Wie kann die Zukunft von World of Warcraft aussehen? Ein großer Teil der Community ist sich einig, dass es eine neue Ära braucht.
Langsam, ganz langsam lässt sich das Ende der Weltenseelen-Saga am Horizont erkennen. In wenigen Wochen steht die BlizzCon an und dann wird es sicherlich eine Menge Informationen rund um „The Last Titan“ geben. Doch es ist die Zeit danach, die viele in der WoW-Community beschäftigt. Ein Beitrag im Subreddit des Spiels hat dabei besonders viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und die Behauptung aufgestellt:
World of Warcraft braucht keine weitere Saga. Es braucht eine neue Ära.
Ein großer Zeitsprung für Azeroth
Was ist damit gemeint? Der Reddit-Beitrag vom Nutzer Champepro erklärt ausführlich, was die World of Warcraft aus seiner Sicht braucht und in den vergangenen Jahrzehnten nicht bekommen hat: Luft zum Atmen. Einen großen Zeitsprung, bei dem die alte Welt endlich zurückgelassen wird und Azeroth die Möglichkeit hat, sich weiterzuentwickeln.
Aus seiner Sicht existiert das moderne Retail-WoW in einem sonderbaren Zwang, der sich seit Cataclysm offenbart hat. Damals war die Community erschüttert darüber, die „alte Welt“ verloren zu haben, und das Experiment, die Welt weiterzuentwickeln und zu modernisieren, galt unter diesem Gesichtspunkt als gescheitert.
Die Lösung ist nicht noch ein Cataclysm. Es ist nicht, dass Azeroth noch einmal explodieren soll und dass 40 Gebiete aufgrund irgendeiner neuen Krise nochmal ganz neu gestaltet werden. Die Lösung ist ein richtiger Zeitsprung. Wir haben nach diesem Mist schon ewig gefragt … aber ein echter Zeitsprung … 10 Jahre. 15 Jahre. 20 Jahre. Wie viel auch immer notwendig ist, damit es sich so anfühlt, als hätte Azeroth ohne uns auch wirklich gelebt.
Anführer sollten tot oder im Ruhestand sein. Kinder sollten aufgewachsen sein. Städte wieder aufgebaut. Die Verlassenen sollten herausgefunden haben, wer sie eigentlich ohne Sylvanas sind. Die Nachtelfen sollten eine Generation haben, die Teldrassil nur noch aus Geschichten kennt. Horde und Allianz sollen noch existieren, aber vielleicht nicht mehr das Gleiche bedeuten.
Das würde es Warcraft erlauben, zu Konflikten zurückzukehren, die kleiner sind aber nicht weniger bedeutsam.
Die Begründung für diese Lösung sieht Champepro in der Existenz von WoW Classic in seinen verschiedenen Ausprägungen. Da die früheren Versionen von World of Warcraft durch Classic jetzt im Grunde „für die Ewigkeit“ konserviert sind, kann das moderne WoW sich endlich davon lossagen und mutige, neue Schritte gehen, um der Welt einen neuen Anstrich zu verleihen. Er erklärt weiter:
Für mich ist das, was ein WoW 2.0 sein sollte. Kein anderer Spiel-Client. Keine neue Engine. Nicht das Löschen unserer Charaktere oder einfach eine 2 auf dem Logo. Eine neue Ära von Azeroth mit verschiedenen Versionen des Spiels. Classic bewahrt die Vergangenheit. Retail baut die Zukunft.
Die Zeitsprung-Theorie ist auch nicht vollkommen neu. Schon vor fast 10 Jahren haben wir spekuliert, dass das irgendwann kommen muss.
Was würdet ihr von einem Zeitsprung halten, der die Welt wieder etwas normalisiert und simplere Bedrohungen in den Fokus rückt?
Viel Zustimmung für diese Gedanken: Der Beitrag hat mit über 5.700 Upvotes eine Menge Zustimmung erfahren. Viele Kommentare stimmen den Ideen zu und hoffen, dass Blizzard genau in diese Richtung steuert.
