Eigentlich ist Warhammer 40.000 vor allem für eines bekannt: Ständige Kriege in einer dystopischen Zukunft mit futuristischen Waffen. Das gilt jedoch nicht für die gesamte Galaxie. Denn einige Welten werden absichtlich davon abgehalten, jemals auch nur die Moderne zu erreichen.
Für die meisten, selbst einige Veteranen, dürfte das sicherlich nun seltsam klingen, schließlich steht kaum etwas so sehr für Warhammer wie die abgedrehten Bolter oder die Science-Fiction-Lasergewehre, die der Standard der imperialen Armee darstellen.
Warum sollte es in einer Welt, in der solche Dinge möglich sind, Welten geben, in denen – wenn überhaupt – gerade einmal das Schießpulver erfunden worden ist? Und trotzdem gibt es genau das in Warhammer 40.000: Feudale Welten, in denen das Mittelalter nie aufhört.
Irgendwie ist diese Dichotomie auch Teil des Settings, wo sich archaische Brutalität mit postmoderner Effizienz verbinden kann. Schwerter und Äxte sind schließlich ein fester Bestandteil in jedem Arsenal, weil sie Lücken füllen, in denen andere Waffen versagen.
Genauso erfüllen feudale Welten einen Zweck, für den nur sie überhaupt infrage kommen. Solche Planeten wurden meist nicht als wertvoll genug bewertet, um sie ordentlich zu versorgen. Trotzdem müssen sie ihren Teil zum Ganzen beitragen. Gefällt das den Menschen, die dort leben? Das ist nicht wichtig – das Imperium will es so und das muss genügen.
Den technologischen Stand einer feudalen Welt könnt ihr euch grob vorstellen wie das, was ihr aus Warhammer Fantasy kennt:
Planeten ohne Autos, Internet und Servitoren
Gut, das mit dem Internet ist sowieso etwas übertrieben. So futuristisch Warhammer 40.000 auch ist, viel Technologie ist auf einem Stand, der sogar heute veraltet wäre, mitunter deswegen, weil es mal eine ziemlich schlechte Erfahrung mit künstlicher Intelligenz gab. Aber was genau sind diese Welten nun eigentlich?
Feudale Welten haben so gut wie überhaupt keine Technologie, die man aus dem Imperium sonst so kennt. Es gibt keine modernen Waffen, keine moderne Fortbewegung (und schon gar keine Raumschiffe) und so etwas wie die zum ewigen Dienst verdammten Servitoren ebenfalls nicht.
Ironischerweise erlaubt das Imperium feudalen Welten teilweise die Nutzung moderner Prothesen – was Sinn ergibt, schließlich sollen die Menschen dort ihre Arbeit verrichten. Ein weiterer, grotesker Kontrast, der Warhammer so wundervoll „grimdark“ macht.
Genau der Punkt, dass auf feudalen Welten keine Technologie vorhanden ist, macht sie auf gewisse Weise wertvoll fürs Imperium, oder treffender: seinen Adel.
Quasi das Bio-Siegel des 41. Jahrtausends
Der Zweck von feudalen Welten ist vorrangig die Verpflegung, so seltsam es klingen mag. Schließlich gibt es Agrarwelten, in denen im großen Maßstab Nahrung angebaut oder Vieh gezüchtet wird.
Allerdings haben feudale Welten saubere Atmosphären, wo Agrarwelten und andere Planeten – vor allem Schwarmwelten – von industriellen Abfällen, Smog und toxischen Verschmutzungen verpestet sind. Nahrung von dort ist … nun, sagen wir, nicht so gut wie sie sein könnte.
Da feudale Welten so etwas wie Industrie nie kannten, ist die Luft hier sauber. Regen kommt ohne kostenlose Zusatzstoffe und der Boden versorgt das Gemüse noch mit natürlichen Nährstoffen, nicht mit völlig überzüchtetem Dünger.
Was von den feudalen Welten stammt, ist jedoch nur für die absolute Elite des Imperiums gedacht, schließlich handelt es sich dort immer noch um eine Stände-Gesellschaft. Der Pöbel darf sich gegenseitig fressen und ja, das meine ich buchstäblich so.
Nicht nur Kornkammern, sondern auch Kasernen für die Supersoldaten des Imperiums
Planeten, auf denen es nicht einmal Traktoren gibt, sind natürlich entsprechend harsch – ihr wisst sicherlich alle noch ein paar Dinge zum Mittelalter aus dem Geschichtsunterricht oder vom letzten Mittelaltermarkt. Das bedeutet jedoch auch: Menschen von diesen Welten sind zäh.
Ähnlich wie Menschen, die sich auf den gefährlichen Todeswelten behaupten können, gelten Bewohner feudaler Welten als belastbar und stark. Genau das macht sie zu perfekten Kandidaten für die „Ausbildung“ zum Space Marine, und selbst das Astra Militarum nutzt teilweise Menschen von dort für die Armee.
Einige Orden, wie die Dark Angels, suchen ihre Rekruten gerne gezielt von feudalen Welten aus. Und ja, ein 2,50 Meter großer Typ in Plattenrüstung kommt auf einer Welt, in der ein Feuerzeug als Hexerei gilt, eher seltsam an.
Space Marines sind auf feudalen Welten deswegen so etwas wie mythische Wesen, buchstäbliche Engel und Halbgötter und das mehr noch als im Imperium ohnehin. Allerdings ist es für Menschen wohl ohnehin besser, nie einem Space Marine zu begegnen.
Wo würdet ihr in Warhammer 40.000 am liebsten leben? Glaubt ihr, eine feudale Welt wäre die beste Option? Oder wärt ihr lieber direkt auf Terra? Schreibt uns einen Kommentar!
So rau und ungeschliffen feudale Welten vielleicht auch klingen mögen, sind sie gerade für Warhammer-Verhältnisse vermutlich das, was am nächsten an einen friedlichen Ort
heranreicht. Und ganz ehrlich, dort zu leben wäre sicherlich immer noch besser als in einer Großstadt: Warhammer 40.000: Warum ihr in einer Großstadt des Imperiums nicht lange überleben würdet
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Kommentare
Auch wenn ich Warhammer 40k fast nur durch Space Marine kenne, lese ich eure Artikel dazu echt gerne 👍
…doch leben möchte ich in diesem Universum nirgendwo. Wenn ich jedoch eine Entscheidung treffen muss, wäre es ein Pflanzenwelt-Todesplanet – da kennt man von Geburt an die heimatlichen Gefahren und wird nicht ständig von irgendwelchen, ausserplanetarischen, Spinnern überfallen 😅