PvP in WoW Forever soll für Casuals sein und Angriffe auf die Hauptstädte fördern

WoW Forever PvP

Im neuen Podcast von Blizzard zu WoW: Forever stand das Thema PvP auf der Agenda. Die Entwickler gehen die größTen Schwächen vom Classic-PvP an und wollen den „War“ aus World of Warcraft zurückbringen.

Was hat Blizzard verraten? Eine ganze Menge, dank der Fragen der Classic-Veteranen TipsOutBaby und Savix, die beim neuen Podcast der Entwickler zur Sprache gekommen sind. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus der Gesprächsrunde:

Das PvP von WoW: Forever soll sich vor allem an Gelegenheitsspieler richten und daher auf den zermürbenden Vanilla-Grind verzichten, alte Schwächen ausmerzen und auf möglichst viele Restriktionen verzichten. Im Folgenden fassen wir euch die konkreten Aussagen von Senior Game Designer Josh „Aggrend“ Greenfield, und Lead Classic Designer Tim Jones zusammen:

  • Es wird fürs Erste keinen Megaserver für RP-PvP geben. Zum einen möchte man die vergleichsweise kleine RP-Community nicht weiter zersplittern. Zum anderen musste man frühere Classic-RP-PvP-Server irgendwann zu normalen PvP-Servern machen, weil sich ein zu großer Teil der PvP-Community nicht an die RP-Regeln hält.
  • Der neue Progressionspfad fürs PvP soll keinen so krassen Grind erfordern, wie damals das Ehre-System von Vanilla, sondern sich an Gelegenheitsspieler richten. Schlachtfelder sollen vor allem Spaß machen. Das PvP soll nicht zu kompetitiv ausfallen. Egal wo und wie ihr PvP macht, es soll sich lohnen. Keiner soll sich gezwungen fühlen, für effizienten Fortschritt ein Alteractal nach dem anderen zu laufen.
  • Im Laufe der Zeit möchte man neue Belohnungen und Schlachtfelder nachlegen (vielleicht eine Art „King of the Hill“ im Schwarzfels). Arenen wird es im Forever-Kontext wohl nicht geben.
  • Das aktuelle PvP-Event aus der Community bekommt ein extra Areal für Duelle spendiert, das in seiner finalen Version irgendwann auch in der Live-Version von Forever landen könnte (wenn auch vielleicht nur phasenweise, damit vor den Hauptstädten weiterhin Duelle stattfinden).
  • Die Entwickler möchten das „War“ aus World of Warcraft zurückbringen, und daher PvP in der offenen Welt fördern. Bekannte PvP-Inhalte in der Welt wie die Türme in den Pestländern oder die Geysire in Silithus sollen Überarbeitungen erhalten, um sich lohnenswerter und spaßiger anzufühlen. Zudem soll es Anreize geben, die Hauptstädte der gegnerischen Fraktion anzugreifen.
  • Die PvP-Welt-Events der Saisons wie Blutmond oder die Schlacht um Ashenvale könnten in Forever in einer angepassten Version ihr Comeback feiern.
  • Es ist gewollt, dass Ausrüstung aus dem PvE und von Berufen im PvP nützlich sein können. Genauso sollen PvP-Belohnungen in anderen Bereichen ihren Nutzen finden. Diese kreative Freiheit hat schon Vanilla ausgemacht und soll auch Forever auszeichnen.
  • In der Beta von Forever hat die Community nur an der Oberfläche gekratzt. Beim Launch wird sie neue, seltene Belohnungen oder Ressourcen entdecken, die an bestimmten Orten in der offenen Welt ganz organisch für PvP-Situationen sorgen werden.
  • Es ist noch unklar, wie Blizzard mit den Weltbossen auf PvP-Servern umgehen wird. In den Saisons standen sie teils in instanziierten Bereichen zur Verfügung, um möglichst vielen Spielern die Möglichkeit zu geben, diese zu bekämpfen. PvP-Schlachten in der offenen Welt um den Loot der Weltbosse können so aber nicht entstehen.
  • Die Massenschlachten spielen sich im Azeroth von Forever so gut und lagfrei wie nie, wenn es um Classic geht. Man arbeitet aber weiterhin daran, die teils auftretenden Phasing-Probleme aus der Welt zu schaffen.
Achtung! Es gab auch eine Warnung der Entwickler. Denkt gut darüber nach, ob ihr euch einen Charakter auf dem PvE- oder PvP-Regelwerk erstellen möchtet. Es wird keine Möglichkeit geben, von einem Megaserver mit Regelwerk X auf einen Megaserver mit Regelwerk Y zu wechseln.
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WoW: Forever – Das sind die Besonderheiten von Classic Plus im Trailer

