World of Warcraft steckt voller geliehener Macht. Das wird auch so bleiben, meint der Game Director.
Der Begriff „Borrowed Power“, also auf deutsch „Geliehene Macht“, ist in der Community von World of Warcraft ein Begriff, der immer wieder auftaucht und zumeist negativ behaftet ist. Wenig verwunderlich, beschreibt es doch Kräfte, die man irgendwann wieder verliert. Doch in einem neuen Interview hat der Chef-Entwickler von World of Warcraft, Game Director Ion Hazzikostas, klargestellt: Es wird immer wieder Borrowed Power geben, denn sie ist einfach zu cool.
Geliehene Macht ist gut, wenn man weiß, dass sie endet
Was ist Borrowed Power? Generell hat Borrowed Power verschiedene Bedeutungen, je nachdem, wie streng man den Begriff auslegt. In der Community von World of Warcraft versteht man darunter in aller Regel aber Systeme und Fähigkeiten, die den Charakter verstärken, aber nur für eine begrenzte Zeit im Spiel verfüg- und nutzbar sind. Beispiele für Borrowed Power dieser Definition sind:
- Die Artefaktwaffen aus der Erweiterung Legion
- Das Herz von Azeroth mit seinen Fähigkeiten aus Battle for Azeroth
- Die Pakt-Fähigkeiten aus Shadowlands
Was wurde dazu nun gesagt? In einem Interview mit dem YouTuber Tettles sprachen Ion Hazzikostas und Paul Kubit von Blizzard über zahlreiche Themen. Es ging viel um Raid Buffs, aber auch darum, wie man verschiedene Arten von Spielerinnen und Spielern zufriedenstellt. Und natürlich war auch Borrowed Power ein Thema, wie etwa aktuell der „Ätzende Kodex“ oder der „Omnium-Foliant“.
Hazzikostas erklärte, dass aus seiner Sicht fast alles im Spiel „Borrowed Power“ sei – auch jedes Stück Ausrüstung und jedes Schmuckstück sei im Kern nur geliehene Kraft. Er erkennt aber an, dass es in der Vergangenheit Probleme damit gab. Denn wenn man ein Schmuckstück durch ein neues ersetzt, dann hat man ja direkt eine Alternative.
Bei vorherigen Erweiterungen war es aber so, dass man von einen Tag auf den anderen deutlich schwächer wurde, etwa als man beim Pre-Patch von „Battle for Azeroth“ die Fähigkeiten der Artefakfwaffe verloren hatte. Daher machen sich die Entwickler mehr Gedanken darüber, wie man diese Kräfte wieder abgibt oder macht sie thematisch so, dass sie eben erkennbar nur für eine gewisse Zeit aktiv sind.
Aber wir werden weiterhin solche Systeme benutzen. Denn wenn die Alternative ist, dass alles, was wir euch geben, auf jeden Fall dauerhaft sein muss, […] dann hätten wir entweder ein absurd überladenes Spiel oder wir müssen so vorsichtig sein, in dem, was wir euch geben, weil es eben permanent ist, dass es nicht so aufregend wäre.
Wenn wir wissen, dass es ein System gibt, wie etwa die Reshii-Wickel oder etwas anderes, von dem wir wissen, dass es nur für eine kleine Weile existiert, dann können wir es viel prägnanter und spaßiger machen, weil wir uns keine Gedanken darüber machen müssen, wie wir es lange in die Zukunft tragen.
Generell lohnt sich aber ein Blick in das ganze Interview, denn viele Themen werden dort besprochen.
Cortyn meint: Ich bin verschiedenen Systemen geliehener Macht grundsätzlich offen gegenüber und freue mich, wenn sie gut zur Story passen. Aktuell empfinde ich etwa den „Ätzenden Kodex“, der in der offenen Welt und in Tiefen aktiv ist, als ziemlich passend. Er fühlt sich gut an, wird mir aber trotzdem nicht schmerzlich fehlen, wenn wir Ula’tek und das ganze Gift hinter uns lassen.
Borrowed Power ist immer dann ein Problem, wenn sie sich so passend anfühlt, dass sie ein fester Teil der Identität des eigenen Charakters wird, wie es etwa bei Legion der Fall war. Als man damals die Artefaktwaffen-Fähigkeiten verlor, fühlten sich viele Klassen unvollständig an. Das ist auch der Grund, warum zahlreiche der Fähigkeiten später im Talentbaum zurückkehrten. Solange Blizzard diesen Fehler nicht wiederholt, stehe ich neuer Borrowed Power durchaus offen gegenüber. Aber wie seht ihr das?
Auch wenn Patch 12.1 noch recht frisch ist und die allermeisten Ula’tek noch nicht besiegt haben dürften, wissen wir bereits, wie es mit World of Warcraft weitergeht. Denn die Kampagne des Patches verrät uns, was der nächste große Boss sein wird, dem wir schon bald gegenüberstehen.
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