Heute das MMORPG zu Warhammer zu spielen ist wie Sightseeing für Nerds und kostet nicht mal was

Heute das MMORPG zu Warhammer zu spielen ist wie Sightseeing für Nerds und kostet nicht mal was

Es gab mal ein offizielles MMORPG zu Warhammer. Oder genauer: es gibt, denn inoffizielle Server laufen immer noch und das schon seit vielen Jahren. MeinMMO-Redakteur und Warhammer-Experte Benedict Grothaus hat sich Return of Reckoning angesehen und fühlt sich wie in einer Geschichtsstunde zum Anfassen.

Ich habe es schon einmal gesagt und sage es gerne wieder: In einer perfekten Welt wäre das größte MMORPG heute World of Warhammer. Zu Warcraft habe ich eine tiefe Verbindung, aber Warhammer ist erwachsener, düsterer, dreckiger. Dinge, die ich heute sehr viel mehr schätze.

2008 gab es mal einen Versuch, Warhammer Online als Konkurrenz zu World of Warcraft zu starten. Das MMORPG hatte einen ähnlichen Aufbau, mit zwei Fraktionen (Ordnung gegen Chaos), Völkern, Klassen und eine sehr ähnliche Steuerung. Leider hat es nicht lange gelebt.

Bereits 2013 wurden die Server wieder heruntergefahren – zumindest die offiziellen. Denn nur wenige Monate später, im Juli 2014, haben ein paar Fans inoffizielle Privatserver in Betrieb genommen und die laufen bis heute. Return of Reckoning heißt das Projekt und bekommt regelmäßig Updates.

Lange habe einen Besuch vor mir hergeschoben, einfach weil MMORPGs so viel Zeit fressen. Aber Return of Reckoning ist anders. Für mich ist das nicht nur ein Spiel, das ich zocke, sondern spielbare Geschichte aus einer der besten Fantasy-Welten aller Zeiten.

Der Cinematic-Trailer zum uralten MMORPG Warhammer Online

Return of Reckoning ist die Welt von Warhammer zum Anfassen und Entdecken

Ich will euch nicht mit meiner gesamten Spielerfahrung langweilen, zumal ich bisher ohnehin nur ein paar Stunden wirklich zum „Spielen“ kam. Die meiste Zeit hänge ich nämlich einfach nur in der Welt und bestaune die Umgebung.

Besonders angetan hat es mir als Druuchi-Spieler natürlich die Welt der Dunkelelfen. Kurz zur Erklärung: Retorn of Reckoning ist in Kampagnen und Kapitel unterteilt. Je nachdem, welches Volk ihr spielt, habt ihr erst mal eine andere Geschichte vor euch.

Als Dunkelelf startet man direkt im Krieg mit den Hochelfen irgendwo in Ulthuan. Nach ein paar loregerechten Kill-Quests komme ich an eine Stelle, die mich bei jedem Einloggen staunen lässt: eine schwarze Arche. Das sind die Schiffe der Dunkelelfen, oder genauer: schwimmende Städte.

Ich wusste, dass diese Barken riesig sind, aber nicht, dass sie eine so absurde Größe haben würden. Die Arche ist nicht weniger beeindruckend als der Eingang zur Eiskronenzitadelle in World of Warcraft, dabei entdeckt man sie direkt am Anfang:

Direkt daneben gibt es ein paar Gebäude der Hochelfen, deren Architektur ich recht gut aus Total War: Warhammer 3 kenne, aber eben nie so nah sehen konnte. Für die Nerds unter euch, ein paar andere Orte, die man besuchen kann, sind:

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Lore-getreue Klassen fühlen sich viel cooler an als der Rollenspiel-Standard

Mich hat Return of Reckoning tatsächlich schon bei der Charaktererstellung abgeholt. Sicher, die Optik ist mittlerweile sehr altbacken. Anders als WoW hat Return of Reckoning schließlich nie ein Grafik-Update erhalten und sieht eben noch aus wie aus 2008.

Die Klassen-Auswahl hat mich aber umgehauen. Es gibt zwar klassische Archetypen wie den „Fernkämpfer“, einen „leichten Nahkämpfer“ oder einen „Heiler“, am Ende also Tank, Schurke, Magier, Jäger oder sonst was.

