Amazon Games trennt sich bekanntlich von seinen Online-Rollenspielen. Im Zuge der Ankündigung, die Publishing-Rechte von Throne and Liberty zurück an NCSoft geben zu wollen, wurde offenbar auch die Summe veröffentlicht, die Amazon für die Rechte gezahlt haben soll.
Wie viel hat Amazon gezahlt? Laut eines Berichts des koreanischen Branchen-Magazins invenglobal.com soll Amazon etwa 70 Millionen US-Dollar an NCSoft gezahlt haben, um Throne and Liberty als globaler Publisher betreuen zu dürfen. Das Online-Rollenspiel war bei uns im Westen am 1. Oktober 2024 erschienen. Den ersten Start gab’s aber bereits im koreanischen Heimatmarkt im Dezember 2023, unter der Kontrolle von Entwickler FirstSpark Games.
Spannend: Der Publishing-Vertrag zwischen Amazon und NCSoft sollte ursprünglich offenbar bis zum 30. September 2028 laufen, mit einer Option ins Jahr 2029 rein. Durch die vergangene Woche angekündigte Zurückgabe der globalen Publishing-Rechte von Throne and Liberty an NCSoft war eine Vertragsanpassung notwendig, durch die jetzt die Details des ersten Vertrags ans Licht gekommen sind.
Der Bericht erklärt außerdem, dass NCSoft die volle Summe bereits von Amazon erhalten haben soll. Eine Teilrückzahlung aufgrund der früheren Beendigung sieht der neue Vertrag offenbar nicht vor.
Unter den Erwartungen
Was bedeutet das? Amazon verzichtet offenbar aus eigenem Antrieb heraus auf deutlich mehr als ein Jahr globale Publishing-Rechte für Throne and Liberty, obwohl sie dafür vor einigen Jahren ein Vermögen gezahlt hatten. Klar, das liegt an der neuen Strategie, die eher auf den Amazon-Service Luna und KI-Games setzt. Schließlich beendet man auch New World und trennt sich von Lost Ark.
Es dürfte aber auch ein klares Zeichen dafür sein, wie erfolglos Throne and Liberty unterm Strich im Westen war. Hinweise dafür gab’s in der Vergangenheit schon einige:
- Als NCSoft in seinen Finanzberichten noch die Leistungen der Spiele einzeln aufführte, ignorierte man Throne and Liberty völlig. Wäre das MMORPG zum Start der erhoffte Erfolg gewesen, hätte man das den Investoren sicherlich unter die Nase gerieben.
- Der Launch von Throne and Liberty auf Steam war mit 336.300 gleichzeitig aktiven Spielern zwar gut, aber weit weg von den Zahlen, die New World oder Lost Ark beim jeweiligen Start hingelegt hatten.
- Kein Jahr nach dem westlichen Launch hatte man bereits 95 Prozent seiner Spieler verloren.
Gründe dafür gibt es einige. Zwar fasziniert die heutzutage eher ungewohnte „Massively“-Erfahrung von Throne and Liberty, doch sorgte der starke Fokus auf Gilden und Open-World-PvP immer wieder für Frust. Die Charakterprogression rund um die Ausrüstungs- und Skill-Aufwertungen fällt sehr grindlastig aus. Das Free2Play-Bezahlmodell leidet hingegen unter der Echtgeld-Währung, die mit dem Auktionshaus verknüpft ist.
In Teilen hatte und hat Lost Ark – ebenfalls ein MMORPG, für das sich Amazon die globalen Publishing-Rechte sichern konnte – zwar mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen. Doch gab es dort gleich mehrere Faktoren, die für einen der stärksten Starts der Steam-Geschichte gesorgt haben: Warum war Lost Ark so viel erfolgreicher als Throne and Liberty? MMORPG-Experte analysiert den Launch
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