Was euch in World of Warcraft so nervt, gefällt mir richtig gut

Time Gating nervt viele Spieler in World of Warcraft. Doch Cortyn findet’s richtig praktisch, denn dadurch bleibt genug Zeit, um alle Inhalte zu genießen.

Kritik an World of Warcraft ist so alt wie das Spiel selbst. Logisch. Wenn ein Spiel viele Millionen Menschen erreicht, dann können nicht alle mit allem zufrieden sein – das ist schlicht nicht möglich. Noch schwieriger ist es bei einem so großen Spiel wie WoW, das nicht nur PvE anbietet, sondern auch PvP und eine gigantische Fülle an möglichen „Nebeninhalten“ wie Pet-Battles, Erfolge, Rollenspiel, Transmog-Sammlungen oder ein besonders großer Stall voller Reittiere.

Doch ein Kritikpunkt ist mit Shadowlands besonders laut geworden. Time-Gating.

Es wird von vielen Spielern verteufelt und – mal wieder – als der Untergang von World of Warcraft bezeichnet. Ich hingegen finde Time-Gating richtig nützlich, denn es erfüllt viele positive Dinge für mich.

Was ist Time-Gating? Eine exakte Definition davon gibt es wohl nicht und die Wahrnehmung geht hier auch etwas auseinander. Ganz grob lässt sich aber wohl sagen, dass „Time-Gating“ bedeutet, dass nicht alle Inhalte sofort spielbar sind und es unterschiedliche Hürden gibt. Diese Hürden sind oft so geschaffen, dass in einem gewissen Zeitraum nur ein bestimmter Fortschritt erzielt werden kann.

Aktuell ist das in WoW: Shadowlands vor allem das Freischalten der Ruhm-Stufen, die damit verbundenen Boni durch Seelenbande und die Freischaltung der Story-Kampagne.

WoW Tyrande Sylvanas Struggle
Jede Woche nur ein bisschen Story – manche stört es tierisch, Cortyn mag’s.

Ich spiele viel – also stört Time-Gating weniger

Klar muss ich dazu sagen, dass ich in World of Warcraft auch aktuell einen recht vollen Terminkalender habe. Zweimal pro Woche wird abends geraidet und an zwei weiteren Tagen Dungeons auf „Mythisch+“ gemeistert, Tazavesh besucht oder Erfolge gesammelt. Damit ist ein großer Teil der Woche für mich verplant und ich bin recht stark ausgelastet.

Zwar sind wir beim Raiden noch auf normaler Schwierigkeit unterwegs und tasten uns langsam an heroisch ran, während wir im „Mythisch+“-Bereich aktuell nur 12er- bis 14er-Schlüsselsteine laufen. Damit sind wir bei Weitem nicht im Bereich der Pro-Gamer, aber auch weit weg vom Gelegenheitsspieler, der nie einen Fuß in „Mythisch+“ setzt und Raids nur aus dem LFR kennt.

Oder anders gesagt: Ich gehe davon aus, dass ich zur „Hauptmasse“ der WoW-Spieler gehöre, die recht viel Spaß in den Schattenlanden haben und an den meisten Inhalten Gefallen finden können. Der Teil der Spielerschaft, die nicht an jedem kleinen Detail rummeckert und jeden Nerf oder jede noch so kleine Mechanik als den Untergang von WoW bezeichnet und immer wieder im Subreddit die Beherrschung verliert.

Je mehr Inhalte mir in World of Warcraft gefallen, desto stärker hilft mir Time-Gating und sorgt dafür, dass ich überall am Ball bleiben kann.

Damit will ich nicht sagen, dass es nicht durchaus berechtigte Kritik an WoW gibt – die gab es immer und die gibt es auch in Shadowlands. Aber je öfter ich lese, dass Time-Gating der Untergang des Spiels ist und man deswegen „ganz bestimmt bald das Abo kündigt“, desto öfter muss ich mit den Augen rollen.

Ich verstehe, wenn das Time-Gating Spielern missfällt, die sich nur für eine einzige Art von Inhalt interessieren. Wer nur die reine Story erleben will, für den ist die Woche Wartezeit, die am Ende eine knappe Stunde lang Quests liefert, natürlich ziemlich lang.

Wer jedoch Freude an vielen unterschiedlichen Spielinhalten hat, dem kommt das Timegating durchaus entgegen.

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Warten … warten … warten … auf die nächste Woche.

