Waffen-Experte kritisiert den allwissenden Omnissiah, bezeichnet einige Waffen-Designs aus Warhammer 40.000 als „alt“

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Warhammer 40.000 hat absolut absurde Waffen und das nicht nur, was die Zerstörungskraft angeht. Auch die Standard-Ausrüstung der Armeen ist … wild. Ein Experte hat einige dieser Waffen bewertet und dürfte wohl bald eine formale Beschwerde für eine Stufe-3-Tech-Häresie empfangen.

In einer Welt, in der stetig Krieg im galaktischen Ausmaß herrscht, spielen Waffen logischerweise eine wichtige Rolle. Jeder, der das Universum auch nur vom Rande her beobachtet, dürfte den ikonischen Bolter kennen, die bekannteste Waffe aus Warhammer. Aber wie realistisch ist so ein Schießeisen, das Mini-Sprengsätze auf Höchstgeschwindigkeit abfeuert?

Jonathan Ferguson ist Experte für Feuerwaffen-Geschichte und der „Keeper of Firearms & Artillery“ im Royal Armoures Museum in Leeds, UK. In einem Video von WatchEXP auf YouTube hat er sich die Sci-Fi-Schießeisen genauer angeschaut.

Konkret ging es dabei um Waffen aus dem Koop-Shooter Warhammer 40.000 Darktide und insbesondere um einige Waffen der neuen Skitarii-Klasse, die im neuesten DLC dazu kam. Fergusons Ergebnis ist recht nüchtern und dürfte der Priesterschaft des Mars nicht gänzlich gefallen.

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Warhammer 40.000: Darktide – Die neue Skitarii-Klasse im Release-Trailer

Der Mars ist doch „sicherlich einige Generationen weiter“

Als erste Waffe steht das Galvanische Gewehr auf dem Prüfstand, das zur Standard-Ausrüstung der Skitarii gehört. Galvanische Waffen feuern Kugeln ab, die im Körper des Getroffenen mit dessen eigenen Chemikalien in Blut und so weiter einen elektrischen Stoß erzeugen, der tödlich enden kann. Ein Treffer brennt euch buchstäblich von innen aus. Die Beschreibung alleine ringt Ferguson einen skeptischen Gesichtsausdruck ab.

Galvanische Gewehre sind ursprünglich Jagdwaffen vom Mars. Ferguson vergleicht das Design mit der M1 Garand, das ihr vermutlich aus frühen Battlefield- oder CoD-Teilen kennt. Das Gewehr ist bekannt für sein markantes „Pling!“, wenn der Patronenrahmen nach dem letzten Schuss aus der Kammer fliegt.

Dieses Geräusch ist auch in Darktide vorhanden, jedoch beim Laden – was der Experte nur damit kommentiert, dass es dort zwar keinen Sinn ergebe, aber man wohl irgendwie diesen ikonischen Sound einbauen wollte.

Das Aussehen selbst stößt bei ihm auf ein gewisses Unverständnis:

Ich begrüße die Idee, bei alten Designs zu bleiben. Das sieht man in der Realität oft, normalerweise eher aus Notwendigkeit als aus Tradition. […] Was mich rauswirft ist, wie so ein Ding zum Mars kommt, um dann dort repliziert oder nachgemacht zu werden. Wenn du zum Mars reisen kannst, bist du doch sicherlich einige Generationen an Technologie weiter.

Jonathan Ferguson auf YouTube, etwa bei Minute 2:21

Vom Mars spricht Ferguson deswegen, weil das Adeptus Mechanicus auf dem Mars gegründet wurde und dort seinen Hauptsitz hat. Der Mars gilt als eine der wichtigsten, vielleicht sogar als die wichtigste Schmiede- und Forschungswelt des Imperiums.

Immerhin erkennt der Experte an, dass es sich nicht einfach nur um einen fancy Sci-Fi-Namen handelt, sondern dass hinter der Waffen-Idee tatsächlich tiefere Gedanken stecken. Und immerhin eine andere ikonische Waffe scheint Ferguson zu begeistern.

Das ganze Video haben wir hier für euch eingebunden:

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Bolter zeigen selbst in ihrer kleinsten Variante eine außerordentliche Wirkung

Im Verlauf des Videos kommt eine Variante des Bolters vor, eine Bolt-Pistole in menschlicher Ausführung. Normalerweise dienen Bolter den Space Marines, die deutlich größer sind als Menschen und deren Ausrüstung ein Mensch niemals ohne Weiteres tragen könnte.

Die gezeigte Bolt-Pistole ist jedoch klein im Vergleich zu dem, was man normalerweise kennt und was Ferguson in Space Marine 2 gesehen hat. Die Erklärung ist jedoch recht simpel: Hochrangige Mitglieder des Imperiums haben oft für sie angefertigte Versionen dieser Waffen.

Es gibt also durchaus Bolt-Pistolen in „kleiner“, wie hier, die – wie Fergusons Video-Partner treffend beschreibt – einfach zusammengestaucht wirken, ohne zu viel an Feuerkraft zu verlieren. Zur Erinnerung: Bolter schießen kleine Bomben, eine „normale“ Knarre kann da nicht mithalten.

Ferguson merkt hier an: Dass eine so kleine Waffe vollkommen aus Metall ist, sei notwendig für so viel Kraft dahinter und das sehe und merke man im gezeigten Gameplay: „Sie haben ihr Physik gegeben. Es ist realistisch für das Universum, aus dem es kommt. Nicht für das echte Universum, das wäre langweilig.“

Das Design der abgefahrenen Waffen passt in eine abgefahrene Welt

Insgesamt analysiert der Experte zusammen mit WatchEXP 10 Waffen, darunter die Nadelpistole und eine Variante des Lasergewehrs, die bekannte Standardwaffe des Imperiums.

Als jemand mit viel Erfahrung mit echten Waffen stellt Ferguson dabei immer wieder heraus, was nicht originalgetreu an den Designs ist – etwa die Darstellung von Kimme und Korn oder Verzierungen wie Schädel überall an den Waffen.

Der Kompromiss, den insbesondere Darktide hier eingehe, sei aber hervorragend: „Sie haben die so entworfen, dass sie wie ein Teil der Waffe wirken. Sie haben das nicht von einem bestehenden Design stibitzt.“ Zu viel Nähe am Original könnte schließlich die Immersion einer völlig abgefahrenen Waffe aus der Zukunft brechen.

Was ist eure Lieblingswaffe aus Warhammer 40.000? Steht ihr auf die völlig abgefahrenen Ideen, die fern jeder Logik sind oder bleibt ihr bei den bodenständigen Designs? Schreibt uns einen Kommentar!

Trotz der vielen Variationen von Waffen und Möglichkeiten zur Zerstörung setzen besonders Space Marines, ihre chaotischen Gegenparts und Orks auf den Nahkampf – und das in einer Welt, in der eigentlich ständig geballert wird. Allerdings gibt es dafür eine Erklärung: In Warhammer 40.000 gibt es Bolter und Laser-Gewehre, trotzdem nutzen Elite-Kämpfer oft Schwerter – Aus gutem Grund

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