Großer YouTuber baut MMO, in dem man für alles zahlen muss, spioniert sogar die Konten seiner Kunden aus

Titelbild Geld und Studium

Wer schon immer mal sein eigenes MMORPG bauen möchte, kann das in einem beliebten Spiel auf Steam tun. Der YouTuber „The Spiffing Brit“ hat das jetzt auf die Spitze getrieben und ein Online-Rollenspiel entworfen, das eigentlich nur aus Mikrotransaktionen besteht.

Das Aufmacherbild ist ein Symbolbild.

Stellt euch ein MMORPG vor, das zwar mit einem Free2Play-Modell lockt, dann aber für alles Mögliche euer Geld haben will. Mhm, okay, das klingt leider sehr nah an der Realität. Aber was ist, wenn ihr sogar für Wiederbelebungen, das Spawnen in der Welt, Dungeon-Beitritte und andere Standardfunktionen zahlen müsstet?

Genau so ein Online-Rollenspiel hat der YouTuber „The Spiffing Brit“ (hat starke 4,48 Millionen Abonnenten und fast 800 Videos auf seinem Kanal) vor kurzer Zeit in MMORPG Tycoon 2 auf Steam erschaffen. Ihr wisst schon, das ist die Weltbau-Simulation für Einzelspieler, in der ihr euer eigenes Online-Rollenspiel bauen und monetarisieren könnt.

Sein Ziel: Mit einem Free2Play-MMORPG so viel Geld wie möglich zu machen. Der Titel seines Projekts: United Kingdom Hearts. Doch was lassen sich die virtuellen Spieler seines Experiments gefallen? Wie erfolgreich kann ein MMORPG sein, das die eigene Monetarisierung auf die Spitze treibt?

Der Early-Access-Trailer von MMORPG Tycoon 2:

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Willkommen bei United Kingdom Hearts!

Wie ist das MMO aufgebaut? „The Spiffing Brit“ möchte einen modernen Live-Service aufbauen und durch den Free2Play-Zugang die erste Hürde möglichst gering ansetzen. Das Spiel selbst bietet so eine Ausgangslage an, warnt aber davor: Wer so ein MMORPG erfolgreich umsetzen möchte, braucht „fortgeschrittene Taktiken“.

Das finanzielle Fundament legt „The Spiffing Brit“ mit dem Gasthaus seiner ersten Siedlung. Das ist quasi die Heimatbasis aller Spieler und nur innerhalb des Gebäudes kann man sich aus „United Kingdom Hearts“ ausloggen. Dass niemand diesen essenziellen Ort verpasst, dafür sorgt der erste Questgeber des Spiels. Der begrüßt alle Neuankömmlinge beim Spawn-Portal und schickt sie gleich zum nahen Gasthaus.

Das ist der erste Scam des Spiels. „The Spiffing Brit“ hat den Zugang zum Gasthaus nämlich kostenpflichtig gemacht. Wer rein will, muss ein paar Pfund zahlen. Später folgen alternative, besonders exklusive Heimatbasen für Vielzahler und Wale. Aber auch ein kostenpflichtiger Dungeon. Und auch Wiederbelebungen, das Spawnen in der Spielwelt und andere Standardaktionen lassen sich monetarisieren.

Weitere Quests sind nur dafür da, die ankommenden Abenteurer zur Schmiede sowie weiteren Dienstleistern zu führen, um dort etwas zu kaufen. Überall bezahlt man mit Pfund. Auch für Tränke, die beispielsweise im PvP zwischen den Charakteren zum Einsatz kommen. Dennoch locken einige der Aufträge mit großen Goldsummen. Könnte man später ja brauchen … Mhm, der „The Spiffing Brit“ liebt den Geruch von Pay2Win am Morgen.