Time-Gating gab es immer, schon vor 16 Jahren

Mein letzter Punkt, auf den ich hinaus will: Time-Gating ist nichts Neues. Es war schon immer Bestandteil von World of Warcraft und vielen anderen MMORPGs und ist kein neues Phänomen. Dazu einfach zwei Beispiele aus World of Warcraft Classic:

  • Schon damals konnte man nur einmal pro Woche Beute aus einem Raid-Dungeon bekommen. Waren alle Bosse bezwungen, musste man bis zum nächsten Reset warten. Auch das ist Time-Gating in Bezug auf die Ausrüstung. Man konnte nicht endlos den Raid wiederholen, bis man perfekt ausgerüstet war.
  • Besonders im Pechschwingenhort gab es damals Time-Gating. Denn damit alle Spieler einen Onyxiaschuppenumhang hatten, musste man die Drachenlady viele Wochen lang farmen, selbst wenn sie zu besiegen zu dem Zeitpunkt extrem einfach war. Auch das ist Time-Gating.

Natürlich ist Time-Gating nicht automatisch gut, nur weil es schon immer Bestandteil des Spiels war. Aber es gehört für mich einfach zu diesem Genre dazu. Es gibt mir einen klaren Rahmen dessen, was ich pro Woche auf jeden Fall „machen muss“, um meinen Mitspielern keine Last zu sein.

Gleichzeitig hält es für mich den Content frisch. Ich mag es, jede Woche ein neues Story-Kapitel zu erleben, das den Angriff gegen den Kerkermeister und seine Pläne weitererzählt.

Bei Serien und Anime mag ich es, eine komplette Staffel zu „bingen“, doch bei einem MMORPG wie World of Warcraft, das sowieso darauf ausgelegt ist, dass man es über Wochen und Monate spielt, gefallen mir die kleinen Story-Einheiten, die auch in Woche 9 nach einem Patch noch Neues bringen und den Alltag zwischen M+, Raids und Ruf-Grind auflockern.

Aber wie seht ihr das? Findet ihr Time-Gating in Ordnung? Oder stört euch das massiv und raubt den Spaß?

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Nico

Ich denke das nicht das Timegating ansich ein Problem ist. sondern das Timegating so stark zerteilt ist. Vorher war das immer in content patches unterteilt. Jetzt ist es das in content patches + wöchentlich zerteilt.

Fatrat

Mich nerft das timwgating. Ich habe in der Regel nicht viel Zeit zum spielen (mache in der regel nur meine Raids an 2 abenden die woche). Mein Raid hat gerade 2/10 M down (ja ich weiß wir haben etwas den start verschlafen) und da gerade Ruhmstufen und styguische glut wichtig sind um mehr dps aus dem Char zu holen nerft es mich sehr, dass wenn ich mal einen Tag zeit zum spielen habe (neben den Raid tagen) ich nach 2 Stunden wegen timegating nichts mehr tun kann oder aber es wegen einer zu niedrigen rRuhmstufe nicht weitergeht und man sich extra in der kommenden woche zeit dafür freischaufeln. uss

Vulcannon

Timegating ist eine Seuche und dient nur dazu, die Spielzeit zu strecken und Leute länger ans Abo zu binden. Da gibt es nichts schön zu reden.

Solange man sich selbst kontrollieren kann (und das sollte man lernen, Selbstregulierung ist das Zauberwort), hat man die Freiheit, das zu machen, was einem Spaß macht, solange man daran Spaß hat. Timegating nimmt mir als Spieler diese Freiheit. Es bevormundet mich und meine Spielweise auf unangenehme Weise.
Wenn ich der Meinung bin, gerade genug Zeit zu haben, eine längerfristige Spielaufgabe durchziehen zu wollen, um sie abhaken zu können, warum sollte mir das verwährt werden. Im Anschluss könnte ich mich der nächsten Aufgabe widmen. So hat man aber 10 Baustellen auf einmal, die man nicht abschließen kann. Das frustriert auf Dauer.

Waldspecht

Mehr kann man nicht dazu sagen.
Timegating war der grund mit WoW aufzuhören.

Thyril

Wer jedoch Freude an vielen unterschiedlichen Spielinhalten hat, dem kommt das Timegating durchaus entgegen.

Jop trifft’s doch genau auf den Punkt – bin meiste Zeit nur mit PvP beschäftigt und die derzeitige Balance nervt dann nervt einen automatisch der Rest gleich mit da man an dem anderen Rest deutlich weniger Spaß hat

dEEkAy2k9

Ich hasse Timegating abgrundtief.

