WASD ist die beste Neuerung in LoL seit langem, doch für mich kommt sie 2.000 Stunden zu spät

Kurz nach dem neuen Patch 26.09, der auch die zweite Season von 2026 in League of Legends einläutet, ist WASD endlich im offiziellen LoL-Client angekommen. Die WASD-Steuerung ist eine der besten Neuerungen in LoL, doch für MeinMMO-Autor Nico kommt das deutlich zu spät.

Seit über 2.000 Stunden laufe ich mit meinen Lieblingshelden in der Kluft der Beschwörer umher und steuere sie dabei mit der Maus. Wenn meine Zeit in Dota 2 dazugerechnet werden würde, wären es schnell um die 10.000 Stunden reiner Maussteuerung.

Umso neugieriger war ich auf den offiziellen WASD-Support in LoL und ob mich die Steuerung überzeugen kann. Anhand des Titels erkennt ihr vermutlich bereits, dass ich WASD als eine wirklich gute Neuerung bezeichne, allerdings nicht für mich.

Das Problem ist jedoch keinesfalls die Steuerung an sich — denn die ist wirklich gut gelungen — sondern die Umgewöhnung nach so langer Zeit, sich anders zu bewegen und gleichzeitig die richtigen Tasten im richtigen Moment zu drücken.

Wer schreibt hier? MeinMMO-Autor Nico ist vor über 13 Jahren in die Welt der MOBAs eingetaucht. Seitdem wandert er durch verschiedene Ableger des Genres und war richtig gespannt, wie LoL die WASD-Steuerung umsetzen wird und ob sie ein Ersatz zur Maus wird.

Hier seht ihr den Trailer zu Season 2 von 2026 in League of Legends:

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Der Trailer zu Season 2 in League of Legends zeigt die neuen Pandemonium-Skins

Tausende Runden Erfahrung fühlten sich wie weggeblasen an

Die erste WASD-Runde startete ich in meiner Comfort-Zone: dem Jungle mit der Vogelscheuche Fiddlesticks. Schon in den ersten Minuten musste ich mehrmals mit dem Kopf schütteln, da ich regelmäßig falsche Tasten drückte und einfach zu sehr an die Maussteuerung gewöhnt war.

Auch den Flash nutzte ich in meinem eigenen sicheren Jungle höchst professionell und konnte einige Sekunden meines Weges sparen. Der freundliche Mehrfach-Ping meines Teammates, dass mein Flash noch 5 Minuten Cooldown hat, durfte natürlich nicht fehlen.

Aber nach den ersten Ganks und epischen Monstern wurde es besser. Die Bewegung des Champs und der Kamera wurde zunehmend angenehmer und die Fähigkeiten wurden öfter richtig und effektiv benutzt – dieses Mal sogar ohne Kopfschütteln.

Auch weitere Runden im Jungle liefen immerhin nicht auf eine Katastrophe hinaus. Mit Fiddlesticks wurde ich sogar fast warm, bis ich mich entschied, mal die Rolle zu wechseln, denn der Unterschied im Early-Game zwischen Jungle und einer anderen Lane ist spürbar. Besonders die intensiven Dauergefechte auf der Toplane wollte ich unbedingt mal mit WASD erleben.

Mit neuem Champ wurde WASD gleich angenehmer

Angekommen auf der Toplane testete ich einen vollkommen neuen Champ für mich: Zaahen, der erst seit einigen Monaten Teil der Kluft der Beschwörer ist. Auf der Lane fiel mir auf, dass ich mich schneller und chaotischer bewegt habe, als mit der Maus. Das ist natürlich von Vorteil, wenn man jederzeit zum Ziel eines Skillshots werden könnte.

Ein zusätzlicher Vorteil für mich war, dass ich kein Muskelgedächtnis für Zaahen besitze und somit fast „frisch” mit WASD lernen konnte. Das war um einiges leichter als mit Champs, die ich schon viele Male gespielt habe, und ich konnte meine erste Lane mit WASD sogar gewinnen. Als es jedoch Richtung Ende der Runde ging und jede kleine Bewegung und Entscheidung über den Verlauf des Spiels bestimmen würde, kam ich ins Schwitzen.

