Dank seiner Rolle in der Batman-Trilogie von Christopher Nolan ist Christian Bale einer der bekanntesten Schauspieler der Welt, doch auch er hat Filme in seiner Historie, die mit der Zeit vergessen wurden. Darunter auch ein kultiger Sci-Fi-Streifen, der an den Kinokassen versagte.
Um welchen Film geht es? Nicht jeder Film kann erfolgreich werden. Das zeigt ein Sci-Fi-Kultfilm mit Christian Bale, der 2002 erschienen ist: Equilibrium von Regisseur Kurt Wimmer.
Im Film entstand nach einem katastrophalen 3. Weltkrieg ein totalitäres Regime, das stark an das Werk 1984
von George Orwell erinnert. Das Regime verbietet jede Art von Emotion, denn das sei der Grund für Krieg und Konflikte – es gibt sogar eine Substanz, die man sich täglich injizieren soll. Um das durchzusetzen und Widerstände niederzuschlagen, gibt es die Kleriker. Das sind Mitglieder einer Spezieleinheit zu der auch Christian Bales Figur John Preston gehört.
Doch selbst der beste Soldat kann nicht ewig seine Emotionen und eigenständigen Gedanken blockieren, und langsam bröckelt auch bei Preston die Fassade.
Eine besondere Kampftechnik mit Knarren
Was macht Equilibrium so besonders? Der Film konzentriert sich vor allem auf 2 Ebenen. Die erste behandelt das Thema Emotionen. Die Kleriker wollen nicht nur Widerstände niederschlagen, sie müssen auch alles emotionsauslösende zerstören. Dazu gehören etwa Musik, Gedichte oder Kunstwerke.
Als Kleriker spielt Bale diese Emotionslosigkeit anfangs, aber zeigt mit seiner Mimik im Verlauf des Films, wie er langsam an Emotionen gewinnt.
Die andere Ebene von Equilibrium ist die Action. Die Kleriker im Film lernen die fiktive Kampftechnik Gun-Kata, eine Art Mix aus Martial-Arts und Knarren, ähnlich wie in Matrix oder John Wick. Anders als die dort gezeigten Techniken werden die Waffen aber rumgewirbelt, als Hämmer benutzt oder einfach mitten im Kampf aus dem Ärmel heraus nachgeladen.
Das ist zwar nicht sehr realistisch, aber in einem YouTube-Video von Corridor Crew loben Stuntmen die Umsetzung trotzdem. Laut einem der Experten wurden in einer Szene nicht nur Eintrittswunden mit praktischen Effekten umgesetzt, sondern gleichzeitig auch Austrittswunden, damit alles mit den unzähligen Schüssen gleichzeitig passiert. Das sehe man nie in Filmen.
Finanzieller Flop
Wie kam Equilibrium an? Finanziell war der Film eine Enttäuschung. Laut IMDb lag das Budget geschätzt bei 20 Millionen US-Dollar (etwa 17,3 Millionen Euro). Eingespielt hat der Film aber nur etwas über 5 Millionen US-Dollar weltweit (etwa 4,3 Millionen Euro).
Die Kritiker schienen auch nicht besonders beeindruckt gewesen zu sein. Auf Rotten Tomatoes kommt der Film bei 88 Kritiken auf einen niedrigen Wert von 40 %. Die Fans sind deutlich positiver eingestimmt. Bei über 250.000 Reviews kommt der Film auf 81 %. Auch auf IMDb scheint der Film viele Fans zu haben. Dort steht Equilibrium bei einer 7,3 von 10 bei über 365.000 Bewertungen.
Wollt ihr euch selbst vom Film überzeugen, ist das gar nicht so leicht. Den Film gibt es aktuell nur im Abo von WOW, Sky Go und Galactic Stream und im YouTube-Store zum Kaufen oder Leihen. Ansonsten könnt ihr ihn physisch auf Blu-ray oder DVD kaufen.
Kennt ihr Equilibrium und was sagt ihr zum Film? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. In einem anderen Science-Fiction-Universum können sich Menschen an andere Orte beamen, und das ist alles andere als ein Zufall: Die bekannteste Erfindung aus Star Trek gibt es nur, weil man vor 60 Jahren Geld sparen wollte
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Kommentare
Ein Artikel über Equilibrium – vermutlich die Nr. 1 meiner Lieblingsfilme, einfach wegen der geladenen Actionszenen, die selbst bis heute unerreicht sind in ihrer Ausführung.
Andere schauen ein Mal im Jahr Herr der Ringe oder alle Harry-Potter Filme.