Es gibt keinen dümmeren Mechanismus als künstlich den Zugang zu Dingen zu verlangsamen.

Beispiele:
ESO hatte die glorreiche Idee, euch alle 20 Stunden ein Upgrade zu ermöglichen, damit dein Mount schneller wird, deine Tragekapazität erhöht wird oder dein Mount mehr Ausdauer hat. Alle drei Attribute lassen sich steigern, jedes 60 mal. 60*3=180. Man darf also 180*20 Stunden “investieren” um das auf max. Level zu haben.

Alternativ kann man natürlich 10 Punkte für ca 10€ kaufen. Gönnt euch.

Die MMO Welt ist voll von solcher Grütze und dann wird so etwas auch noch positiv dargestellt, weil man sich selbst nicht zügeln kann und andere einen vom “bingen” retten müssen. Selbstkontrolle bye bye.

Man fuck, ich hab nen Job, Frau und Kind und wenn ich Zeit zum zocken hab will ich zocken und nicht ständig Timegates managen…

Chitanda

In BfA fand ich Timegating noch toll aber in SL geht es mir einfach nur noch aufn Keks. Keine Ahnung warum es so ist aber es stört mich einfach nur noch.

Koronus

Der Animevergleich ist eigentlich die Antwort warum Timegating so nerft.
Man will wissen wie die Story weiter geht und nicht ständig warten, bis es endlich soweit ist.
Ehrlich gesagt auch der Grund warum ich bei Mangas lieber warte, bis er komplett ist und mich das Bezahlsystem von Mangatoon so nervt. Wenn man über Timegating ständig wartet, bis es weitergeht, wird man eher dazu verleitet das zur Seite zu legen und was anderes daneben zu spielen bis es endlich durch ist und man alles in einem Rutsch lesen kann.
Wenn das aber nicht geht, weil zum Beispiel man über Weeklies gezwungen ist, am Ball zu bleiben, legt man das Medium aus Konsequenz vollkommen zur Seite.
Der Grund warum ich zum Beispiel sowohl mit GI aufgehört habe wie auch SL erst spielen werde, wenn der Drop schon gelutscht ist und somit dank haufenweise Catchupmechaniken man es ohne Unterbrechungen spielen kann.
Als ich zum Beispiel bei GI erfuhr, dass ich bevor weitermachen kann erstmal täglich dungeons grinden muss dank dem Bernsteinsystem beschloss ich, dass Spiel kann mich mal da auch wenn die Story interessant ist, sie nicht interessant genug ist um mir dieses Timegating anzutun.
Deshalb bin ich absolut nicht für Timegating und habe auch deshalb aufgehört Retail zu spielen obwohl ich RPler bin.
Ich merkte nämlich, dass ich deshalb mit der Story hinterherhing und habe deshalb es gelassen.
Also Timegating hat bei nur dafür gesorgt, dass es mich aus dem Content ausgesperrt hat.
Ich habe wenig Problem bei Timegating, dass man halt nicht ständig equipt sein kann. Aber das die Story dahinter gesperrt wird ist für mich der Grund gar nicht mehr mit der Story weiterzumachen.

Drahn

Ja, so hat man natürlich seinen festen, wöchentlichen Ablauf. Aber was wäre so falsch, wenn man nicht dazu gezwungen wäre, seine Weeklys zu machen und dennoch keine Last der Gruppe wäre.

Viele Spieler sind keine 18 oder Schüler mehr. Viele Spieler haben einen Job, Familie und/oder schlichtweg andere Prioritäten und wollen vielleicht dennoch WoW spielen.

Letztlich wird Time-Gating nur dafür verwendet, zahlende Spieler an das Spiel zu binden. Ingame-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Mehr ist es nicht. Nur weil ein System seit Urzeiten existiert, muss es ja nicht bis in alle Ewigkeit ein fester Bestandteil des Spiels sein.

Man kann sich sowas immer schön reden. Ich weiß nicht wie viele Stunden man pro Tag dafür aufbringen muss. Und wie viel Zeit man effektiv pro Tag Zeit hat. Doch ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt Spieler gibt, die Time-Gating lieber abschwächen oder abschaffen würden.

Namma

Deine Aussage verstehe ich nicht und ich glaube sie macht auch keinen Sinn.