Ein Problem, das (noch?) vieles überschattet

Wie reagiert die Community? Vorneweg: Viele WoW-Fans feiern den wöchentlichen Podcast und hoffen, dass die Entwickler dieses Format noch lange beibehalten. Was das PvP angeht: Einigen Spielern geht es ähnlich wie mir. Sie blicken mit Sorge auf das neue Server-System und die ständigen Phasenwechsel. Andere ärgern sich über den Verzicht eines RP-PvP-Servers. Abgesehen davon kommen viele der Infos sehr gut an.

  • alexarcher9026 schreibt etwa auf YouTube: „Das Layering im Welt-PvP ist ein riesiges Problem – in unserer Raidgruppe bleiben immer wieder Leute in verschiedenen Phasen stecken, manchmal werden wir selbst aus der Phase herausgeworfen, und manchmal müssen wir zusehen, wie 20 bis 30 Mitglieder der gegnerischen Fraktion einfach verschwinden, während wir gegen sie kämpfen. Das passiert leider ständig.“
  • torhagen klagt auf YouTube: „Die Ablehnung von RP-PvP macht sehr deutlich, dass PvP ein vergessenes Stiefkind ist.“

Mehr zu WoW Forever findet ihr auch auf unserem YouTube-Kanal von MeinMMO. Dort verraten wir euch zum Beispiel, warum wir uns auf das neue, alte WoW freuen. Schaut gern vorbei!

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Wie bewertet MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz die Neuigkeiten? Ich war damals beim Ehre-Grind in Vanilla-WoW dabei (bin immerhin Rang 11 geworden) und habe an Alteractal-Runden teilgenommen, die ein ganzes Wochenende liefen.

In den Schlachten bei Tarrens Mühle oder Crossroads ärgerte ich mich über die viel zu kurzen Dolche meines Schurken, nur um dort am Ende dennoch extrem spaßige Stunden zu verbringen. Und ich war bei Städte-Raids dabei, die seinerzeit die alten Server von Blizzard in die Knie gezwungen haben. Und das alles, obwohl ich in MMORPGs eigentlich eher ein PvE-Enthusiast bin.

Das PvP im klassischen WoW ist irgendwie anders. Es hat klare Schwächen, macht aber dennoch Spaß und motiviert. Sicherlich auch, weil man dort mit Ausrüstung aus anderen Bereichen sehr viel reißen kann. Aber genauso, weil Belohnungen aus dem PvP zum Teil starke Alternativen fürs PvE darstellen. (Und vielleicht auch, weil der Schurke aus Vanilla einfach ein PvP-Monster ist).

Umso mehr freue ich mich jetzt, dass die Entwickler für WoW: Forever einige der Schwächen (wie den fast schon verpflichtenden Alteractal-Grind) ausmerzen, während sie die ebenfalls klaren Stärken ausbauen möchten. Das könnte richtig, richtig spaßig werden – auch auf PvE-Servern.

Das PvP in der Welt steht und fällt jedoch mit dem Phasing. Die ungewollten Wechsel zwischen den Varianten von Azeroth müssen die Entwickler in den Griff bekommen. Das neue Server-System bleibt damit für mich das größte Sorgenkind von Forever. Auch mit Blick auf das Versprechen, beim Spielen ein Gemeinschaftsgefühl wie bei den alten Sprachen-Servern zu schaffen. Mehr dazu erfahrt ihr hier: Server-Wahl – So funktioniert’s in WoW Forever

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