Der Einstieg in ein neues Hobby ist nicht immer leicht. Das merkt auch eine Schülerin, die seit einigen Monaten beginnt, sich für Warhammer zu interessieren und es lieben zu lernen. Trotzdem begleiten sie einige Sorgen, die sie davon abhalten, der lokalen Community beizutreten. Viele Fans, darunter auch eine Menge weibliche, wollen ihr helfen.
Was schüchtert den neuen Warhammer-Fan so ein? Die Schülerin und Reddit-Nutzerin Remote_Candy_6725 teilt mit der Warhammer-Community ihre Sorgen, die sie vom tatsächlichen Spielen mit anderen Fans abhalten.
In ihrem Post in r/Warhammer40k schreibt sie, dass sie bereits seit einigen Monaten begonnen hat, sich für Warhammer zu interessieren. Sie hört Lore-Podcasts und bemalt Miniaturen. Ihre bisherigen Berührungspunkte mit der Community online seien großartig gewesen. Allerdings fiele es ihr schwer, wirklich auf die Tabletop-Community dieses Hobbys zuzugehen.
„In der Stadt gibt es einen GW-Laden, den wir jede Woche besuchen, aber ich bringe es einfach nicht über mich, jemanden dort um eine kurze Partie zu bitten. Das hängt zum Teil mit meiner sozialen Angst zusammen, aber ich fühle mich dort immer so fehl am Platz“, beichtet sie in ihrem Post.
„Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich weiß, dass es irrational ist, aber es schüchtert mich ein bisschen ein, dass dies ein weitgehend von Männern dominiertes Hobby zu sein scheint. Ich versuche, den Mut aufzubringen, endlich hinzugehen und bei unseren Stadtbesuchen nach einer Spielrunde zu fragen.“
Und binnen weniger Stunden erhielt sie eine Menge Antworten aus der Community, die ihr schnell klarmachten: Mit diesen Ängsten ist sie nicht allein.
Warhammer-Fans wollen keinen Neuling allein lassen
Welche Reaktionen erhält sie aus der Community? Unter ihrem Post, der zum jetzigen Stand knapp 280 Antworten erbrachte, melden sich mehrere Fans unterschiedlichen Alters und Geschlechts, die die Sorgen der Schülerin sehr gut nachvollziehen können:
„Ich bin ein 40-jähriger Kriegsveteran und wenn ich Fremde um eine Runde bitte, obwohl ich das Spiel noch nicht besonders gut kenne, komme ich mir vor wie ein 6-jähriger kleiner Junge“, gibt MeatballMarine zu.
Auch europayuu schreibt: „Ich will ehrlich sein: Selbst als Mann finde ich den Tabletop-Teil dieses Hobbys ziemlich einschüchternd, daher kann ich mir gar nicht vorstellen, wie viel schlimmer es für dich sein muss, lol.“
Aber es melden sich auch weitere Fans des Hobbys, die die Situation des Mädchens noch persönlicher nachempfinden können.
Welche Worte geben ihr weibliche Warhammer-Fans mit? Ein paar weitere weibliche Fans konnten den Post der Schülerin nicht unbeantwortet stehen lassen:
„Hey, meine Liebe! Hier ein paar Tipps von einer großen Warhammer-Schwester“, schreibt littlewolfal, bevor sie ihr ein paar persönliche Hinweise nennt. Neben den Einführungsrunden mit geschulten Warhammer-Mitarbeitern in Läden, die darin geübt sind, Neulingen das Spiel beizubringen, empfiehlt sie das „Warhammer Alliance“-System. Dadurch kann man Kontakt zwischen Schulen und Games Workshop herstellen, die dann Lernpakete, Miniaturen, Regelbücher und alles Nötige zum Spielen zur Verfügung stellen.
Außerdem empfiehlt sie weibliche Content-Creatorinnen aus der Community wie RogueHobbies und katieplays40k, die für sie auch wie Hobby-Schwestern sein könnten.
Und, als wäre sie gerufen, stieß auch Darcybono, ihrerseits professionelle Miniatur-Künstlerin und Content-Creatorin, auf den Post. Auch sie hat ein paar ermutigende Worte für den jungen Fan:
„Ich bin jetzt 36, habe aber schon mit 14 angefangen (und mittlerweile ist es mein Vollzeitjob). Und JA, anfangs gibt es schon ein gewisses Maß an ‚Elefant im Raum‘ … Aber ich kann dir versichern, dass das Umfeld unendlich viel freundlicher ist als noch vor zwanzig Jahren.”
Zum Schluss nennt sie einen Tipp, den sich jeder Warhammer-Fan oder generell Hobby-Enthusiast zu Herzen nehmen soll, wie man als neue Person in einem bestehenden Umfeld agieren sollte:
„Die einzige Möglichkeit, sich wirklich unwiderruflich zu blamieren, besteht darin, ein aktiv unhöfliches Arschloch zu sein. Sei also einfach du selbst und schere dich keinen Dreck darum, ob die Leute dich für ‚seltsam‘ oder unbeholfen halten – solange du niemandem wehtust, sei ganz und gar du selbst, ohne dich dafür zu entschuldigen.“
Das sagt MeinMMO-Redakteurin Caro dazu: Zuerst musste ich überlegen, ob ich zu dem Thema einen Tipp hinterlassen will, da ich die Angst der Schülerin sehr gut nachvollziehen kann. Es ist einschüchternd, in ein neues Hobby einzusteigen, das bereits so viele eingefleischte, meist männliche Fans beherbergt.
Ja, meine bisherigen Erfahrungen mit anderen Tabletop-Fans, sei es hier auf MeinMMO oder vor Ort in passenden Läden wie auch dem Warhammer-Store, waren eigentlich immer sehr positiv. Die Menschen waren hilfsbereit, offen und bereit, Fragen zu beantworten, ohne vorher mit den Augen zu rollen. Ein Ort und eine Community, auf die ich nun deutlich entspannter und freudiger zugehe.
Trotzdem ist ihre Sorge berechtigt, vor allem bei einem Klima, in dem online manche Frauen in Gaming-Hobbies oftmals als Ausnahme ohne viel Ahnung oder sowieso nicht die relevante Zielgruppe angesehen werden, für die Spiele entwickelt werden sollten.
Bei einer jungen Frau oder einem Mädchen handelt es sich nicht immer nur um Nervosität, sondern teils um tatsächliche Angst, nicht ernst genommen, abgelehnt oder belächelt zu werden.
Umso schöner find ich es, die Antworten des Reddit-Threads zu lesen, und wünsche ihr, dass sie auch im echten Leben auf die Menschen trifft, mit denen sie gemeinsam sicher und mit ganz viel Spaß das Hobby genießen kann.
Habt ihr ähnliche Gefühle wie der junge Warhammer-Fan? Wie habt ihr euren eigenen Einstieg in das Hobby oder auch andere Beispiele empfunden? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen. Wie mein erster Besuch im Warhammer-Laden aussah und wie ich mich tatsächlich vor Ort blamierte, hab ich in diesem Artikel berichtet: Ich dachte, Warhammer-Fans sind absolute Gatekeeper – Jetzt war ich im Laden und schäme mich für meine Vorurteile
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