Bei mir ist es neben Interstellar und Der Marsianer Equilibrium, der mindestens einmal mit ein paar Bier intus geguckt wird.
Edit: Irgendwer die Equilibrium-Mod von Max Payne anno dazumal gespielt? War bei unseren privaten LAN-Parties mit einer der Dauerbrenner neben AVP2.
Ich verstehe die schlechten Kritiken auch nicht. Diesen Film habe ich auf HD und im Regal stehen. Und immer wenn er mir unter die Finger kommt, wird geschaut. Aber vielleicht bin ich nur komisch, denn die Dune Version von David Lynch habe ich in 4 verschiedenen Version hier, während mich die ganzen Neuverfilmungen nicht weiter interessieren.
Doch, die schlechten Kritiken kann ich durchaus nachvollziehen, weil die Prämisse des Films nicht wirklich sauber oder gar durchdacht umgesetzt ist.
Die Leute nehmen eine Droge, um ihre Gefühle zu unterdrücken, aber man sieht dennoch genug Verhalten diverser Personen, die man nur an den Tag legt, wenn man noch so etwas wie Emotionen besitzt. Darunter fällt Neugierde, Wut, Abscheu und sogar Verwunderung. Schon in der Einstiegsszene wird zuviel von den regulären Polizisten unter Stress geschrien, als es eine gefühlstote Gesellschaft erlauben sollte. Gerade Prestons neuer Partner zeigt viel zu viel Emotionen, um als glaubhafter Kleriker durchzugehen. Die Leute müssten alle wie Roboter funktionieren, tut aber kaum einer außer Bales Charakter, und selbst der nicht wirklich.
Ich ignoriere den Part einfach und freue mich auf jeden Einsatz von Gun-Kata und frage mich, warum in all den Dekaden, seitdem der Film rausgekommen ist, nie jemand versucht hat, etwas Ähnliches zu machen. Hinter der Idee steckt so viel Potential…
Equilibrium war einer der Filme, neben Fight Club, From Dusk Till Dawn und Pulp Fiction, die ich immer instant in meiner DVD und dann BluRay Bibliothek hatte, als ich noch sammelte. Die 7.3 auf imdb zeigen, für mich oft ein Richtwert, ob ein Film
yeah oder mäh ist, das auch Kritiker irren. Der Film war/ist nicht nur wegen des Gun-Kata sehenswert, sondern, für mich, auch aufgrund der dystopischen Handlung.
Waffen werden herumgewirbelt, als Hämmer benutzt… welchen Film habt ihr denn gesehen?
Es wird im Film sogar erklärt, dass die Gun-Kata darauf ausgelegt maximale Tötungseffizienz zu erreichen und den Anwender maximal gegen Feindbeschuß zu schützen. Herumwirbelnde Waffen und Zweckentfremdung widersprechen dem Prinzip der Effizienz. Oder spielt ihr auf den Endkampf an? Bei dem ist etwas mehr Dynamik gegeben worin sich auch die Entwicklung von Kleriker Preston wiederspiegelt. Von einem emotionslosen, effizienten Kampfstil (Gun-Kata) zu einem “blumigeren” Stil der mehr Emotion und daher mehr “Schnörkel” hat.
Aber bei aller Kritik an eurer Interpretation stimme ich 100% überein, der Film ist eine unterschätze Perle und ging leider gegen den stilistisch ähnlichen Matrix etwas unter. Ich feier den ersten Einsatz von Preston, der Kampf gegen die Rebellen/Sinnestäter im stockdunkeln Raum, nach wie vor als eine der besten (stylishsten) Gunfightszenen der letzten Jahren.
Heyho, ja ich war auch sehr von den schlechterem Kritiker-Score sehr verwundert, nachdem ich den nachgeholt habe. Fand ihn auch sehr spannend und interessant.
Zu den herumwirbelnden Waffen: Ich meine damit einmal die Endszene und das mit den Hämmern ist die Szene bei der größeren Razzia, bei der aus den Waffen so Nadeln rausploppen.
Ja ok, dann kann ich es nachvollziehen. Danke für die Erläuterung. Zur Endszene hab ich mich ja schon mit meiner “Interpretation” der Kampfchoreo geäussert.
Wenn Preston mit dem Griff der Waffe die Helm -Visiere einschlägt, dann wirkt das schon wie ein Schlag mit einem Hammer ^^
Ja, da hast du Recht. Ich hatte es eher so verstanden, dass es ein “Standardmove” ist. Situativ kam es aber auf jedenfall vor, auch wenn ich es nicht als Standardrepertoire in der Gun-Kata sehen würde. Da ist aber sicher Platz für subjektive Einschätzung.