Ich ertappte mich mehrfach, dass ich im Eifer des Gefechts mit der Maus laufen wollte und erst kurz realisieren musste, dass WASD der einzige Weg war. Das führte zu dem ein oder anderen Tod, genauso wie das Verwechseln einiger Fähigkeiten, da durch WASD die Hotkeys angepasst werden.

Insgesamt habe ich ca. 8 Stunden mit WASD verbracht, davon jeweils die Hälfte im Jungle und auf der Toplane, wobei ich leider nur eine leicht negative Winrate erreichen konnte. Besonders die ersten Runden mit eingefleischten Champs waren fast schon anstrengend, allerdings hat es auch Spaß gemacht meine Lieblinge „neu zu lernen“.

Ich habe mit WASD zwar merklich schlechter gespielt, aber ein Totalausfall war es zum Glück nicht.

WASD ist hervorragend, aber auf Dauer nichts für mich

Während ich mich durch die Ranked-Queue stürzte, störte mich ein offensichtliches Problem: Meine Finger müssen durchgehend auf WASD liegen, um meinen Champ zu bewegen. Das ist zwar in vielen Spielen normal, allerdings ist LoL komplexer und kompetitiver als andere, wodurch oft schnellere Reaktionen erforderlich sind.

Besonders meine Schnelligkeit, mit der ich die Tasten sonst drücken konnte, wurde etwas eingeschränkt, da ich nebenbei noch fast dauerhaft WASD betätigen musste. Bei 4 Fähigkeiten, 2 Summoner-Spells, einigen aktiven Items, den Wards, dem Rückruf und Quest-Teleport der Toplane war das einfach etwas viel.

Dieses Problem mit der Gewohnheit könnte sich mit noch mehr Übung lösen lassen, allerdings brauche ich einfach jeden freien Finger, um die Tasten so schnell und zuverlässig wie möglich zu drücken. Das ist in einem Spiel wie LoL einfach verdammt wichtig für mich. Wäre ich mit WASD eingestiegen, hätte es vermutlich meine bevorzugte Steuerung werden können.

WASD scheint richtig gut für LoL-Neulinge zu sein

Während ich über meine eigenen Probleme mit der WASD-Steuerung nachdachte, versetzte ich mich auch in die Position eines Neulings. Denn auch ich war mal Anfänger und kann mich noch sehr gut an verzweifelte Momente erinnern, in denen ich einfach fertiggemacht wurde.

Das liegt jedoch nicht rein an der Steuerung, sondern auch an den über 170 Champs mit mehreren Fähigkeiten, Stärken und Schwächen und den vielen Items, die alle im besten Fall auswendig gelernt werden müssen. Auch das Spielgeschehen kann schnell überfordernd wirken — etwa während eines Teamfights — und schon oft habe ich einen bestimmten Satz von Neulingen gehört: Wo zur Hölle bin ich eigentlich gerade?

Mit WASD können Neulinge direkt mit einer Steuerung starten, die sie bereits aus anderen Spielen kennen. Dazu kommt die wirklich gute und durchdachte Tastenbelegung während der neuen Bewegung, an der Riot jetzt seit längerer Zeit gearbeitet hat.

Meiner Meinung nach fühlt sich WASD einfach persönlicher an als ein Bewegungsbefehl mit der Maus, wodurch es etwas einfacher sein sollte, seinen eigenen Champ im Blick zu behalten — besonders am Anfang der LoL-Karriere.

Abgesehen von den genannten Vor- und Nachteilen hat WASD einen riesigen Vorteil: Die Freiheit sich zu bewegen, wie man es will, und nicht nur auf die Maus angewiesen zu sein. Das könnte viele Spieler zurück zu LoL bringen oder sogar Veteranen eine neue Erfahrung in LoL bescheren.

Auch ich werde hin und wieder einige Runden mit WASD zocken, denn irgendwie war es auch einfach spaßig, ein Spiel „neu zu lernen“, das man schon so lange gespielt hat.

Wie steht ihr zu WASD in LoL? Habt ihr sogar schon direkt gewechselt oder seid ihr noch unentschlossen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Mit der neuen Season ändert sich auch der Battlepass in League of Legends ein wenig. Dieser soll kürzer sein und die Season-Skins sollen nicht mehr im Battlepass enthalten sein. Stattdessen müssen sie jetzt für zusätzliches Geld erworben werden: League of Legends testet neuen Battlepass, Spieler vermissen direkt den alten

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