Ein neuer Handheld ist die beste Option, wenn ihr die alten Pokémon-Spiele noch einmal genießen wollt

Ein neuer Handheld ist die beste Option, wenn ihr die alten Pokémon-Spiele noch einmal genießen wollt

Ihr wollt die alten Pokémon-Spiele noch mal genießen. MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann erklärt, warum der Analogue Pocket für ihn die beste Möglichkeit ist, genau das zu tun: Die alten Spiele noch einmal zu spielen.

Wer die alten Pokémon-Titel noch einmal spielen möchte, steht oft vor einem Dilemma: Digitale Roms sind in der Regel nicht legal, die Originale auf eBay richtig teuer oder euer alter GameBoy hat schon bessere Tage gesehen.

Aus diesem Grund habe ich mir vor ein paar Jahren den Analogue Pocket gekauft: Das Gerät sieht wie ein GameBoy aus und kann dank eines speziellen (FPGA-)Chips die alten Spiele darstellen. In meinen Augen ist der Analogue Pocket die beste Option, wenn man Klassiker in einer ziemlich modernen Umgebung spielen will. Zumindest dann, wenn man die Originale besitzt.

Ist das Gerät überhaupt legal? Ja, der Analogue Pocket ist vollkommen legal. Er ist ein Hardware-Emulator, der auf FPGA-Technologie basiert und keine urheberrechtlich geschützte Software (wie BIOS oder Spiele-ROMs) von Spieleherstellern enthält. Die Technik hat Analogue selbst entwickelt.

Das Gerät ist darauf ausgelegt, originale Spielmodule (Game Boy, GBC, GBA) abzuspielen, was rechtlich unbedenklich ist. Es handelt sich um ein Hardware-Replikationsgerät (FPGA) und verwendet keine BIOS-Dateien anderer Unternehmen.

Der Analogue Pocket sieht wie ein Game Boy aus und fühlt sich (fast) wie einer an

Die Stärken: Auf den ersten Blick erinnert der Analogue Pocket stark an den GameBoy Pocket und das ist bewusst so gewählt. Das Analogue-Modell vom Aussehen her nur ein paar Tasten mehr. Doch im Detail bekommt ihr aber etliche Verbesserungen im Vergleich zum Retro-Modell, die sich in meinen Augen wirklich lohnen:

  • Der Analogue Pocket bietet euch eine bedeutend bessere Auflösung: Mit 1600×1440 bekommt ihr die 10-fache Auflösung vom Game Boy und die Farben sind viel besser und kräftiger als beim Original. Allein das war für mich schon ein Kaufgrund.
  • Obendrein kommt der Analogue mit etlichen Komfort-Features: Über die Bibliothek könnt ihr eure Spielzeiten tracken und ihr könnt eure Cartridges in den Schlafmodus befördern, was Akku spart. Das ist deswegen so wertvoll, weil dadurch der Akku der offiziellen Karten nicht ausblutet.
  • Ebenfalls in meinen Augen genial: Ihr könnt jederzeit euren Spielstand auf eurem Analogue speichern, laden oder jederzeit pausieren. Meine Frau und ich können dadurch parallel spielen, ohne ständig den Spielstand des anderen löschen zu müssen.
  • Eine Screenshot-Funktion ist ebenfalls vorhanden.
  • Als Bonus könnt ihr euren Analogue Pocket über ein Kabel jederzeit mit einem Original-GameBoy verbinden und auf diese Weise Pokémon tauschen oder im Mehrspieler spielen.
  • Über eine optionale Docking-Station (Preis ca. 100 US-Dollar), könnt ihr eure alten Spiele sogar in Full-HD auf eurem Fernseher genießen. Die Einrichtung ist aber recht mühsam.

Die Schwächen: Mein erster Kritikpunkt betrifft vor allem die Akkulaufzeit: Diese fällt im Vergleich zum Original einfach kürzer aus: Nach 5 bis 10 Stunden ist Schluss. In das Original könnt ihr Batterien/Akkus stecken, beim Analogue ist der Akku hingegen verbaut.

Der zweite Kritikpunkt ist die Preis- und Liefersituation, denn es ist gar nicht so leicht an einen Analogue Pocket heranzukommen:

  • Für unser blaues Modell habe ich 249,99 US-Dollar gezahlt, dazu kamen noch einmal 60 US-Dollar Versandkosten und zusätzlich auch noch Importgebühren. Am Ende zahlt ihr daher locker 300 bis 350 Euro. Teilweise sogar mehr, wenn ihr weiteres Zubehör wollt.
  • Hinzu kommen lange Liefer- und Wartezeiten. Das Gerät ist nur zeitweise erhältlich, und ihr müsst schnell sein, wenn ihr ein Modell haben wollt. Ich habe den Newsletter abonniert, um das Bestell-Zeitfenster zu kennen.
  • Für einen gebrauchten Gameboy Advance zahlt ihr zwischen 60 und 120 Euro, für einen GameBoy Pocket ähnlich viel (50 bis 80 Euro). Für den Analogue Pocket zahlt ihr im Vergleich deutlich mehr:

Ein dritter Punkt, den man zumindest wissen sollte: Die Software vom Analogue Pocket selbst ist komplett auf Englisch. Deutsche Spiele werden auch auf Deutsch abgespielt, aber das Betriebssystem und viele Zusatzfunktionen sind auf Englisch. Eine Option, die Sprache umzustellen, habe ich nicht gefunden.

Tolles Gerät, aber leider auch sehr teuer

Lohnt sich das denn? Trotz des hohen Preises gibt es für mich kaum eine bessere Option, wenn man die ganzen alten Spiele noch mal spielen möchte und die Originale zu Hause eh herumliegen hat. Allein das fantastische Display und die deutlich bessere Auflösung lohnen sich in meinen Augen. Auch die zusätzlichen Komfort-Features, etwa das integrierte Speichersystem, sind dicke Pluspunkte.

Besitzt ihr keine alten Original-Spiele, dann lohnt sich der Analogue Pocket hingegen überhaupt nicht. Denn die alten Originale sind Pflicht und für die alten Spielmodule werden heute schnell 100 Euro oder mehr fällig. Und Roms von vielen Webseiten sind nicht legal und werden vom Analogue Pocket auch nicht unterstützt. Habt ihr jedoch noch haufenweise alte Spiele der alten Handheld-Generationen von Nintendo und Sega im Schrank liegen, dann kann sich der Blick lohnen.

Obendrein erscheint am 27. Februar 2026 die Neuauflage von Feuerrot/Blattgrün für die Switch, womit zumindest diese Klassiker wieder auf modernen Geräten spielbar sind, und zwar völlig ohne Retro-Flair und ohne Analogue Pocket.

Grundsätzlich zähle ich den Analogue Pocket zu den besten Gaming-Handhelds, welche ihr derzeit kaufen könnt. Er mag zwar ein Spezialist sein, aber in seiner speziellen Nische ist das Gerät in meinen Augen wirklich unschlagbar: Die 12 besten Gaming-Handhelds 2025, die ihr kennen solltet

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voxan

Folgende These zum Nutzen von Roms (nicht die Verbreitung):
Ja, es ist nicht legal. Man macht sich schadensersatzpflichtig. Der Schadensersatz dürfte aber nur in Höhe des aktuellen Kaufpreises liegen. Da die Spiele von Nintendo nicht mehr vertrieben werden, liegt auch kein Schaden vor.

Natürlich sind hier etwaige andere Verstöße nicht betrachtet.

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