Ein 21 Jahre altes MMORPG erhöht die Abo-Preise, obwohl es Rekorde bei Spielerzahlen und Einnahmen feiert

Ein 21 Jahre altes MMORPG erhöht die Abo-Preise, obwohl es Rekorde bei Spielerzahlen und Einnahmen feiert

Die MMORPGs RuneScape und Old School RuneScape sind Free2Play, teilen sich aber für Endgame-Inhalte ein Abo. Bisher lagen die Kosten dafür bei 9,49 Euro pro Monat. Diese, und auch die Kosten für Shop-Items und Runecoins, werden ab Mai 2022 erhöht. Die Community ist sauer, was vor allem an den Erfolgen und den Baustellen der Spiele liegt. Sie sehen keine Rechtfertigung für die Preiserhöhung.

Was genau ändert sich an dem Abo? Ab dem 4. Mai erhöhen sich die Preise bei RuneScape in allen Währungen, wenn auch nicht gleich stark. Laut den Entwicklern muss dies getan werden, um die höheren Kosten bei der Entwicklung und die Inflation auszugleichen.

Besonders stark davon betroffen sind die Spieler, die in Euro zahlen. Dort erhöhen sich die Preise um durchschnittlich 21,56 %. In US-Dollar werden die Preise im Schnitt nur um 10,77 % angehoben.

Auffällig ist zudem, dass die Entwickler das Abo für 3 Monate am Stück komplett entfernt haben. Einen Grund dafür nannten sie jedoch nicht.

RuneScape Kosten
Tabelle vom YouTuber Protoxx (via YouTube).

Die Erhöhungen gelten vorerst jedoch nur bei Neuabschlüssen von Abos. Wer sein Abo fortlaufen lässt, ist vorerst nicht betroffen. Wichtig ist zudem, dass das reguläre 12-Monats-Abo zuvor 79,99 Euro gekostet hat, allerdings gab es zwischen November und März immer den Premier-Club, welcher nur 64,99 Euro für 12 Monate kostete. Dieser Preis wird jetzt generell für das ganze Jahr auf 69,99 Euro angepasst.

Wie kommt die Erhöhung an? Nicht gut. Allerdings kritisieren die Spieler gar nicht die Preisanpassungen an sich, denn die wäre unter anderem Umständen vollkommen nachvollziehbar.

Die Erhöhung der Preise kommt jedoch ausgerechnet in einer Phase, in der das Entwickler-Studio Jagex Rekorde in Spielerzahlen und Einnahmen feiert. Schon 2019 haben wir darüber berichtet, dass RuneScape das erfolgreichste Jahr seit 2001 feierte. Seitdem ging es sogar noch weiter bergauf.

Außerdem gibt es Kritik für fehlenden Spieler-Support, eine Häufung von Bots und die angeblich schlechte Bezahlung der Mitarbeiter. Um diese Probleme sollte sich zuerst gekümmert werden, bevor die Spieler mehr zahlen sollen.

Das sind aktuell die 7 beliebtesten MMORPGs 2022

RuneScape feiert große Erfolge mit Mobile- und Steam-Release

Wie steht es derzeit um RuneScape? Eigentlich richtig gut. Die Spielerzahlen befinden sich auf einer Rekordhöhe dank der Veröffentlichung auf Mobile und den Releases auf Steam, wo Old School RuneScape zu den MMORPGs mit den besten Bewertungen gehört.

Im November 2020 spielten mehr als 164.000 Spieler gleichzeitig Old School RuneScape und zudem nochmal 52.000 Menschen RuneScape. Damit befand man sich bei den gleichzeitigen Spielern fast auf dem Niveau, auf dem sich Lost Ark derzeit befindet.

Anfang 2022 wurde der Finanzreport für das Jahr 2020 veröffentlicht. Die Einnahmen in RuneScape haben sich um 18 % erhöht, in Old School RuneScape um 6 % (via Jagex financial report ).

  • Die Einnahmen lagen 2019 bei 130 Millionen und 2020 bei 144 Millionen Euro
  • Der reine Gewinn nach Abzügen von Steuern, Betriebskosten und Co. lag 2019 bei 52 Millionen und 2020 bei 42 Millionen Euro

Wo ist das Problem? Diese Gewinne sollen nach Wunsch der Community genutzt werden, um die beiden MMORPGs zu verbessern. Doch Jagex gehört einer anderen Firma, die an den Einnahmen beteiligt wird.

Diese hat sich in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt 109 Millionen Euro auszahlen lassen. Mehr also, als die eigentlichen Gewinne hergaben.

Das führt zu einem Stillstand bei der Entwicklung der beiden MMORPGs. Die Fans sind sauer, weil sie befürchten, dass die zusätzlichen Einnahmen der Abo-Gebühren eben nicht in die Weiterentwicklung der Spiele, sondern direkt in die Taschen der Investoren fließen.

Der Nutzer esporx hat dazu einen langen Beitrag verfasst (via reddit). Darin betont er, dass nicht die Entwickler und Community-Manager das Problem seien, sondern die, die ganz oben sitzen und das Spiel verfallen lassen würden. Generell dominiert das Thema Preiserhöhung gerade die reddits zu beiden MMORPGs.

Preiserhöhung wäre in Ordnung, wenn der Gegenwert stimmt

Wo liegen die Probleme von RuneScape? Laut dem reddit-Nutzer TTGunlimited gibt es einige Probleme, die Jagex angehen müsste, damit das Spiel die Preiserhöhung wert wäre (via reddit):

  • Der Customer Support soll schlecht sein. Wer den Zugang zu seinem Account verliert oder zu Unrecht gebannt wird, soll nur ein ganz geringe Chance haben, den Account jemals wiederzubekommen.
  • Im Chat soll es von Scams, Bots und Goldsellern nur so wimmeln.
  • Die Account-Sicherheit sei ein Problem, weil man bei Passwörtern keine Großschreibung und keine Symbole nutzen kann.
  • Die Bezahlung der Mitarbeiter soll laut dem Nutzer schlecht sein, auch weil das Studio selbst in einer der teuersten Umgebung in Großbritannien sitzt.

Bisher hat sich Jagex zu diesen Vorwürfen nicht geäußert.

Wie seht ihr die Preiserhöhung bei RuneScape? Findet ihr die Kosten zu hoch oder übertreiben hier einige Spieler mit ihren Sorgen?

Bei WoW gab es Anfang 2021 ebenfalls eine große Diskussion um das Abo. Damals wurden die Angebote an Game Time Cards für 30, 90 und 180 Tage gestrichen:

Die Spielzeit-Änderungen an WoW sind mies und gegen die Interessen der Spieler

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