Aber alle Klassen haben eine eigene Bezeichnung und die ist für jedes Volk anders – und passt zur jeweiligen Lore:

  • „Schurken“ der Menschen sind Hexenjäger/Inquisitoren, die der Hochelfen sind die weißen Löwen von Chrace
  • Zwerge haben Eisenbrecher als Tanks, während Hochelfen Schwertmeister von Hoeth haben und bei den Grünhäuten die Schwarzorks an der Front stehen
  • Das Imperium lockt mit Feuerzauberern, während das Chaos einen dämonenbeschwörenden Magus anbietet.
  • Zwerge, die keine Magie nutzen können, heilen durch Runenpriester, das Imperium setzt dabei auf Sigmarpriester
  • Einige Besonderheiten gibt es: Zwerge haben Slayer, die rein männlich sind und Maschinisten als Fernkämpfer. Bei den Dunkelelfen gibt es Hexenkriegerinnen exklusiv für weibliche Charaktere

Die meisten Klassen folgen immer noch gewissen Archetypen, haben aber allesamt besondere Mechaniken und sind nur bedingt mit ihren Gegenparts bei anderen Völkern vergleichbar. Das ist genau die Vielfalt, die ich bei Warhammer so liebe.

Mehr ein Museum als ein Spiel – auf mehrere Arten

Return of Reckoning wird immer noch sehr aktiv gespielt, der größte Teil der Spieler ist aber im Endgame unterwegs. Insbesondere das PvP ist ein wichtiger Teil des Spiels und gehört in die Welt, aber in diesem Fall organisch. Die offenen Gebiete fügen sich so gut ein, dass PvP – außerhalb von dedizierten Schlachten – selten auffällt.

Ansonsten suchen Spieler in den globalen Chats immer wieder nach Mitspielern für Dungeons und Co. – aber eben auf hoher Stufe. Heißt: beim Leveln werdet ihr nicht auf super viele andere Spieler treffen, eher auf gar keine.

Hier könnt ihr euch bei Return of Reckoning anmelden.

Return of Reckoning lohnt sich auch 2025 noch, wie bereits unser MMORPG-Experte Karsten Scholz festgestellt hat. Und es stimmt, aber ihr solltet euch darauf einstellen, die ersten Stunden solo zu verbringen oder durchgezogen zu werden.

Entweder zieht ihr also alleine los und schaut euch die Welt an – wie ich – oder ihr nehmt direkt ein paar Freunde mit und zieht als Gruppe los. In jedem Fall aber lohnt sich Return of Reckoning enorm, wenn ihr die Welt von Warhammer erkunden wollt, ohne auf trockene Lore-Bücher zurückgreifen zu müssen. Weitere Tipps findet ihr hier: Warhammer hat mehr zu bieten als nur die düstere Welt von 40.000 – Hier sind die 5 besten Spiele für Warhammer Fantasy

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Jue80

Nachdem ich aktuell den ganzen neuen MMO Quatsch der letzten Jahre gestest hab und alle schon wieder langsam am sterben sind hab ich schon wieder mal lust was ordentliches zu spielen. Spiele am RoR Server on und off seit der ersten Stunde. Der neue Patch mit den RvR Änderungen klingt vielversprechend.
Waaargh!

Geroniax

Also im PvE ist im Early-Game (Stufe 1-16) wirklich nichts los, aber PvP kann man zu den stoßzeiten wunderbar spielen 🙂 Ich würde es sogar jedem empfehlen, selbst wer mit PvP nicht so viele Berührungspunkte hat, da es nicht so “schwitzig” ist wie neuere Spiele oder inzwischen auch WoW.

Von Stufe 1 bis 15 spielt man im T1 gegen andere Spieler in diesem Stufenbereich, ab 16 kommt man dann in den großen Pool, bei dem auch max. Level Spieler dabei sind. Man bekommt allerdings als Neuling einen enormen Buff auf die Stats, so das man auch seinen Beitrag leisten kann.

Heiler und Tanks können theoretisch auch DPS spielen, allerdings sind sie in diesem Bereich deutlich schlechter als reine DPS Klassen. Off-Tanks werden aber gerne in kleinere Skirmish-Gruppen mitgenommen, da alle Tanks einen “Schutz” Effekt auf einen Spieler anwenden können, wobei dieser weniger Schaden erleidet solange die beiden Spieler nah genug beieinander stehen, und Spotten was den Schaden von Gegner auf die Mitspieler gezielt reduziert.

Im Empfehle bis Stufe 16 hauptsächlich PvP (eigentlich RvR, also das PvP in der offenen Welt) zu tätigen, da man mit erreichen der Stufe 16 dort in ein Huhn verwandelt wird und mit einem Schlag stirbt. Anschließend wäre es dann nicht mehr möglich diverse Quests zu machen.

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