- „WoW braucht einen großen Bösen, das war immer so und wird immer so sein, aber der Böse muss eben nicht der größte und böseste sein. Wir müssen nicht jedes Mal eine noch größere Bedrohung haben, das kann auch einfach mal eine abtrünnige Fraktion von Untoten / Orcs / Gnomen sein, die sich dazu entscheidet, sie wollen irgendwelche Ländereien übernehmen, die ihnen nicht gehören. Nicht jeder Feind muss mit der Vernichtung des Universums drohen.“ – D1rty87
- „Ich bin nicht gegen dich, aber ich will auch nicht, dass Classic die Zeitkapsel ist. Retail sollte alle Versionen von Azeroths Geschichte haben. Sie haben die Technik, um das möglich zu machen und die alte Welt zurück ins Spiel zu holen und auch in Retail zugänglich zu machen.“ – Griever12691
Cortyn meint: Die Argumente in dem Reddit-Beitrag sind ziemlich gut und fassen mehrere Probleme zusammen, die es in World of Warcraft gibt, aber wohl einfach unvermeidlich bei einem Spiel sind, das seit 20 Jahren auf „größer, stärker, kosmischer“ setzt. Diese Spirale dürfte den Höhepunkt mit der Weltenseelen-Saga erreicht haben und dann wieder abflachen. Das ist immerhin keine gänzlich neue Theorie, denn schon vor einigen Wochen gab es Hinweise darauf, dass mit „The Last Titan“ nicht einfach nur die Weltenseelen-Saga endet, sondern das Spiel quasi in ein „WoW 2.0“ übergeht.
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Kommentare
Wenn sie einen Zeitsprung machen, müssten sie aber irgendeine narrative Idee mit einbauen, was mit unserem Charakter passiert ist und warum er noch da ist. Auch Leute, die MMOs nicht primär fürs Rollenspiel spielen wollen sowas durchaus, weil man ja dennoch eine GEschichte erzählt bekommt. Und neben dem “Wieso lebt mein Charakter noch” auch das “Wieso weiß ich davon, wie die neue Welt ist, nichts und entdecke es erst in den Quests”-Element besteht.
TOR hat das damals mit Karbonit einfrieren gemacht. WoW könnte sowas natürlich mit Zeitmagie oder so machen. Aber solange man zum: “Wie kommt mein Spielercharakter in der Story in die Zukunft?” nichts hat, ist das Gerücht schlicht unvollständig.
Edit: Gedanklicher Nachtrag. Außerdem funktioniert das “Alte Charaktere gehen in der Zeit in den Ruhestand. Neue werden älter und übernehmen die Funktionen” bei extrem langlebigen oder unsterblichen Chars schwer. Bei Taelia, Anduin und so würde das klappen. Aber bei Elfen, Draenei, was sind da 10 oder 20 Jahre?
Von der Story her, wäre das wahrscheinlich gar nicht so unmöglich, jeder Dracthyr und jeder Irdenen war auf Azeroth alleine schon tausende bis zehntausende Jahre in Stasis und, das ist hier vielleicht noch wichtiger, wenn man man sich das generelle Thema der Trilogie rund um die kosmischen Mächte ansieht: Alleria und Turalyon waren 1000 Jahre lang in einem Krieg im Nether am Kämpfen und, als sie zurück kommen, ist ihr hier verbliebener Sohn gerade mal in seinen 30ern (und zumindest Turalyon auch, nach menschlichem Ermessen, körperlich nicht viel mehr als diese etwa 30 Jahre gealtert). Das funktioniert vielleicht auch irgendwie umgekehrt, dass die Helden irgendwo im Nether/den Universen für einen Kampf rumreisen, dort die Zeit viel langsamer vergeht und zu Hause dreht sich derweil die Welt um 20-30 Jahre weiter
Oh ich wollte damit garnicht ausdrücken, dass es nicht geht. Nur das es, meiner Ansicht nach, narrativ passieren müsste. Und bisher haben alle “Zeitsprung”-Theorien einfach das “Was passiert mit unserem Charakter?” garnicht berücksichtigt und waren alleine deswegen für mich unwahrscheinlich.
Man muss aber auch einfach sagen, dass das wirklich das kleinste Problem an diesen Theorien ist. Es gibt so viele Orte in WoW, in denen die Zeit “sonderbar” läuft. Man kann einfach sagen, dass die Helden für eine Weile im Nether waren, was ihnen nur wie ein paar Wochen vorkam, aber die Welt hat sich 20 Jahre weitergedreht oder so.
Hört sich stimmig und passend an. Und für den Übergang, gibts Warcraft4. DAS wäre mal was!
Wird halt eher nicht passieren, man baut ja gerade mit Arathor, Owayna, Faerin, Zul’jarra, etc., eine neue Generation von Anführern auf
In wie fern hat ein aktueller Aufbau neuer Anführer, Auswirkungen auf ein Warcraft4? Schon klar- ein RTS ist unwahrscheinlich. Nur wo ist da jetzt der Zusammenhang?
Der Zeitsprung ist das eher Unwahrscheinliche (aber auch, dass ein anderes Spiel “parallel” zur Zeitlinie des Hauptspiels Lore erzählt ist halt leider nicht sehr wahrscheinlich)