Ein anderes Singleplayer-Spiel, in dem euch eine MMORPG-Erfahrung erwartet, ist Erenshor – hier der Trailer:

Video starten
Erenshor: Trailer zum Singleplayer-MMORPG auf Steam

Wie viel ist ein Spieler wert? Der MMORPG Tycoon 2 bietet ein Werkzeug, das sicherlich auch manch ein realer MMO-Betreiber nur zu gern im Einsatz hätte: Man kann die Bankkonten jedes Spielers einsehen und so erfahren, wie viel finanzielles Potenzial ein Kunde besitzt.

Sobald so ein Nutzer der Spielerfahrung von „United Kingdom Hearts“ verfallen ist, stehen die Chancen hoch, dass dieser sein gesamtes Vermögen investiert. Ein perfides Ziel, das leider auch von diversen realen Service-Games durch die gezielte Nutzung Glücksspiel-ähnlicher Elemente (wie Lootboxen) in Kauf genommen wird.

Der Plan geht auf. In nur wenigen Tagen kann „The Spiffing Brit“ enorme Gewinne im siebenstelligen Bereich erzielen, weil er so gut wie alles in seinem MMO monetarisiert hat. Im letzten Schritt führt er nachträglich noch ein verpflichtendes Abo ein. Seine Community ist dem Spiel da schon derart verfallen, dass das auch nichts mehr ausmacht.

Das fast 30 Minuten lange Video von „The Spiffing Brit“ findet ihr auf YouTube oder im Folgenden:

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Wie reagiert die Community? Das Video von „The Spiffing Brit“ kommt mittlerweile auf über 1,2 Millionen Abrufe und über 52.000 Daumen hoch. Seine Community feiert das Experiment und es fallen viele Vergleiche zu realen MMO-Projekten und Publishern, die für ihre aggressive Monetarisierung bekannt sind.

  • JustinY schreibt unter dem Video etwa: „The Spiffing Brit hat das gesamte Geschäftsmodell von Star Citizen aufgedeckt – unglaublich.“
  • DragonIEye bringt einen anderen Vergleich: „Ich kann gar nicht glauben, dass EA dir erlaubt hat, diese Dokumentation über ihr neues MMO zu drehen.“
  • DanceTranced schreibt: „Mir gefällt, dass dein Spiel Malware enthält, die den Kontostand von Leuten ausliest.“
  • dennissmith1072 erinnert sich: „Früher gab es in Maplestory eine Quest, für deren Abschluss man echtes Geld ausgeben musste. Wenn man die Story-Charakterklasse Mercedes spielt, gibt es auf Stufe 50 eine Quest, um das kanonische Reittier zu erhalten. Man kann es heute für 10.000.000 Mesos (praktisch Gold) erwerben, aber ursprünglich benötigte man dafür einen Gegenstand, den man im Cash-Shop kaufen musste.“

Was muss ich zu MMORPG Tycoon 2 wissen? Die Einzelspieler-Simulation befindet sich zwar schon seit Januar 2020 auf Steam im Early Access, bekommt vom kleinen Team hinter dem Projekt aber weiterhin regelmäßig Updates, zuletzt am 15. August 2026.

Mit 86 Prozent positiven Rezensionen kommt MMORPG Tycoon 2 bei vielen Hobby-Entwicklern gut an. Die nur 2.946 Rezensionen zeigen nach der langen Zeit aber auch, dass das Spiel nur eine kleine Nischen-Zielgruppe anlockt. Wer reinschauen will, muss derzeit knapp 21 Euro zahlen.

Habt ihr vielleicht sogar schon reingespielt? Wie hat euch die Simulation gefallen? Verratet es uns gern in den Kommentaren!

In den Videos von „The Spiffing Brit“ geht es meist darum, bekannte Spiele durch Exploits oder Glitches auszuhebeln. Genau das hat der Brite im vergangenen Jahr beispielsweise mit Stellaris gemacht. Das Ergebnis war ein Universum, das letztlich zum Stillstand kam – und das auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Mehr dazu: „Hat meine CPU ein Lebensjahr gekostet“ – YouTuber mit mehr als 4 Millionen Abonnenten macht Stellaris kaputt

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