Die aufholmechchanik erlaubt dir doch 5 Wochen auszusetzen und während cortyn alles brav täglich gemacht hat und Zeit und Mühe investiert, bekommst du alles was sie gemacht hat in einer Stunde einfach so.

Ein Kollege hat mich überredet mit 9.1 mit ihm zusammen neu anzufangen.
Meine Jägerin ist vor 2,5 Wochen erstellt worden und jetzt hat sie einen gs von 220, dabei habe ich gerade mal 5 myth+5 gemacht, 6 BGS und einmal lfr allerdings ohne loot und weltbosse ließen auch nichts fallen.
Nebenbei arbeiten wir beide im 3 Schichtsystem und haben Familie bzw Kinder um die wir uns auch kümmern.

Mein Fazit ist, da dieser Char deutlich mehr Spaß machte wie der erste am Release Tag, lag an der mittlerweile deutlich längeren durchspielbaren Kampagne und einigen Anpassungen, sowie dem addon handynotes und ohne lootspiralen Druck.
Dennoch ist timegating eine Katastrophe in meinen Augen und verschleiert nur wie wenig story content wow bietet im Vergleich zur Konkurrenz.

Die Aufholmechanik ist anfangs ganz nett aber sowas von übertrieben, der Spieler imbaxxrocker0815 hat sich in seiner myth+ herzhaft darüber aufgeregt warum ich kacknoob (15jahre wow) mit meinem billigem bm hunter (war mm) der ja nur wegen dem Tank (mein Kumpel) mit genommen wurde, 70% des Schadens gemacht habe.
Ich hab ihn blockiert da ich auf sowas keine Lust habe im Spiel, aber eigentlich hatte er recht. Ich hatte keine mytische Wertung und nichts, aber naja….
gefallen tut mir dabei eher nicht, das wiedermal normale und heroische dungones absolut nutzlos sind und nur dazu dienen den gs unnötig hoch zu treiben, alte raids werden nutzlos, mühen und Erfolge von heute sind nächsten Mittwoch schon nichts mehr wert, das raubt die Motivation es überhaupt zu machen, denn nächste Woche bekomme ich alles in 10 Minuten hinterher geschmissen 🤷‍♂️

Wie du siehst gebe ich dir und cortyn nicht recht, man braucht immer weniger zeit für alles desto weniger man spielt, das ist allerdings eher demotivierend, dennoch braucht niemand Zeit um etwas zu erreichen, 3 bis 4 Stunden die woche und du bist in 1 bis 2 Monaten oben dabei, von null an.
Zudem ist das Timegating alles andere als nützlich und sinnvoll, hauptsächlich demotiviert es und zwingt mich eher wieder in eine wow Pause zurück.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Namma
Drahn

Es tut mir leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe.

Jedes MMO will seine Spieler natürlich so lange an sich binden wie möglich. Doch Content künstlich in die Länge zu ziehen, obwohl es nicht nötig wäre, muss nicht sein.

In FFXIV wird beispielsweise der Savage Raid erst ein paar Wochen später freigeschaltet, damit Spieler die Main Story in Ruhe spielen und ihre Klasse vorbereiten können. Da ist sowas sinnvoll.

Aber was wäre so schlimm gewesen, wenn man die Ruhmstufen gleich zu Beginn von Shadowlands hätte freispielen könnte? Man bezahlt doch keine monatlichen Gebühren, wenn man x Wochen warten muss, bis man endlich zu Ende grinden kann xD

Namma

Nichts wäre daran schlimm gewesen, das Timegating ist einfach Horror, nichts anderes habe ich geschrieben.
und genau deswegen habe ich schon 3 Wochen nach Release aufgehört.

du hast das geschrieben:

„Viele Spieler sind keine 18 oder Schüler mehr. Viele Spieler haben einen Job, Familie und/oder schlichtweg andere Prioritäten und wollen vielleicht dennoch WoW spielen.“

Nur muss man nichts wöchentlich machen, oder sehr aktiv spielen, man kann easy monatelang wie ich aufhören und man wird alles hinterher geworfen bekommen.
So wenig Zeit für wow wie aktuell brauchte man noch nie.

somit ist das Timegating im Zusammenspiel mit den Aufholmechaniken einfach absoluter gamebreaker, alles fühlt sich sinnlos an und die Motivation bricht weg.

Kite5662

… Wie oft spielst Du denn WoW so in der Woche?

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