlichungen. […] Vor allem von Spielen, die so ambitioniert wie Ashes of Creation sind.

Steven Sharif auf YouTube

Bloß keinen WoW-Killer entwickeln

Warum der Sandbox-Ansatz? Die Entwickler haben sich bewusst für ein MMORPG mit einem Sandbox-Gerüst entschieden, in dem es viele Systeme gibt, die aus sich heraus einen hohen Wiederspielwert bieten sollen. Gute Themenpark-MMORPGs gibt es laut Steven Sharif nämlich mehr als genug. Als Beispiele nennt er World of Warcraft, Final Fantasy XIV oder Guild Wars 2.

Wer mit diesen Spielen, die über Dekaden hinweg Inhalte ansammeln konnten, auf Augenhöhe konkurrieren möchte, kann aus Sicht des Chef-Entwicklers nur scheitern.

Mit Ashes of Creation möchten die Entwickler aber nicht einfach nur andere Sandbox-MMORPGs kopieren, sondern das Genre durch Innovationen voranbringen. Als Beispiel nennt Steven Sharif das Siedlungssystem rund um die Knoten, mit dem es den Spielern tatsächlich möglich ist, die Welt mit ihren Taten und Errungenschaften zu formen.

Der Entwickler ist sich übrigens bewusst, dass Ashes of Creation mit seinem großen Fokus auf PvP für einen großen Teil der MMORPG-Fans automatisch uninteressant ist. Er glaubt aber fest daran, dass die Zielgruppe für ein gutes, ambitioniertes PvPvE-MMORPG groß genug ausfällt, um finanziell erfolgreich sein zu können. Mehr dazu: Ashes of Creation mit Fokus auf PvE: Kann das MMORPG auf Steam auch PvP-Muffeln Spaß machen?

Das Team spielt in den Gilden: Laut Steven Sharif haben sich die Entwickler unter die verschiedenen Gilden der Alpha gemischt, um mit diesen das MMORPG selbst zu spielen und aus erster Hand Feedback aus der Community zu erhalten, und diese mit den eigenen Eindrücken zu kombinieren.

Warum ist der Early Access kostenpflichtig? Der Intrepid-Chef stellt zuerst heraus, dass Ashes of Creation einen ungewöhnlichen Weg zurückgelegt hat. Interessierte konnten bereits sehr früh Zugang zur Alpha des Spiels erhalten, zudem berichten die Entwickler sehr offen über Fortschritte, Probleme und den Entwicklungsprozess.

Für so ein – aufgrund des Genres – risikoreiches Projekt, das durch seine Innovationen weitere Unsicherheitsfaktoren mitbringt, ist es schwer, Investoren oder unterstützende Publisher zu finden. Gleichzeitig kostet ein Team aus 250 Mitarbeitern viel Geld. Dazu kommen Server-Betrieb und andere Kostenpunkte.

Die Einnahmen durch den Early Access sind laut Steven Sharif wichtig, um das MMORPG im Laufe des kommenden Jahres fertigstellen zu können. Der Chef-Entwickler versteht aber die Bedenken vieler Spieler, da über Crowdfunding finanzierte MMOs keinen allzu guten Ruf genießen. Das unterstreicht unsere Analyse: 24 Kickstarter-MMOs, die Geld von euch wollten – Ein Kassensturz nach 13 Jahren mit frustrierender Bilanz

Im Laufe des Gesprächs betont Steven Sharif, dass es sich bei der Early-Access-Version von Ashes of Creation um eine unfertige Alpha handelt, die noch viel Zeit bis zum finalen Release braucht, und die auf das Feedback der Spieler angewiesen ist. Damit unterstreicht der Chef-Entwickler etwas, das auch ein neuer Trailer herausstellen möchte: Ashes of Creation rückt kurz vorm Early-Access-Start auf Steam die Erwartungen der Spieler zurecht

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daxter

Steven Sharif ist leider auch so ein Mensch dem man nicht mehr wirklich glauben kann 😞

MathError

Wer mit diesen Spielen, die über Dekaden hinweg Inhalte ansammeln konnten, auf Augenhöhe konkurrieren möchte, kann aus Sicht des Chef-Entwicklers nur scheitern.

Zum Teil bin ich da seiner Meinung, eine Kopie von WoW & Co. zu erstellen und es als “Killer” zu preißen, sowas kann nur scheitern. Neue MMORPG’s d.h. die keinen Vorgänger hatten wie GW, Aion, AA usw. können mit klassischen Themenpark-MMORPG’s keinen Erfolg mehr erzielen. Aber “Fortsetzungen” von MMORPG’s von den gleichen Entwicklern/Publisher ist wieder eine andere Sache, damit meine ich speziell kommende MMORPG’s wie Aion 2, Chrono Odyssey und AA Chronicles sind teilweise “klassische” MMORPG’s mit “Neuerungen”, diese können sehr wohl Erfolg haben.

Der Entwickler ist sich übrigens bewusst, dass Ashes of Creation mit seinem großen Fokus auf PvP für einen großen Teil der MMORPG-Fans automatisch uninteressant ist. Er glaubt aber fest daran, dass die Zielgruppe für ein gutes, ambitioniertes PvPvE-MMORPG groß genug ausfällt, um finanziell erfolgreich sein zu können.

Ich bin hier eher auf der pessimistisch(en) Schiene, ich glaube zumindest nicht dass es den Erfolg haben wird, wie wie die bereits bestehenden MMORPG’s. Ich hoffe natürlich sehr dass es sich finanziell für die Entwicklern lohnen wird, es würde jedem zu Gute kommen.
Der “EA” oder eher die letzte Alpha soll ja fast das ganze Jahr 2026 laufen und die Beta wenn alles nach Plan läuft 2027 starten, wo ich auch dazu raten würde 😅, wenn ich bedenke das Aion 2 ja kurz vor der Tür steht und Chrono Odyssey sowie AA Chronicles auch nicht mehr soweit entfernt sind. Da sollte der Release-Zeitpunkt ohne “Wipes” von AoC richtig plaziert werden.

Yoma

Auf jeden Fall interessant.

ArcheAge

Ja die Ähnlichkeiten zu ArcheAge waren mir auch aufgefallen. Lustigerweise spiel ichs grade. Ja AA hat sichs mit P2W selbst versaut. Mit den Nodes macht er sogar noch eine Weiterentwicklung der AA Idee.

Wer mit diesen Spielen, die über Dekaden hinweg Inhalte ansammeln konnten, auf Augenhöhe konkurrieren möchte, kann aus Sicht des Chef-Entwicklers nur scheitern. 

Seh ich anders. Klar die Masse an Content wird man nicht am Anfang haben, aber jedes der genannten hat Mankos, Skillsystem ist zb bei allen genannten ein Manko.
Ich stimm aber zumindest soweit zu das ich im Themepark auch nicht die Zukunft der MMORPG sehe.

Was AoC imo noch fehlt ist ganz freies Bauen, wie Pax Dei. Wobei dazu noch das Problem des Platzes gelöst werden müsste. Was auch Mist ist sind Mini Server mit Spieler Zahl Begrenzung. Alle Spieler sollten auf 1 Server spielen.

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