World of Warcraft ist gerade zu leicht – glauben viele. Doch Tanks regen sich auf. Denn alle außer eine Art von Tank ist weich wie nasses Papier.
Die erste Saison von WoW: Midnight dürfte als eine der einfachsten in die Geschichte des Spiels eingehen. Einfach zumindest dann, wenn ihr einen DPS-Charakter spielt oder zu der einen Art von Tank gehört, die sich gerade ins Fäustchen lacht. Denn es gibt eine massive Ungerechtigkeit. Im Grunde kann nur ein spezieller Tank erfolgreich oben mitmischen, während der Rest jede Sekunde um das eigene Leben bangt.
Mönche rocken alles, der Rest ist nasses Papier
Welche Tanks freuen sich gerade? Die einzigen Tanks, die aktuell keinen Grund zur Beschwerde haben, sind die Braumeister-Mönche – sie sind die absolute Überflieger und dominieren gerade in Dungeons der Kategorie Mythisch+.
Das wird besonders deutlich, wenn man sich die Verteilung der Tanks auf verschiedenen Schwierigkeiten anschaut. Dafür nehmen wir die Daten von raider.io (Stand: 03.04.2026), die nahezu alle Dungeon-Besuche protokollieren:
- Auf Mythisch+7 (und höher) sind 36 % aller Tanks Braumeister-Mönche, gefolgt von Schutz-Paladinen mit 18,5 %.
- Auf Mythisch+10 (und höher) sind bereits 40 % aller Tanks Braumeister-Mönche, auf Platz 2 sind wieder Paladine mit noch 17 %.
- Ab Mythisch+15 (und höher) wird es dann richtig krass: 84 % entfallen auf den Braumeister-Mönch. Platz 2 sind Schutz-Krieger mit noch 4,6 %.
Die klare Erkenntnis hier: In hohe „Mythisch+“-Dungeons geht man entweder mit einem Braumeister-Mönch als Tank oder gar nicht.
Dass Braumeister-Mönche so stark sind, liegt daran, dass sie nahezu sämtlichen Schaden drastisch reduzieren und diesen durch „Staffeln“ in einen Schaden-über-Zeit-Effekt umwandeln. Der kann von den Heilern viel leichter aufgefangen werden.
Was ist das Problem mit anderen Tanks? Alle anderen Tank-Klassen haben auf hohen Schlüsselstein-Stufen erhebliche Schwierigkeiten, den eingehenden Schaden zu reduzieren – gerade zu Beginn eines Pullls. Häufig kommt es vor, dass selbst erfahrene Tanks innerhalb von zwei Global Cooldowns einfach von 100 % auf 0 % fallen, ohne dass eine große Rettung möglich wäre.
Die allermeisten Tanks kritisieren auch, dass sie schlicht nicht genug Möglichkeiten haben, aktiv den Schaden zu Beginn eines Kampfes zu reduzieren. Oft muss man dafür Ressourcen aufbauen oder – wie im Fall des Dämonenjägers – sogar auf Glück hoffen, dass eine Auslösung der Metamorphose erfolgt.
Entsprechend fallen die Reaktionen der Community aus, etwa im Subreddit von WoW:
- „Ich spiele Dämonenjäger und ich fühle mich, als könnte ich jederzeit ge-oneshottet werden, wenn meine Metamorphose nicht läuft.“ – Kuhrazy
- „Mein Blut-Todesritter hat die großartige Fähigkeit zwischen zwei Zuständen zu wechseln: Unsterblich und nasses Papier.“ – Greg_Wayne
- „Als Heiler fühle ich mich ehrlich schlecht für die Tanks. Die Menge an kompletten Zerstörungen, die ich gesehen habe, nur weil sie eine Fähigkeit in ihrer Defensiv-Rotation verpasst haben, ist extrem hoch.“ – DaCousIsLoose
- „Keine Ahnung wovon ihr alle sprecht, mir geht es super mit meinem Blut-Todesritter, habe echt Spaß. Ich habe absolut keine Probleme mit dem Überleben, bis ich plötzlich tot bin.“ – Likos02
Warum behebt Blizzard das nicht? Dass Blizzard die Tanks trotz der recht eindeutigen Zahlen so lange unangetastet lässt, könnte vor allem mit dem „World First Race“ zu tun haben, das vermutet die Community. Wenn man an den Tanks nun große Änderungen vornimmt, könnte das den Ausschlag geben, welche Gilde das Rennen im finalen Raid „Marsch auf Quel’danas“ zuerst bezwingt. Daher vermuten viele, Blizzard halte sich mit Anpassungen zurück, bis das Rennen gelaufen ist.
Falls ihr es deutlich entspannter in World of Warcraft haben wollt, gibt es da auch einen Trick, wie ein anderer Spieler berichtet: Seit er auf DPS gewechselt hat, ist sein Leben in WoW viel entspannter – denn er wird einfach gar nicht mehr in Dungeons mitgenommen.

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